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Bayern
Montag, 26. Juni 2017 27° 5

Theater

Georg Sosani, Gesicht der Traumfabrik

Vor 20 Jahren lernte der Mimenkünstler Traumfabrikgründer Pawelke kennen. Mit Angelika Lukesch sprach er über seine Kunst.
von Angelika Lukesch, MZ

Georg Sosani ist bei den Traumfabrik-Galas vom 28. bis 31. Dezember im Regensburger Audimax auf der Bühne zu sehen. Foto: Lana Lobiladze

Regensburg.Wie lernten Sie Rainer Pawelke und die Traumfabrik kennen?

Mit 24 Jahren kam ich mit der georgischen Theatergruppe „Mimodram“ nach Deutschland. Dort hat Rainer Pawelke mich kennengelernt und war von meinen Fähigkeiten überzeugt. Zunächst wurde ich als Solist immer wieder zur Traumfabrik eingeladen. Später hatten wir gemeinsame Projekte, zum Beispiel das Multimedia Theater „Faust sprachlos“, ein Bilder-, Musik-, Tanz- und Mimentheater nach Motiven von Goethes Faust, bei dem ich als Choreograf tätig war und Rainer Pawelke Regie führte. Das Besondere bei dieser Inszenierung waren überdimensionale Projektionen auf einer durchsichtigen Spezial-Leinwand, hinter der die Schauspieler wie in einem dreidimensionalen Bild agierten. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Aufführung ganz ohne Worte, nur über Tanz und Bewegung, inszeniert wurde.

Wie lange sind Sie schon bei der Traumfabrik und welche Funktion haben Sie?

Seit 2000 war ich jedes Jahr als Solist bei den Traumfabrik-Aufführungen an Weihnachten in Regensburg dabei. Da ich bereits einige Wochen vor den Aufführungen zu den Proben nach Deutschland kommen musste, habe ich bei Maria Ruffing und Rainer Pawelke gewohnt. Daraus hat sich eine tiefe Freundschaft entwickelt. Wir sind wie eine Familie. Rainer Pawelke und Maria Ruffing haben es ermöglicht, dass ich in Deutschland bleiben konnte. Seit 2008 wohne und arbeite ich in Deutschland und habe die Ausbildung des Traumfabrik-Ensembles übernommen. Seit einigen Jahren bin ich auch als Choreograf bei der Traumfabrik tätig. Natürlich stehe ich nach wie vor auch als Solist und Ensemble-Mitglied auf der Bühne.

Was ist besonders an der Traumfabrik?

Das Besondere an der Traumfabrik hat für mich zwei Dimensionen – eine künstlerische und eine private. Die Mischung der Traumfabrik-Show ist einzigartig. Sie lässt sich in kein bestehendes Genre einordnen. Alles ist möglich. Man ist nicht begrenzt auf Tanz oder Schauspiel oder Akrobatik, sondern kann alle Möglichkeiten nutzen, um sich auszudrücken. Vor allem werden auch moderne Medien wie Projektionen, Bilder und Livestream eingesetzt, die sowohl auf die Ensemble-Mitglieder als auch auf die Zuschauer große Faszination ausüben. Es macht auch Spaß, mit all den Möglichkeiten zu spielen, die das Schwarze Theater bietet. Entscheidend ist jedoch, dass alles auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau auf die Bühne gebracht wird. Das ist Rainer Pawelkes Verdienst, und das habe ich mit ihm gemeinsam. Jedes Detail muss stimmen. Erst dadurch erreicht man Qualität. Etwas Besonderes sind auch die Gastkünstler, die stets in die Gesamtinszenierung der Traumfabrik integriert werden.

Sie werden oft als Mimenkünstler bezeichnet. Welche Künste beherrschen Sie noch?

Ich bin Schauspieler und hatte als Zusatzfach Pantomime. Bei einem Mimenkünstler steht der Ausdruck ohne Worte im Vordergrund. Natürlich spielt dabei die perfekte Beherrschung der Körpersprache, Gestik und Mimik eine große Rolle. Aber auch akrobatische und tänzerische Elemente gehören dazu. Es gibt keine Bezeichnung für das, was ich mache. Es ist eine Synthese aus unterschiedlichen Kunstbereichen. Ich greife Impulse aus allen möglichen Sparten auf, aus der Musik, Film, Tanz, Akrobatik, Impulse aus dem Alltag, komische oder auch dramatische Situationen. Als Künstler geht man immer wachen Auges durch die Welt und kann aus allem Anregungen bekommen.

Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken oder bewirken?

Ich mache das, was ich am besten kann und will es genießen, so weit es geht. Ich genieße jeden Applaus. Applaus ist der Beweis, dass dem Publikum gefällt, was ich mache, und auch die Zuschauer es genießen. Mal geht es darum, einfach Spaß zu haben, mal darum, nachdenklich zu werden. Das, was ich aussende, kommt wie ein Bumerang zu mir zurück.

Beschreiben Sie die Traumfabrik mit drei Worten.

Anders – gut – verdammt gut!

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