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Unternehmer im Dialog
Sonntag, 20. August 2017 23° 3

Unser Special

Im Fokus steht das Unternehmen

In einer gemeinsamen Serie zeigen die HypoVereinsbank und die Wirtschaftszeitung Wege auf, wie Betriebe erfolgreich die Unternehmensübergabe gestalten können.

Franz Büchl, Leiter der Unternehmerbank Niederlassung Oberpfalz/Oberbayern Nord der HVB. Foto: Henning

Regensburg.“Bei einem Unternehmer steht das Wohl des Unternehmens stets an oberster Stelle. Von daher wäre es geradezu unverantwortlich, sich über die Frage der Unternehmensnachfolge nicht frühzeitig Gedanken zu machen”, ist Franz Büechl, der Leiter der Unternehmerbank Niederlassung Oberpfalz/Oberbayern Nord der HypoVereinsbank (HVB), überzeugt. Die Frage der Unternehmensnachfolge habe auch hohe gesellschafts- und wirtschaftspolitische Relevanz, wie die Zahlen zeigen: Bundesweit standen oder stehen derzeit zwischen 2014 und 2018 rund 135 000 Betriebsübergaben an, wovon zwei Millionen Arbeitsplätze betroffen sind. Allein in Bayern geht es um die Zukunft von 24 000 Betrieben. Warum sich die HypoVereinsbank seit geraumer Zeit mit dem Thema intensiv befasst und sich in Ostbayern die Wirtschaftszeitung als Kommunikationspartner mit ins Boot geholt hat, habe viel mit Zahlen zu tun, aber auch mit der Emotionalität dieses Themas. Laut Statistik ist der Anteil der Firmen gerade des Mittelstands, in denen ein Generationenwechsel bevorsteht, heute doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Andererseits will man sich gerade als familiengeführtes Unternehmen - so beobachten die Experten der HVB - nur sehr diskret mit diesen erfahrungsgemäß meist recht emotionalen Fragen auseinandersetzen. Dabei böten sich Steuerberater und die langjährige Hausbank nach der festen Überzeugung von Franz Büechl als erste Ansprechpartner für den Unternehmer beziehungsweise die Gesellschafter geradezu an: “Hier setzen wir sehr stark auf ein Miteinander.” Die Unternehmerbank der HypoVereinsbank, die als Teil von UniCredit mit einem stark internationalen Netzwerk europaweit aufgestellt ist, versteht sich vor allem auf dem Gebiet der Unternehmensnachfolge als Sparringspartner und Mutmacher, um dieses wichtige Thema Hand in Hand etwa mit Steuerberatern, Beiräten oder anderen Experten voranzutreiben. Schließlich komme es darauf an, innerhalb des Unternehmens, mit weiteren Gesellschaftern, aber auch mit Familienangehörigen frühzeitig über dieses Thema zu sprechen. Hierzu gehöre laut Büechl auch im Kreise der Familie oder Gesellschafter eine offene, emotionale Diskussion, die eine konstruktive Streitkultur beinhalte: “Nochmals, das Unternehmen sollte stets im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Auch wenn es dem einen oder anderen wehtut.”

Nachfolge kein Tabuthema
Auch wenn all diese Diskussionen über die Nachfolgeregelung in einem Familienunternehmen letztlich in der Grundfrage mündeten, “wie vererbe ich gerecht, was wird dem Unternehmen gerecht”, konnte Büechl innerhalb der letzten 20 Jahre doch bemerkenswerte Veränderungen beobachten. Das Thema Betriebsnachfolge sei kein Tabu mehr, die Unternehmer öffneten sich immer mehr, auch wenn man noch offensiver damit umgehen und sich frühzeitiger auf die Übergabe vorbereiten könne. Immerhin seien noch immer zwei von drei Unternehmen nicht angemessen auf den plötzlichen Ausfall des Chefs vorbereitet. Deshalb wäre es nötig, so Büechl, stets einen “Notfallplan” parat zu haben.
Aber auch mit einer geplanten Nachfolge zu Lebzeiten des Unternehmers haben sich laut Nachfolgereport der IHK Regensburg zwei von drei Unternehmern noch nicht auseinandergesetzt. Vielfach wird als Grund dafür unter anderem angegeben, dass man etwa mit 55 plus noch zu jung für das Thema Nachfolge sei. Dabei verweist Franz Büechl darauf, dass zum Beispiel das Durchschnittsalter der Unternehmer in der Tourismusbranche bereits bei 57 Jahren liege und insgesamt dreimal so viele 50- bis 60- jährige Unternehmer aktiv sind als 30-jährige. Außerdem könne, so Büechl, nur derjenige Unternehmer in Ruhe die notwendigen Entscheidungen treffen und eine zukunftsfähige Übergabe vorbereiten, der sich so früh wie möglich gezielt dem Thema widme. Neben der maßgeschneiderten Finanzierung könne der Kunde der HVB auch in Sachen Unternehmensbewertung Hilfestellungen erwarten, betont Büechl. Vor allem aber engagiert sich die HypoVereinsbank auch bei der Suche nach dem geeigneten Sponsor oder Investor. Die Möglichkeiten reichten vom “Business Angel”, also einem coachenden (ehemaligen) Unternehmer, über Beteiligungskapital (BayBG), Fördermittel (LfA, KfW) bis zur praktischen Lösung der Übernahme durch leitende Mitarbeiter im Rahmen eines “Management-Buy-out”. Zunehmend suchen Privatpersonen, Private-Equity-Gesellschaften oder “Family Offices” ganz aktiv nach geeigneten Unternehmen als langfristiges Investment beziehungsweise als neue unternehmerische Herausforderung. Dies gelte nicht nur für größere Firmenkunden.

Vier positive Beispiele
Die Wirtschaftszeitung stellt ab der kommenden Ausgabe, die am 16. Dezember erscheint, im Rahmen der Serie “Nachfolge erfolgreich gestalten” vier Beispiele vor, bei denen eine erfolgreiche Übergabe des Unternehmens geglückt ist. Zum Abschluss der Themenreihe werden die HypoVereinsbank und die Wirtschaftszeitung bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Podiumsdiskussion das Thema Nachfolge vertiefen.

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