mz_logo

Bayern
Montag, 20. November 2017 7

Kunst

Gericht: Gurlitts Testament ist gültig

Die millionenschwere Kunstsammlung kann nun an das Kunstmuseum Bern gehen, wie das OLG München am Donnerstag mitteilte.

Cornelius Gurlitts Grab. Foto: Martin Gerten/Archiv

München.Das Testament des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ist nach Auffassung des Oberlandesgerichts München gültig. Damit kann die millionenschwere Kunstsammlung nun an das Kunstmuseum Bern gehen, wie das OLG am Donnerstag mitteilte. Das Gericht ließ die Revision nicht zu.

Der 2014 verstorbene Gurlitt, in dessen Schwabinger Wohnung und Salzburger Haus mehr als 1200 Kunstwerke gefunden wurden, hatte seine millionenschwere Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Seine Cousine Uta Werner aber zweifelte das Testament an und erhob selbst Anspruch auf die Sammlung. Sie gab an, dass Gurlitt nicht in der geistigen Verfassung war, ein Testament zu machen. Das Gericht widersprach dieser Auffassung. Viele der Bilder aus Gurlitts Sammlung stehen noch immer im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

Nach dem Urteil meldete sich Werner zu Wort und sagte, dass das Gericht den Geisteszustand ihres Cousins falsch eingeschätzt habe. „Cornelius Gurlitt war in der Vorstellung gefangen, er müsse seine Bilder vor den Nazis retten, die in seiner Wahnvorstellung immer noch eine Bedrohung darstellten. Dass er den einzigen Weg dazu in der Schweiz sah, ist unzweifelhaft Ausdruck dieser traurigen Verwirrung.“

„Ein Großteil der Bildersammlung repräsentiert einen Teil deutscher Geschichte, der uns an schreckliche Zeiten erinnert. Dort, wo damals Unrecht begangen wurde, sollte heute Aufklärung und Wiedergutmachung stattfinden. Deshalb hätten wir die Bilder im ureigensten Interesse unseres Landes sehr gerne in Händen von Museen und Wissenschaft in Deutschland gesehen“, sagte Werner. Das Erbschein-Verfahren ist mit dem OLG-Urteil abgeschlossen. Allerdings kann Uta Werner noch ein Zivilverfahren anstreben. Darüber wollen Juristen und Familie nun beraten.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) begrüßte dagegen das Urteil. „Es ist gut, dass wir alle nun Klarheit haben, wer das Erbe von Cornelius Gurlitt antritt“, sagte sie am Donnerstag laut Mitteilung in Berlin. „Diese Entscheidung hilft uns, die Aufklärung des Kunstfundes zügig und transparent fortzusetzen.“ Mit dem Urteil sei auch endlich der Weg frei für die geplante gemeinsame Ausstellung des Kunstmuseums Bern und der Bundeskunsthalle in Bonn im kommenden Jahr.

Weitere Kulturnachrichten finden Sie hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht