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Wissenschaft

20 Jahre gelebte Völkerverständigung

Mit Gästen aus Deutschland und Tschechien wurde am Donnerstag das Jubiläum des Bohemicums Regensburg-Passau gefeiert.
Von Louisa Knobloch, MZ

Feierten das 20-jährige Jubiläum des Bohemicums: Prof. Dr. Udo Hebel, Staatssekretär Bernd Sibler, Prof. Dr. Carola Jungwirth, Prof. Dr. Marek Nekula, Prof. Dr. Cristoph Cornelißen, Prof. Dr. Ulf Brunnbauer und Prof. Dr. Mikuláš Bek, Rektor der Masaryk-Universität in Brünn. Foto: Knobloch

Regensburg.r27 Jahre sind seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vergangen. Heute sei die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien kein Symbol der Trennung mehr, sondern ein Ort der Begegnung, betonte Milan Coupek, Generalkonsul der Tschechischen Republik, am Donnerstagabend an der Universität Regensburg. Einen wesentlichen Beitrag zum wachsenden Interesse an der tschechischen Sprache und Kultur in Bayern habe das Bohemicum Regensburg-Passau geleistet, so Coupek. 1996 nahm die wissenschaftliche Einrichtung an den beiden Universitäten ihren Lehrbetrieb auf, die Initiative zur Gründung geht sogar bis ins Jahr 1992 zurück.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Bohemicums fand am Donnerstag in Regensburg ein Festakt statt. Zuvor hatten sich am Nachmittag bereits Absolventen getroffen. Über 500 junge Menschen haben die studienbegleitende Zusatzausbildung bereits durchlaufen. Viele von ihnen engagieren sich heute im öffentlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben für den Austausch zwischen den Nachbarländern. „Sind sind zu wichtigen Brückenbauern geworden“, sagte Coupek.

Preis für Brückenbauer

Für sein Engagement sei das Bohemicum 2015 zu Recht mit dem Brückenbauerpreis des Centrum Bavaria Bohemia ausgezeichnet worden, sagte Prof. Dr. Udo Hebel, der Präsident der Universität Regensburg. Mit einer international ausstrahlenden Leistungsstärke in Forschung und Lehre sei das Bohemicum für die Universität Regensburg „eine feste und wertvolle Säule im Kontext ihres Ost- und Südosteuropaschwerpunkts“.

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Auch die Präsidentin der Universität Passau, Prof. Dr. Carola Jungwirth, betonte die Bedeutung des Bohemicums für Forschung und Lehre: „Tschechien zählt wie auch Österreich zu unseren nächsten Nachbarn, so dass die wissenschaftliche Partnerschaft mit diesen Ländern für uns auf der Hand liegt“, sagt sie. Doch auch bayerische Unternehmen, die wirtschaftliche Kontakte mit Tschechien pflegten, würden von der Expertise der Bohemicum-Absolventen profitieren. „Ich freue mich deshalb sehr, dass die Universität Passau ein sehr aktiver Teil der Erfolgsgeschichte des Bohemicums ist und auch bleiben wird“, so Jungwirth.

Forschung zu Mehrsprachigkeit und Erinnerungskulturen

Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler sagte: „20 Jahre Bohemicum – das sind 20 Jahre gelebte Völkerverständigung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau“. Denn neben der rund ein Jahr dauernden Zusatzausbildung sowie dem 2007 etablierten Bachelorstudiengang Deutsch-Tschechische Studien ist das Bohemicum auch in der Forschung sehr aktiv. Der Leiter des Bohemicums, Prof. Dr. Marek Nekula, gab einen Einblick in verschiedene Projekte, die sich etwa mit Fragen des Managements der individuellen und institutionellen Mehrsprachigkeit oder dem Thema Erinnerungskulturen befassen.

Über die Schwierigkeit, eine gesamteuropäische Erinnerungskultur zu begründen, sprach Prof. Dr. Christoph Cornelißen von der Goethe-Universität Frankfurt in seinem Festvortrag „Zur Europäisierung von Erinnerungskulturen im Spannungsfeld widerstreitender Gedächtnisse“.

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