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Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Trend

Die Hochschule auf dem Pulli

Uni und OTH bieten T-Shirts und Tassen mit ihren Logos an. Wir haben nachgefragt, wie das bei den Studierenden ankommt.
Von Louisa Knobloch, MZ

BWL-Studentin Sophie hat sich für einen hellblauen Kapuzenpullover mit dem Logo der Universität Regensburg entschieden. Fotos: Knobloch

Regensburg.Auf dem langen Tisch im Foyer vor der Mensa liegen T-Shirts und Kapuzenpullover, daneben stehen Tassen und Trinkflaschen – alle mit dem Logo der OTH Regensburg. Seit Oktober bietet die Hochschule in einem Online-Shop eigene Merchandise-Produkte an, an diesem Donnerstag Anfang Dezember auch direkt auf dem Campus. Vielen, die vorbeikommen, sind die Produkte noch neu. „Ich habe nicht gewusst, dass es sowas gibt“, sagt etwa Andi. „An sich ist das aber eine coole Idee“, findet der Student der Sozialen Arbeit. Ob er sich vorstellen könnte, ein T-Shirt mit Hochschul-Logo zu tragen? „Grundsätzlich ja. Ich studiere gerne hier“, meint Andi.

„Die Merchandise-Produkte sollen dazu beitragen, das Wir-Gefühl an der OTH Regensburg zu stärken“, sagt Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier. Studierende und Mitarbeiter könnten auf diese Weise ihre Identifikation mit der Hochschule zeigen. „Als Nebeneffekt wird damit auch der Name der OTH Regensburg breiter bekannt gemacht“, hofft der Präsident. Der Wunsch nach Merchandise-Produkten habe schon eine Weile bestanden, die Neugestaltung des Corporate Designs der Hochschule habe dann den Ausschlag für die eigene Produktpalette gegeben, so Baier.

Schwarz-weiß oder knallbunt

Seit Oktober können Studierende der OTH Regensburg Hoodies, T-Shirts, Tassen oder USB-Sticks mit Hochschul-Logo kaufen.

Schwarz auf weißem Grund prangen die drei Buchstaben OTH nun auf Schlüsselbändern, Taschen, Poloshirts oder Softshell-Jacken. Auf den T-Shirts und Pullovern zieht sich der minimalistische Schriftzug diagonal über die Brust. Die gesamte Kollektion ist in den Farben schwarz, weiß und grau gehalten. „Ich finde die Sachen schön, sie sind schlicht und zeitlos“, sagt BWL-Studentin Kristina. Eine Laptop-Tasche oder Trinkflasche wären etwas für sie, „die Pullis eher weniger“.

Knallbunt präsentieren sich dagegen die Merchandise-Produkte der Universität Regensburg, die Bücher Pustet auf dem Campus anbietet. An einer Stange hängen Baumwolltaschen in allen Regenbogenfarben, im Regal stehen bunte Tassen mit Uni-Logo, darunter liegen zusammengefaltete T-Shirts und Kapuzenpullover in mintgrün, rostrot, flieder oder petrol. Seit 2012 hat die Firma Pustet die Exklusivlizenz für den Vertrieb der universitären Merchandising-Produkte. „Wir haben klein angefangen und nach und nach die Kollektion erweitert“, sagt die zuständige Mitarbeiterin Regine Wolf.

Uni-Produkte gibt es aber schon länger: Das Siegel des Regensburger Brückenmeisters, das Hoheitszeichen der Universität Regensburg, war der Uni-Pressestelle zufolge bereits seit 1979 als Aufkleber erhältlich, seit 1990 wurde es auf T-Shirts gedruckt und seit 1997 konnte man sich Baseball-Kappen mit dem Uni-Siegel kaufen. „Inzwischen orientiert sich die Gestaltung der Merchandisingprodukte am Corporate Design der Universität Regensburg“, teilt die Pressesprecherin mit. Auf den T-Shirts und Tassen ist das aktuelle Logo der Universität zu sehen: die stilisierte Kugel mit den beiden Buchstaben UR wird umrahmt von dem Schriftzug Universität Regensburg und der Jahreszahl 1967.

