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Samstag, 21. Oktober 2017 19° 1

Fremdenhass

Griechische Rassisten in Bayern aktiv?

Bayerische Verfassungsschützer beobachten griechische Rechtsextreme – angeblich soll es eine „Zelle“ der Rassistenpartei Chryssi Avgi in Nürnberg geben.

Seit einiger Zeit soll die rechtsextreme griechische Partei Chryssi Avgi Kontakt zur Neonazi-Szene in Bayern unterhalten. Foto: dpa

Nürnberg. Die rechtsextreme griechische Partei Chryssi Avgi („Goldene Morgenröte“) unterhält nach Informationen des Verfassungsschutzes seit einiger Zeit Kontakt zur Neonazi-Szene in Bayern. Vertreter beider Gruppen träfen sich regelmäßig auf rechtsextremistischen Veranstaltungen im Ausland, berichtete das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz am Montag auf Anfrage. Chryssi Avgi ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes dem extrem rechten politischen Spektrum zuzuordnen.

Verfassungsschutz beobachtet weitere Entwicklungen

Hinweise auf ein Büro der Partei in Nürnberg, über das mehrere Medien am Montag berichtet hatten, lägen dem bayerischen Verfassungsschutz nicht vor. „Dazu kann ich nichts sagen. Wir behalten die Entwicklung aber im Auge“, sagte ein Behördensprecher. Die auch im Athener Parlament vertretene Partei Chryssi Avgi steht im Verdacht, Einwanderer aus Asien und Afrika attackiert zu haben.

Nach Informationen der „Nürnberger Zeitung“ soll die rechtsextreme Partei in Nürnberg eine „Zelle“ gegründet haben“. Das Blatt beruft sich dabei auf die griechische Webseite von Chryssi Avgi. Die Nürnberger Zelle sei die Antwort der Auslandsgriechen „auf die dreckigen Hippies und das Regime der demokratischen Diktatur in unserer Heimat“. Mehrere Webseiten antifaschistischer Gruppen berichten zudem von Treffen von Chryssi Avgi-Vertretern mit Angehörigen des rechtsextremen „Freien Netzes Süd“ in Nürnberg.

Griechische Gemeinde distanziert sich von Partei-Plänen

Unterdessen hat sich die Griechische Gemeinde Nürnberg „einstimmig und kategorisch“ von den angeblichen Plänen der Chryssi Avgi distanziert, in Nürnberg eine Niederlassung der Partei zu gründen. „Rassistische Parolen, intolerante Botschaften und das Schüren von Fremdenfeindlichkeit, Spaltung und Ängsten haben keinen Platz in der Griechischen Gemeinde“, heißt es in einer Erklärung auf der Internetseite der Gemeinde. Ein solche Partei wäre in der Stadt Nürnberg „ein Fremdkörper“ und würde „von allen in unserer Region lebenden Griechen als Feind angesehen“.

Die Partei Chryssi Avgi ist im griechischen Parlament mit 18 Abgeordneten vertreten. Sie hatte in den vergangenen Monaten vor allem im Zusammenhang mit Übergriffen auf Ausländer für Schlagzeilen gesorgt. Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Parlament in Athen deswegen die Immunität des Chryssi Avgi-Abgeordneten Konstantinos Barbarousis aufgehoben. (dpa/lby)

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