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Agrar

Bayerische Imker ernten mehr Honig

Der Frost im Frühjahr hat vielen Obstbauern die Ernte geschmälert. Das hatte auch Auswirkungen auf die Bienen. Weniger Blüten bedeuten eigentlich auch weniger Honig im Bienenstock. Warum sich Verbraucher dennoch über mehr Honig freuen können, erklären Experten.

Zahlreiche Bienen auf einer Wabe. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Veitshöchheim.Die bayerischen Imker blicken trotz vieler erfrorener Blüten im Frühjahr auf eine gute Honigernte. Im Schnitt haben sie 36,1 Kilogramm Honig pro Bienenvolk ernten können. Das geht aus Zahlen des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Rheinland-Pfalz hervor, das für ganz Deutschland die Statistik über die Honigernte führt. Damit konnten die Imker im Freistaat nach dem eher mageren Erntejahr 2016 nun wieder ihre Lager füllen. Im vergangenen Jahr hatten sie durchschnittlich nur 25,6 Kilogramm Honig pro Bienenvolk aus den Waben geschleudert. Ein Grund für das Plus liegt im Wald.

„Es ist tendenziell ein eher gutes Jahr. Das liegt vor allem daran, dass der Wald gehonigt hat. Das haben wir nicht jedes Jahr“, sagte Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Der Wald honigt - das bedeutet, dass Baumläuse genügend zuckerhaltige Ausscheidungen, den sogenannten Honigtau, produziert haben. Dann stellen die Imker für den Waldhonig Bienenvölker zwischen den Bäumen auf, die Bienen machen aus dem Honigtau einen kräftigen Honig. Aber nicht jedes Jahr ist ausreichend Honigtau vorhanden.

Die Verbraucher könnten sich zudem vor allem bei den Sommerhonigen auf eine hohe Qualität freuen. Mit Blick auf Wassergehalt und Enzymwerte sprach Berg von „Spitzenwerten“.

Die Honigpreise in Bayern werden dem Imkerverband zufolge voraussichtlich unverändert bei fünf bis sechs Euro pro 500-Gramm-Glas liegen. Exoten wie Löwenzahn-, Heide- oder Tannenhonig sind teurer. Den bisherigen Erfahrungen zufolge habe der Preis allerdings kaum Einfluss auf die Nachfrage. „Die Leute holen Honig wie verrückt. Die Nachfrage nach regionalem Honig ist ungebrochen. Es ist egal, was er kostet“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske. Der Experte aus dem unterfränkischen Schwarzach am Main besitzt selbst etwa 50 Bienenvölker.

Die Erntebilanz ist je nach Regierungsbezirk sehr unterschiedlich. Während die sogenannte Frühtracht - also der im Frühjahr geerntete Honig - vor allem in Unterfranken hoch war, wurde in der Region gleichzeitig deutlich weniger Sommertracht geerntet. Im Sommer flogen die Bienen dafür in Niederbayern viel Blütennektar ein. Übers Jahr gesehen holten die Imker dort den meisten Honig (44,8 Kilo pro Bienenvolk) aus den Waben, in Mittelfranken (27,7 Kilo) am wenigsten.

In Bayern wie in Deutschland gibt es immer mehr Imker - und dementsprechend auch mehr Bienenvölker. Allein im Freistaat leben knapp 200 000 Völker, fast ein Viertel der Gesamtzahl in Deutschland. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums essen die Deutschen rund 85 000 Tonnen Honig pro Jahr. Das sind pro Kopf etwa 1,1 Kilogramm Honig. Damit gilt Deutschland als Honigweltmeister.

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