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Montag, 19. Februar 2018 4

Polizei

McDonald’s-Räuber weiter auf der Flucht

Ein Bewaffneter stiehlt die Tageseinnahmen der Filiale in Obertraubling. Besitzer Mosher erfährt es auf mittelbayerische.de.
Von Bettina Mehltretter und Michael Sperger, MZ

  • Die Polizei sucht Zeugen nach dem Raubüberfall auf die McDonald’s-Filiale. Foto: Mehltretter
  • Der Tatort liegt an einer vielbefahrenen Straße. Foto: Bettina Mehltretter

Obertraubling.Der Räuber kam über den Hintereingang: In der Nacht zu diesem Mittwoch hat ein bislang Unbekannter die McDonald’s-Filiale in Obertraubling, Am Schwindgraben, überfallen. Der maskierte Mann drang gegen 3.10 Uhr in das Gebäude ein und bedrohte zwei Angestellte mit einer Schusswaffe. Zwei Stunden nach Ladenschluss waren der Managementmitarbeiter (44) und der Hausmeister (20) noch mit letzten Reinigungsarbeiten beschäftigt gewesen. Wie Frank Mosher, Inhaber von 14 McDonald’s-Filialen im Großraum Regensburg, auf Anfrage unserer Redaktion sagte, habe der Unbekannte den 44-Jährigen gezwungen, den Tresor zu öffnen und die Tageseinnahmen des zweiten Weihnachtsfeiertags herauszunehmen. Der Mann flüchtete schließlich zu Fuß mit dem Geld. Die Polizei erklärte, es habe sich um einen höheren vierstelligen Betrag gehandelt. Frank Mosher konkretisiert das. Er spricht von einer Summe „unter 5000 Euro“.

Der Täter wird als etwa 25 Jahre alt und 1,80 Meter groß beschrieben. Foto: Mehltretter

Der Tatort liegt an der B15 im Obertraublinger Gewerbegebiet Nord. Er ist über den Kreisverkehr am Ende der Straße Am Schwindgraben zu erreichen, außerdem führt ein geteerter Fußweg vorbei. Kurz hinter dem Restaurant beginnt ein kleines Wäldchen. Woher der Täter gekommen und wohin er geflüchtet ist, ist Teil der Ermittlungen. Fakt ist: Zur Tatzeit waren nur noch wenige Menschen in der Gegend unterwegs. Die Unternehmen beziehungsweise Geschäfte neben dem Imbiss hatten längst geschlossen. Wenige Minuten vor der Tat, um 3 Uhr, hatte auch die Spielhalle noch zugesperrt. Lediglich die Sportsbar war bis 5 Uhr geöffnet.

Bis zum Mittwochabend hatte die Regensburger Kriminalpolizei noch keine heiße Spur auf den Räuber, einen etwa 25 Jahre alten, rund 1,80 Meter großen, blonden Mann.

Täterbeschreibung

  • Aussehen:

    Die McDonald’s-Mitarbeiter, die überfallen worden sind, beschreiben den Täter als männlich, etwa 25 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß. Der Täter hat den Angaben nach blonde Haare, eine normale Figur und sprach akzentfreies Deutsch.

  • Kleidung:

    Der Mann war mit einer schwarzen Jacke bekleidet, trug eine Baseball-Kappe und braune Schuhe. Er hatte sich einen Schal ums Gesicht gewickelt.

