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Freitag, 24. November 2017 10° 4

Energie

E-Autos könnten Stromnetz überfordern

Nach Brancheneinschätzungen ist das Stromnetz in Bayern und Baden-Württemberg nicht auf E-Autos und Wärmepumpen vorbereitet.

Die Energiebranche warnt vor Überlastungen des Stromnetzes. Foto: Patrick Pleul/Archiv

München.Das Stromnetz in den Autoländern Bayern und Baden-Württemberg ist nach Brancheneinschätzungen nicht auf die erwartete Verbreitung von Elektroautos und Wärmepumpen vorbereitet. Die Energiewirtschaft geht davon aus, dass künftig deutlich höhere Lastspitzen auftreten als bisher, heißt es bei den Verbänden für Energie- und Wasserwirtschaft in den beiden Bundesländern. Zugleich geht die in Süddeutschland produzierte Strommenge zurück. Die vier Übertragungsnetzbetreiber erwarten in den Berechnungen für den Netzentwicklungsplan, dass die Stromproduktion im Süden nach Abschaltung des letzten Atomkraftwerks 2022 deutlich unter dem Bedarf liegen wird.

„Wir gehen davon aus, dass der Strombedarf steigt, insbesondere, wenn Bayern ein starker Industriestandort bleibt.“

Detlef Fischer (VBEW)

Denn die Energiebranche im Süden rechnet nicht damit, dass auch die Nachfrage sinkt – im Gegenteil: „Wir gehen davon aus, dass der Strombedarf steigt, insbesondere, wenn Bayern ein starker Industriestandort bleibt“, sagte Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW). Das liege vor allem an zwei Faktoren: elektrisch betriebene Wärmepumpen und Elektromobilität. Diese würden zu „deutlich höheren Spitzenlasten vor Ort führen als wir sie derzeit haben“, meint auch Torsten Höck, Geschäftsführer des baden-württembergischen Schwesterverbands VfEW.

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Sowohl in Bayern als auch in Baden-Württemberg deckten Atomkraftwerke bis zur Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 etwa die Hälfte des Strombedarfs. Inzwischen sind schon mehrere Atomkraftwerke vom Netz gegangen, das letzte soll Ende 2022 folgen. Ab dann wird der Atomstrom endgültig fehlen. (dpa)

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