mz_logo

Aktuelles
Freitag, 22. September 2017 21° 3

Kriminalität

Messerattacke: Täter ist auf der Flucht

Am Domplatz in Regensburg hat ein 18-Jähriger auf zwei Bekannte (21 und 22) eingestochen. Die Polizei fahndet fieberhaft.
Von Marion Koller, MZ

Tatort Domplatz: Hier stach ein 18-Jähriger zu. Foto: Lex

Regensburg.Schwere Stichverletzungen am Oberkörper erlitten zwei junge Männer bei einer Attacke in der Nacht zum Donnerstag am Domplatz. Die zwei 21 und 22 Jahre alten Regensburger hatten sich mit dem mutmaßlichen Täter (18) gegen Mitternacht verabredet. Sie kamen mit dem Auto. Kaum waren sie ausgestiegen, zog der 18-Jährige das Messer und stach auf beide ein. Sie trugen bei der plötzlichen Attacke mehrere Messerstiche davon, wurden aber zum Glück nicht lebensgefährlich verletzt. Der Angreifer flüchtete zu Fuß in Richtung Ostengasse, wo sich seine Spur verlor.

Hintergrund ist noch unbekannt

Der Rettungsdienst brachte die beiden Verletzten umgehend in Regensburger Krankenhäuser, wo sie stationär behandelt werden. Identität und Adresse des Täters sind bekannt. Albert Brück, Pressesprecher des Präsidiums Oberpfalz, sagte zu unserem Medienhaus, der Polizei lägen Zeugenaussagen zu dem Messerstecher vor.

Obwohl das Präsidium sofort eine Großfahndung einleitete, konnte die Polizei den Mann noch nicht fassen. Welchen Hintergrund die Tat hat, wissen die Ermittler bislang nicht. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft noch in den Nachtstunden die Ermittlungen übernommen. Zeugen, die Angaben zum Geschehen oder dem flüchtigen Täter machen können, sind dringend aufgefordert, sich mit der Kriminalpolizei Regensburg unter der Rufnummer 506-2888 in Verbindung zu setzen.

Laut Pressesprecher Brück liegt gefährliche Körperverletzung vor. Dem Gewalttäter droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Seit 2014 sei die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen in Regensburg wieder deutlich gestiegen. Im Sicherheitsbericht 2016 für das Stadtgebiet Regensburg heißt es zur Gewaltkriminalität: Die Zahl dieser Delikte sei von 376 Taten im Jahr 2014 auf 405 im Folgejahr und sogar auf 440 im Jahr 2016 gestiegen.

Alkohol spielt eine große Rolle

Dieser Negativtrend zeige sich auch oberpfalz- und bayernweit, sagte Albert Brück. Bei 74,5 Prozent der 440 Fälle handelt es sich um gefährliche und schwere Körperverletzungen. Unter die Gewaltdelikte fallen allerdings auch Tötung und Raub sowie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Rund 30 Prozent der Körperverletzungen wurden in der Innenstadt begangen. Alkohol spielte eine große Rolle. Erfreulich: Die Aufklärungsquote bei Gewaltkriminalität liegt bei mehr als 80 Prozent. Aus taktischen Gründen verriet der Pressesprecher des Präsidiums nicht, wie und mit wie viel Einsatzkräften die Polizei nach dem Täter vom Domplatz fahndet.

Den letzten Regensburger Messerstecher, der Ende März am St.-Kassians-Platz einem 28-Jährigen eine Klinge in den Rücken stieß, hielten beherzte Passanten fest. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen festnehmen. „Haltet den Mann“, gellten Schreie am 29. März mittags über den St.-Kassians-Platz. Die Passanten packten den Mann vor dem Trendsport-Geschäft „Adrenalin Corner“ und beendeten damit seine Flucht. Das Opfer (28) war nach dem Angriff mit schweren Verletzungen zusammengebrochen. Passanten kümmerten sich auch um den 28-Jährigen und leisteten Erste Hilfe. Er schwebte in Lebensgefahr, doch sein Zustand stabilisierte sich im Krankenhaus.

Weitere Polizeimeldungen aus dem Raum Regensburg finden Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

zeugen gesucht

  • Der mutmaßliche Täter

    rastete gegenüber dem Dom aus. Mit dem Club in der Nähe hat die Messerattacke nach Polizeiangaben nichts zu tun.

  • Dem flüchtigen Verdächtigen

    droht bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

  • Die Kripo

    ermittelt. Sie bittet Zeugen der Tat bzw. Personen, die Angaben zum Täter machen können, sich unter Tel. 5 06-28 88 zu melden.

  • Viele Körperverletzungen

    wurden in den letzten Monaten vor Regensburger Gerichten verhandelt. Mit einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und der Auflage, ein Schmerzensgeld in Höhe von 250 Euro zu zahlen, kam ein 45-Jähriger im August davon. Er hatte in angetrunkenem Zustand einen Kellner mit der Faust traktiert.

  • Eine 47-jährige Regensburgerin

    stand im Juli vor Gericht, weil sie am Recyclinghof in der Markomannenstraße ausgerastet war. Sie schlug mehrere Mitarbeiter mit den Fäusten. Wegen Körperverletzung in drei Fällen, Sachbeschädigung und Beleidigung wurde die rabiate Angeklagte zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro verdonnert.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht