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Bayern
Samstag, 18. November 2017 5

Bildung

Bedarf an Schulpsychologen steigt rasant

Mit den steigenden schulischen Anforderungen wächst der Bedarf an psychologischer Beratung, sagt der Philologenverband.

Auch mit dem Thema Mobbing müssen sich die Schulpsychologen auseinandersetzen. Foto: dpa

Landshut.Die Arbeit von Schulpsychologen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Darauf verweist der Bayerische Philologenverband (bpv) anlässlich des Bundeskongresses für Schulpsychologie am Freitag in Landshut. Schulpsychologen seien für Schüler enorm wichtig, sagte bpv-Vorsitzender Max Schmidt laut Mitteilung. Ihre Arbeit müsse daher ausgebaut und gestärkt werden.

Drei Hauptgründe nannte Schmidt für den wachsenden Bedarf: Durch die Ganztagsschulen verbrächten Kinder immer mehr Zeit in der Schule. Durch die Inklusion kämen auch mehr Schüler mit psychischen Beeinträchtigungen an Regelschulen, die es zu integrieren gelte. Buben und Mädchen aus Flüchtlingsfamilien hätten oft leidvolle Erfahrungen gemacht und benötigten Hilfe.

An Bayerns Gymnasien unterrichten Schmidt zufolge Schulpsychologen auch als Lehrer zwei Fächer. Hier forderte der bpv-Vorsitzende eine Entlastung an Unterrichtsstunden, damit die Schulpsychologen mehr Zeit für Beratung haben. „Ein Schulpsychologe muss ohne Wartezeit gleich ansprechbar sein. Zudem muss gewährleistet sein, dass zumindest jede größere Schule in Bayern einen Schulpsychologen im Kollegium hat.“

Der Berufsverband Deutsche Psychologinnen und Psychologen (BDP) hatte zuvor bereits auf die „katastrophale Versorgung“ mit Schulpsychologen in den einzelnen Bundesländern hingewiesen. Nur drei von 16 Bundesländern erreichen demnach die von Kultusministerkonferenz und durch die Bund-Länder-Kommission empfohlene Mindestversorgung von einem Schulpsychologen je 5000 Schülern. Im Durchschnitt stand dem BDP zufolge in Deutschland im Schuljahr 2013/14 ein Schulpsychologe für 8617 Schüler und 635 Lehrkräfte zur Verfügung. Schlusslichter bildeten die Länder Schleswig-Holstein mit 13 268, Sachsen mit 14 318 und Niedersachsen mit 16 118 Schülern. In Bayern waren es 7000 Schüler je Schulpsychologe (Zahlen von 2012/13). (dpa)

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