mz_logo

Bayern
Samstag, 21. Oktober 2017 19° 3

olympia 2018

Gegner starten Bürgerbegehren

Das Ereignis ist in den Augen der Kritiker zu groß für Garmisch-Partenkirchen. Die Politik spricht von gezielter Desinformation.

Noch bevor Olympia 2018 überhaupt an München vergeben ist, tobt ein Streit zwischen Gegnern und Befürwortern.

Garmisch-Partenkirchen. Die Gegner der Olympischen Winterspiele 2018 haben in Garmisch-Partenkirchen ihr Bürgerbegehren gestartet. Sie begannen am Dienstag mit dem Sammeln von Unterschriften gegen die sportliche Großveranstaltung, wie einer der Initiatoren sagte.

Bundespräsident Christian Wulff bekräftigte unterdessen in München seine Unterstützung für die Bewerbung. FDP, Freie Wähler und die Bewerbungsgesellschaft kritisierten das Vorgehen der Gegner.

Die Initiatoren wollen nach eigenen Angaben einen Bürgerentscheid gewinnen, „damit die Verträge geprüft und nach Möglichkeit diese Bewerbung beendet wird“. Die Gegner begründen ihre Ablehnung der Spiele unter anderem damit, dass sie „zu groß“ für Garmisch-Partenkirchen seien.

Forderung nach einem Ratsbegehren

Die CSU-Gemeinderatsfraktion in Garmisch-Partenkirchen teilte mit, der Gemeinderat solle ein „Pro-Olympia 2018 formuliertes Ratsbegehren“ auf den Weg bringen.

Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 erklärte: „Wir sind nach der erfolgreichen Ski-WM mehr denn je überzeugt, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland wünscht.“ Repräsentative Umfragen hätten ergeben, dass annähernd zwei Drittel der Bürger in Garmisch-Partenkirchen die Spiele befürworteten.

Bundespräsident Wulff sagte im Münchner Rathaus, er wünsche sich „von Herzen“, dass München die erste Stadt werde, die die Olympischen Sommer- und Winterspiele ausrichte. Die bayerische Landeshauptstadt biete „glänzende Voraussetzungen“. Es wäre „für München, aber auch für Deutschland eine Ehre“, wenn man vor einem weltweiten Milliardenpublikum mit den Spielen aufschlagen würde.

„Ergebnis gezielter Desinformation“

Die Sport-Expertin der FDP im bayerischen Landtag, Julika Sandt, sagte, das Bürgerbegehren sei das „Ergebnis gezielter Desinformation“. Garmisch-Partenkirchen habe mit der Ski-WM „eindrucksvoll demonstriert, dass dort sportliche Großereignisse hervorragend ausgerichtet werden können und auch auf die breite Zustimmung innerhalb der Bevölkerung stoßen“.

Der stellvertretende Fraktionschef der Freien Wähler, Florian Streibl, sagte, er hoffe sehr, dass diese „einmalige Chance für die Region“ durch die Gegner nicht aufs Spiel gesetzt werde. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) habe auf seine Anfrage hin „schriftlich bestätigt, dass Bund und Freistaat gemeinsam mit der Landeshauptstadt München für etwaige finanzielle Belastungen durch Olympia 2018 gerade stehen werden“.

Ab 1. März will die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gesandte Evaluierungskommission die Bewerbung von München und Garmisch-Partenkirchen mehrere Tage lang überprüfen.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht