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Bayern
Sonntag, 20. August 2017 23° 2

Interview

Erhalt alter Kunst ist wichtig

Kerstin Hafner sprach mit Thomas Grambole, Vorstand von „Königlich Bayerisches 2. Chevauleger Regiment Taxis e.V.“

Tom Grambole mit seinem Pferd Seppi, seinem treuen Begleiter und Offizierspferd bei den Auftritten mit dem Chevauleger Regiment Foto: Chevauleger

Wie sind Sie eigentlich zu diesem außergewöhnlichen Hobby gekommen, Herr Grambole?

Einige von uns sind schon lange Reiter und besitzen selbst Pferde. Als vor 25 Jahren die Westernreiterei nach Deutschland schwappte, haben wir an Nachstellungen amerikanischer Bürgerkriegsschlachten teilgenommen, und irgendwann am Stammtisch fragten wir uns, warum wir eigentlich nicht unsere eigene Geschichte darstellen, wo wir doch auf historisch so bedeutsamem Boden leben. Das war der Beginn des Chevauleger-Regiments. Unsere Mitglieder stammen aus ganz Bayern, von Amberg bis Rosenheim.

Aber mit Pferden muss man doch solche Gefechtssituationen üben, das sind ja Fluchttiere und fürchten sich vor Schlachtenlärm. Wie machen Sie denn das, wenn Sie so weit verstreut sind?

Es gibt schon Dinge, an die man Pferde auch alleine gewöhnen kann, jeder für sich, im heimatlichen Stall. Zum Beispiel an den Säbel, der seitlich vom Sattel baumelt und beim Galoppieren rasselt, an Pulverdampf und Schusslärm. Ein-, zweimal im Jahr treffen wir uns bei mir und üben das Formationsreiten gegeneinander oder gegen bewaffnete Infanteristen, das Pferde von Natur aus nicht mögen.

Früher war ein gut ausgebildetes Tier die Lebensversicherung für seinen Reiter ...

Stimmt. Wenn es scheute und der Mann herunterfiel, verlor er seinen Vorteil. Außerdem sind Pferde Herdentiere. Wenn das Leittier umdreht und die Flucht ergreift, neigen die anderen dazu, sich anzuschließen. Das ist auch heute noch so. Wenn mein Seppi, der als Offizierspferd vorausgehen muss, flüchten würde, wäre das fatal. Aber das macht er nicht.

Wie läuft so ein Eggmühl-Tag denn für Sie ab?

Wir schaffen im Vorfeld möglichst ideale Bedingungen und arrangieren die Anreise der Gruppen, aber am Tag X rotieren wir dann trotzdem immer wieder, weil alles drunter und drüber geht. (lacht) Aber mit Englisch, Französisch und ein paar Brocken Tschechisch kommt man dann schon klar. Im Grunde wissen alle Beteiligten ja, worum es geht. Der Stress entsteht daraus, gleichzeitig Organisator und Darsteller zu sein.

Sie sind gelernter Sattler und kümmern sich in Ihrer Werkstatt um die Lederarbeiten. Wen haben Sie denn noch in Ihrer Truppe, der Knowhow mitbringt?

Wir haben noch einen Metaller und zwei Schneiderinnen. Aber auch die anderen eignen sich immer mehr Fertigkeiten an. Neben der Authentizität ist uns der Erhalt alter Materialien und Handwerkskunst wichtig. 2015 habe ich für die Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ einen Helm angefertigt und bekam dafür eine persönliche Einladung zur Ausstellungseröffnung vom Ministerpräsidenten.

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