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Bayern
Sonntag, 18. Februar 2018 11

Wetter

Der Winter schlägt zurück

Die Ausläufer von Sturmtief „Friederike“ treffen Ostbayern. Am Donnerstag soll es noch ungemütlicher werden.

  • Ein mit Gurken beladener LKW liegt auf einem Feld neben der Autobahn 9 bei Schleiz (Thüringen). Auf schneeglatter Fahrbahn war der Laster am Morgen von der Fahrbahn abgekommen und 30 Meter einen Hang herb gestürtzt. Der Fahrer blieb unverletzt. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Ein Schneesturm hat am Mittwochmittag Regensburg erwischt. Foto: Heinrich

Regensburg.Schnee, Regen und Eisglätte haben den Berufsverkehr in vielen Teilen Deutschlands getroffen – und auch Ostbayern nicht verschont. Auf der A93 nahe der Ausfahrt Bad Abbach kam es am Mittwochmittag in Fahrtrichtung Regensburg zu einer Massenkarambolage: Es sollen 20 Pkw und ein Lkw involviert sein. Auch in Fahrtrichtung München kam es nach der Anschlusstelle Regensburg-Süd zu einem Unfall, in den mehrere Fahrzeuge involviert waren.

In der Früh war es auf der A93 weiter nördlich, bei Wackersdorf, zu zwei wetterbedingten Unfällen gekommen, die glimpflich ausgingen. Auch im Landkreis Neumarkt war der Verkehr beeinträchtigt. Probleme gab es vormittags sowohl auf der B8 am Weißmarterberg zwischen Neumarkt und Deining als auch auf der NM9 in Richtung Stöckelsberg (Gemeinde Berg) – auf den schneeglatten Straßen waren dort nach Angaben der Polizei ab 10 Uhr mehrere Lastwagen steckengeblieben, es kam zu Staus und Behinderungen, bis die Räum- und Streufahrzeuge vor Ort waren. Zwischenzeitlich läuft der Verkehr laut Polizei wieder normal. Bereits um 7.40 Uhr krachte es auf der B8 zwischen Deining und Batzhausen – ein Autofahrer kam auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern, das Auto drehte sich einmal um die eigene Achse und krachte dann in den Gegenverkehr. Verletzt wurde laut Polizei niemand, es entstand jedoch ein Schaden in Höhe von 4000 Euro.

Alle Hände voll zu tun hatten die Beamten der PI Parsberg und der Autobahnpolizei am Mittwoch in der Zeit von 6.30 Uhr bis 8.00 Uhr. Auf den schneebedeckten Straßen rund um Parsberg ereigneten sich mehrere Unfälle. So wurden der Polizei insgesamt vier Auffahrunfälle, bei denen zum Glück niemand verletzt wurde, gemeldet. Nahe Wolfsquiga rutschte ein Auto in den Graben, am nördlichen Ortsausgang von Parsberg prallte ein Fahrzeug gegen eine Steinmauer.

Lkw mit Gurken kippt in Thüringen um

Autofahrer im Norden, Westen und in der Mitte Deutschlands kamen am Mittwoch an vielen Orten ins Rutschen, Lastwagen kippten um, Autobahnen wurden zeitweise gesperrt. Für den Donnerstag warnt der Deutsche Wetterdienst vor schweren Sturmböen sowie Gewittern. In höheren Lagen kann Tief „Friederike“ auch Orkanstärke erreichen.

In Thüringen stürzte am Morgen auf der A9 bei Schleiz ein mit Gurken beladener LKW bei Schneeglätte auf ein 30 Meter entferntes Feld neben der Fahrbahn – der Fahrer blieb unverletzt. In Nordrhein-Westfalen musste etwa die Autobahn 2 zwischen Herford und Vlotho in Fahrtrichtung Hannover gesperrt werden. Grund war laut Polizei ein Glätteunfall mit einem Lastwagen, dessen Anhänger zwei Spuren blockierte. Der Fahrer kam mit Verletzungen in eine Klinik.

Auf der A623 in Rheinland-Pfalz kippte nahe dem Autobahndreieck Friedrichsthal ein Lebensmittellaster um. Weil der 18-Tonner die Fahrbahn blockierte, wurde die Autobahn in beide Richtungen gesperrt. Der Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Ein mit Gurken beladener LKW liegt auf einem Feld neben der Autobahn 9 bei Schleiz (Thüringen). Auf schneeglatter Fahrbahn war der Laster am Morgen von der Fahrbahn abgekommen und 30 Meter einen Hang herb gestürtzt. Der Fahrer blieb unverletzt. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Auch in Hessen behinderte winterliches Wetter den Verkehr. Auf der Autobahn 7 gab es bei Kassel-Nord Beeinträchtigungen in beide Richtungen wegen Schneeglätte. Auch dort blockierten Lastwagen die Fahrbahnen.

Auf glatten Straßen in Niedersachsen gab es zahlreiche nächtliche Unfälle. In Salzbergen im Emsland kippte am Morgen der Anhänger eines Transporters mit 100 Schweinen um. Mindestens 18 Tiere verendeten.

Im nördlichen Schleswig-Holstein berichtete die Feuerwehr von einigen Glätteunfällen, bei denen es auch Verletzte gab. Auf der Autobahn 23 bei Itzehoe seien am Morgen drei Autos von der Fahrbahn abgekommen, sagte ein Polizeisprecher. Ein Mensch wurde verletzt.

Wann fällt die Schule wegen Schneechaos aus? Mehr dazu lesen Sie hier.

So geht es weiter mit dem Wetter

Laut Deutschem Wetterdienst ist am Mittwoch in der Südwesthälfte mit Sturmböen, auf Bergen auch mit Orkanböen zu rechnen. Es kann regnen, graupeln oder Schneeschauer geben - bei wechselnder bis starker Bewölkung. In den Mittelgebirgen werden 15 bis 30 Zentimeter Neuschnee erwartet, in den Alpen oberhalb von 1200 Metern sogar ein halber bis ein Meter.

Am Donnerstag soll es besonders ungemütlich werden – dann soll sich Sturmtief „Friederike“ voll auswirken. Der DWD im Südwesten etwa rechnet für das Bergland mit bis zu 120 Stundenkilometer schnellen Orkanböen.

Die Deutsche Bahn warnte ihre Fahrgäste im Internet vor möglichen Einschränkungen im Südwesten wegen möglicher orkanartiger Stürme am Mittwoch und Donnerstag: „Aus Sicherheitsgründen behalten wir uns die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit unserer Züge und im Einzelfall auch die Einstellung des Bahnbetriebs vor.“

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