Die Nachfrage nach den Merchandise-Produkten hat in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, hat Regine Wolf beobachtet. „Als wir 2012 mit dem Verkauf begonnen haben, war das noch völlig fremd.“ Neben Studierenden würden auch viele Ehemalige – etwa beim Uni-Sommerfest – die Produkte kaufen. Austauschstudenten und Kongressteilnehmer aus dem Ausland sind weitere Zielgruppen: „Die nehmen sich oft ein T-Shirt mit nach Hause“, sagt Wolf. Beliebt sind auch die bunten Baumwoll-Taschen: „Die werden oft als Mitbringsel gekauft.“ Während man die Kleidungsstücke auch im Online-Shop bestellen kann, gibt es die Taschen, Brotdosen und Kaffeetassen nur im Laden auf dem Campus zu kaufen.

Das Angebot der OTH Regensburg umfasst auch Tassen, Schlüsselbänder oder „Keykeepa“, also Schlüsselhalter, mit Logo. Foto: Knobloch

Hier hat sich BWL-Studentin Sophie gerade für einen hellblauen Kapuzenpullover entschieden, den sie gleich anprobiert. Ihre Kommilitonin Nicole muss noch etwas warten, weil die gewünschte Farbe nicht in ihrer Größe auf Lager ist. „Viele Studenten, die im Ausland waren, bringen so ein Kleidungsstück als Erinnerung mit zurück“, sagt Nicole. Auch die beiden Freundinnen möchten ein Stück Universität für Zuhause haben. „Wir sind ja stolz auf unsere Uni“, meint Sophie.

Ist damit das offizielle Ziel der Produkte erreicht, nämlich die Identifikation von Studierenden und Alumni mit der Universität Regensburg zu fördern? Für die 20-jährige Sophie zumindest ist die Verbindung zur Schule noch stärker als die zu ihrer Universität. Gerade bei einem Massenfach wie BWL würde man nur wenige Leute besser kennenlernen. „Ich würde schon zum zehnjährigen Abi-Treffen gehen, es aber komisch finden, wenn mich jemand zu einem Treffen ,10 Jahre Bachelor BWL‘ einlädt“, sagt Sophie. Ähnlich sieht es Bauingenieur-Studentin Amelie an der OTH Regensburg. „Die Hochschule ist anonymer als die Schule.“ Während sie selbst am Gymnasium stärker eingebunden war, würden andere aber – etwa durch das Engagement in der Fachschaft – an der Hochschule aufblühen.

Kontakt mit Ehemaligen halten

Dass die Mitarbeit in der Studierendenvertretung oder in studentischen Vereinen wie der USO, Dynamics oder Connecta die Identifikation der Studierenden mit der OTH Regensburg steigert, davon ist auch Präsident Baier überzeugt. Auch der Studienabschluss wurde aufgewertet: In den vergangenen Jahren hätten sich an den Fakultäten Abschlussfeiern mit Zeugnisübergabe etabliert. Dort werbe der Alumni-Service stets für das Alumni-Netzwerk der OTH Regensburg, so Baier.

Auch an der Universität gibt es mittlerweile an allen elf Fakultäten ein bis zwei Mal pro Jahr feierliche Abschlussfeiern – in einzelnen Fällen von der Fachschaft oder dem jeweiligen Alumniverein organisiert. Das war nicht immer so: Nach bestandener Abschlussprüfung sein Examenszeugnis in Empfang zu nehmen war lange Jahre ein ziemlich nüchterner Verwaltungsakt.

Der frühere Uni-Rektor Prof. Dr. Helmut Altner hatte daher Anfang der 1990er Jahre die Gründung des ersten Alumni-Vereins angeregt. Neben ESdUR, dem Verein der „Ehemaligen Studierenden der Universität Regensburg“ bieten heute elf weitere Alumnivereine und -gruppen den Ehemaligen die Möglichkeit, den Kontakt mit ihrer „Alma Mater“ zu halten. Dazu gibt es ein Alumni-Portal im Internet, einen monatlichen Newsletter sowie die Alumnicard, die Ehemaligen Rabatte bietet.

An der OTH Regensburg nutzt man soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, Xing und LinkedIn, um mit Studierenden und Ehemaligen in Kontakt zu bleiben. Wichtig ist Baier zufolge aber vor allem eines: „Umso zufriedener die Studierenden mit ihrem Studium sind, desto verbundener fühlen sie sich mit der OTH Regensburg.“

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