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Bayern
Mittwoch, 28. September 2016 22° 2

Protest

Anti-Fracking-Demo in München

„Geld kann man nicht trinken“: Das Bündnis „Weidener Becken gegen Fracking“ ging in der Landeshauptstadt auf die Straße.

  • „Es ist 5 vor Frack“ und „We can’t drink money“ – rund 100 Demonstranten gingen am Samstag gegen Fracking auf die Straße. Foto: dpa
  • Probebohrung auf der Demo am Münchner am Sendlinger Tor Foto: dpa
  • Probebohrung auf der Demo am Münchner am Sendlinger Tor Foto: dpa

München.Rund 100 Demonstranten sind am Samstag in München gegen die umstrittene Fördermethode Fracking auf die Straße gegangen. Bei der Kundgebung am Sendlinger Tor, die vom Bündnis „Weidener Becken gegen Fracking“ und der Jugendorganisation des Bundes Naturschutz organisiert wurde, sprachen sich auch mehrere Vertreter der Politik gegen Fracking aus. „Wir lehnen diese Technologie ohne Wenn und Aber in Bayern und anderswo ab“, sagte ein Sprecher der Grünen. Die Veranstalter fordern ein gesetzliches Fracking-Verbot und eine Rücknahme der Aufsuchungslizenz für das Weidener Becken. Beim Fracking wird tief lagerndes Schiefergas und -öl mit Hilfe von Chemikalien unter Druck gelöst. Umweltschützer fürchten dadurch unter anderem Verunreinigungen des Grundwassers.

Petition missachtet

Darüber hinaus sorgt ein Gesetzentwurf für Kritik, den der Bund an Länder und Verbände kurz vor Weihnachten geschickt haben soll. Der an die Länder und Verbände zur Stellungnahme versandte Gesetzentwurf garantiere nach wie vor keinen umfassend wirksamen Schutz der Wasservorkommen für Lebensmittel, die täglich konsumiert werden.

Die Kommunen hatten nur bis vergangenen Freitag Zeit gehabt, auf den Entwurf zur reagieren und Bedenken zu äußern. „Das ist schon sehr knapp und es stellt sich die Frage: Musste die Eile sein?“, sagt Dagmar Keis-Lechner, Sprecherin des Bündnisses gegen Fracking. Sie weist daraufhin, dass eine von 57 000 Personen unterzeichnete Petition gegen die Fördermethode vom Landtag nicht behandelt wurde – und dass die Stellungnahmen nun wohl ohne Berücksichtigung der Bürger verfasst worden seien.

Die Naturschützer fürchten: Die Kommunen folgen dann eher der Meinung der Wirtschaft, man solle sich der Technologie nicht verschließen. „Wir wünschen uns, dass die Regierung unsere Sorgen und Bedenken beim Thema „Fracking“ ernst nimmt,“ betont die Oberpfälzer Sprecherin des Bündnisses Abgefrackt, Sonja Schuhmacher. Bisher sei die Staatskanzlei aber noch Antworten schuldig. Das Bündnis verbreitet dazu einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten. (pd/dpa)

Kommentar

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