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Vermögen

Gläubiger fordern 6,5 Millionen

Der Insolvenzverwalter der Triple A rechnet mit einem jahrelangen Verfahren. Das gesamte bekannte Privatvermögen des Vorstands wurde arrestiert.

Vor dem Amtsgericht Regensburg trafen sich am Dienstag die Gläubiger der Triple A. Foto: dpa

Regensburg. Insolvenzverwalter Stefan Debus hat die 85 Gläubiger der Triple A Vermögensverwaltung AG auf ein langes Verfahren eingestimmt. Bei der Gläubigerversammlung am Dienstag beim Amtsgericht Regensburg teilten Debus und sein Mitarbeiter Wolfgang Stölzel von der Münchner Rechtsanwaltskanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen mit, dass das insolvente Unternehmen als solches keine Vermögenswerte mehr habe. Stölzel ergänzte zudem, dass die in der Bilanz ausgewiesenen Umsatzerlöse der Triple A, nicht an die Summe hinreiche, die sich bei den Anlegern an Schaden angesammelt habe. Die Triple A hatte ihren Kunden insbesondere sogenannte Factoring-Verträge vermittelt.

Die Forderungen der Gläubiger gegenüber dem insolventen Unternehmen aus Abensberg belaufen sich auf insgesamt rund 6,5 Millionen Euro. Ob die Forderungen befriedigt werden können, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat das gesamte bekannte Privatvermögen des Vorstands der Triple A, eine auch als Maklerin tätige Frau, arrestiert. Insolvenzverwalter Debus führte aus, dass es sich dabei um Immobilienvermögen, Versicherungsansprüche, Mietansprüche, Ansprüche aus Einkommen und Bankkonten handle. Derzeit haben die Insolvenzverwalter 17000 Euro in ihrem Topf. Was aus Sicht der Insolvenzverwalter noch geprüft werden muss, ist, welche Ansprüche gegen Mitglieder des Aufsichtsrates der Triple A möglich sind. Es gebe noch Unsicherheiten wegen der Haftung, sagte Stölzel.

Die Triple A hatte ein gezeichnetes Kapital von rund 51000 Euro. Die Aktiengesellschaft war demnach wohl zu klein, um prüfungspflichtig zu sein. Auch eine freiwillige Prüfung ist allem Anschein nach nicht erfolgt. Die im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschlüsse der Triple A weisen seit dem Berichtsjahr 2007 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Millionenhöhe aus, der sich von Jahr zu Jahr weiter erhöhte. Im Berichtsjahr 2011 belief sich dieser Fehlbetrag auf knapp 2,8 Millionen Euro. Um eine insolvenzrechtliche Überschuldung abzuwenden, verpflichtete sich der Vorstand – die Frau war auch Alleinaktionärin – durch eine harte Patronatserklärung, die Gesellschaft so auszustatten, dass die Überschuldung zurückgeführt werden kann. Patronatserklärungen sind Instrumente, um Verbindlichkeiten abzusichern. Es wird zwischen harten und weichen Patronatserklärungen unterschieden. Harte Patronatserklärungen sind rechtsbindend. Sie behinhalten eine Einstandspflicht. Im Jahresabschluss 2011, der Anfang 2013 veröffentlicht wurde, wird der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf mehr als 3,5 Millionen Euro beziffert. (ct)

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