Aufklärungsquote ist hoch

Im März 2015 war rund zehn Kilometer entfernt, in Neutraubling, ein weiterer Schnellimbiss überfallen worden. Wie die Polizei damals mitgeteilt hat, war der Täter besonders brutal vorgegangen. Als sich der Mann kurz vor Ladenschluss der Subway-Filiale genähert hatte, hatten die beiden Mitarbeiter die Lage richtig eingeschätzt – und waren über den Mitarbeiterausgang ins Freie geflüchtet. Doch der Räuber, ebenfalls 1,80 Meter groß und damals zwischen 20 und 30 Jahre alt, war ihnen mit einer Pistole in der Hand gefolgt und hatte sie vor der Filiale gestellt. Einem der Mitarbeiter hatte er die Waffe sogar an den Kopf gedrückt und ihn so gezwungen, ihm im Lokal den Inhalt der Kasse auszuhändigen. Der Mann erbeutete einen vierstelligen Betrag und flüchtete. Bis heute ist der Fall nicht geklärt. Dennoch hat die Kripo ihre Ermittlungen mittlerweile abgeschlossen, wie Polizeisprecher Markus Damm unserer Redaktion sagte. Die Akten seien der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Grundsätzlich ist die Aufklärungsquote von Raubüberfällen aber hoch. In der Oberpfalz werden zwei von drei Fällen gelöst. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten in Ober- und Neutraubling gibt, ist aktuell noch unklar.

Frank Mosher ist Chef von 14 McDonald’s-Filialen im Raum Regensburg. Foto: Josef Eder

In Obertraubling herrschte wenige Stunden nach dem Überfall schon wieder rege Betriebsamkeit. Viele Kunden hatten bereits von der Tat gehört. Mitten in der Nacht waren nur drei der engsten Mitarbeiter von Frank Mosher – die Restaurantleiterin, die Bezirksleiterin und die Prokuristin – informiert worden. Mosher selbst erfuhr erst am Morgen vom Überfall. Kurz nach sechs Uhr hatte er die Polizeimeldung auf www.mittelbayerische.de entdeckt. Parallel hatten ihm Freunde den Link über einen Messenger-Dienst geschickt. Der Geschäftsmann informierte sich rasch über den Zustand seiner Mitarbeiter. „Denen geht es okay“, sagte der gebürtige Amerikaner. Es sei „keine Gewalt angewendet“ worden.

Sehen Sie hier ein Video zum Thema:

Video: Michael Sperger, Bettina Mehltretter

Schulungen für Mitarbeiter

Der jüngste Raubüberfall war nicht der erste auf eine McDonald’s-Filiale im Raum Regensburg. „Alle paar Jahre“, sagt der selbsternannte „Burgermeister“, schlage ein Krimineller zu. Wer bei Mosher anheuert, unterschreibt daher Sicherheitsrichtlinien und absolviert Sicherheitsschulungen. Dabei lernt er unter anderem, dass er die Filialen nie durch die Hintertür und schon gar nicht alleine verlassen darf. Und wer nachts arbeitet, ist angewiesen, sein Auto auf einem der hell erleuchteten Parkplätze abzustellen. Bislang sind bei keinem Überfall Mitarbeiter zu Schaden gekommen. Nur einmal hatte ein Räuber Pfefferspray in Richtung der Angestellten gesprüht.

Moshers Traum: Kein Bargeld – keine Räuber

Hätte der Räuber ein paar Jahre eher zugeschlagen, hätte er in Obertraubling deutlich mehr Beute gemacht, sagt Mosher. Seine Läden generieren inzwischen 15 Prozent der Einnahmen über den bargeldlosen Zahlungsverkehr, also über Kartenzahlungen. Daher sei immer weniger Bargeld in den Filialen vorhanden. Die neuen Bestellterminals begünstigen diesen Trend. Mosher ist ein Visionär: „Stellen Sie sich vor, wir hätten eine Welt ohne Bargeld“, sagt er. Niemand müsste dann noch Geld in Tresoren aufbewahren und es später zur Bank bringen, Kriminelle hätten keine Chance mehr.

Aktuell hofft Mosher aber vor allem, dass der Räuber von Obertraubling gefasst werden kann. Sein Unternehmen wird den Ermittlern der Kriminalpolizei Beweismaterialien zur Verfügung stellen: Aus der Tatnacht existieren Videos.

Die Kripo bittet um weitere Hinweise unter Tel. (0941) 506 2888.

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