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Montag, 22. Januar 2018 7

Ski alpin

Drama um Skirennfahrer Luitz

Der Skirennfahrer reißt sich das Kreuzband im linken Knie – und verpasst Olympia. Es ist der zweite prominente Ausfall.

Der Skirennfahrer Stefan Luitz. Foto: Alessandro Trovati/Archiv

Alta Badia.Der deutsche Skirennfahrer Stefan Luitz hat sich beim Weltcup-Riesenslalom von Alta Badia ohne Sturz verletzt. Der Allgäuer brach seinen ersten Lauf auf der Gran Risa nach neun Sekunden und vier Toren ab und griff sich an das linke Knie. Wie schwer die Blessur ist und ob Luitz wie Felix Neureuther das Aus für die Olympischen Winterspiele im Februar droht, war am Sonntag zunächst unklar. Luitz wurde nach ersten Untersuchungen im Zielbereich zu einem MRT-Scan nach Innsbruck gebracht. „Das ist alles organisiert“, sagte Alpinchef Wolfgang Maier. Luitz selbst wollte vor der Abfahrt nach Tirol in einem Bus keine Auskunft geben.

Nach Angaben Maiers habe Luitz das Gefühl gehabt, dass ihm das Knie „seitlich aufgeklappt“ ist und er dann keinen Halt mehr verspürte. Der 25 Jahre alte Rennfahrer vom SC Bolsterlang habe gesagt, es fühle sich nicht wie ein Kreuzbandriss an - diese Verletzung hatte er sich Anfang 2013 im anderen Knie zugezogen.

Luitz war Medaillenfavorit

Luitz ist seit dem Kreuzbandriss von Neureuther der stärkste deutsche Skirennfahrer im Riesenslalom und hatte sich mit einem guten Start in den Olympia-Winter den Status eines Medaillenfavoriten für die Spiele in Südkorea erarbeitet. In den beiden ersten Weltcups dieser Disziplin war er als Dritter in Beaver Creek und Zweiter von Val d’Isère jeweils zu einem Podestplatz gefahren.

Auf Fragen nach einer ersten Diagnose oder einer Vermutung wollte Maier nicht antworten. Luitz war vom Teamarzt Österreichs, Christian Hoser, und dem Physiotherapeuten des Deutschen Skiverbands, Oliver Saringer, untersucht worden. Auch der deutsche Technik-Trainer Albert Doppelhofer, Luitz‘ Vater und Servicemann Ludwig Luitz und Maier waren bei der Untersuchung in dem Zelt im Zielbereich der Piste. Vor dem Eintreffen des Arztes hatte Luitz lange dagesessen und sich mit seiner Freundin unterhalten. Er lachte dabei immer wieder, hielt zwischenzeitlich aber auch den Kopf in beide Hände gestützt.

In den technischen Disziplinen dezimiert

Luitz konnte nach dem Ausfall selbstständig neben der Strecke ins Ziel fahren. Er war mit Nummer 1 gestartet. Im Gespräch mit anderen Athleten und Betreuern machten Luitz und sein Vater Gesten mit den Fäusten, die auf einen starken Schlag hindeuteten.

Das deutsche Team beklagt in der Saison bereits den Ausfall von Neureuther, der sich im November das Kreuzband riss und nach einer Operation Olympia verpassen wird. In den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom ist der Deutsche Skiverband durch den zu befürchtenden Ausfall von Luitz weiter dezimiert.

Fritz Dopfer ist nach überstandenem Schien- und Wadenbeinbruch im Slalom zwar schon wieder gut genug für Top-10-Plätze, von seiner Leistungsfähigkeit wie noch zu Zeiten von WM-Silber 2015 aber weit entfernt. Im Riesenslalom ist Dopfer dagegen derzeit wegen der Schmerzen im Bein nicht konkurrenzfähig. Von den gesunden deutschen Fahrern ist der erst 23 Jahre alte Alexander Schmid nun der formstärkste.


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