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Bayern
Freitag, 19. Januar 2018 4

Kommentar

Machtkampf a la Grüne

Ein Kommentar von Christine Schröpf, MZ

So geht die Kür von Spitzenkandidaten also auch: friedlich und ohne angespitzte Ellbogen. Das grüne Trio mit seinen unterschiedlichen Temperamenten hält beim Urwahl-Schaulaufen natürliche Rivalitäten im Zaum. Damit erteilen die Grünen der Regierungspartei CSU eine Lektion, die das ganz anders praktiziert hat. Auch die SPD erhält ein Lehrbeispiel: Die Lust auf Regierungsverantwortung und die Chance, eigene politische Akzente zu setzen, ist größer als die Sorge, im Wettbewerb mit einem potenziellen Koalitionspartner in der Wählergunst unterzugehen. Die Grünen sind selbstsicher genug, um zu wissen, dass das kein von Gott gewolltes Schicksal ist.

Eine sticht unter den drei Kandidaten heraus: die verbale grüne Schnellfeuerwaffe Katharina Schulze. Von ihr können Zweifler in anderen Parteien lernen, dass Frauenquote und Qualität kein Widerspruch sind. Nahezu unerschöpfliche Energie gepaart mit Spielfreude hat sie schon beim Münchner Bürgerbegehren gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen bewiesen. Da sie als weiblicher Part des künftigen Spitzenduos schon vor dem Urwahlergebnis de facto feststeht, wird das nun bis zum Landtagswahltermin am 14. Oktober für eine breitere Öffentlichkeit zu beobachten sein.

Mag Schulzes übersprudelndes Naturell vielleicht für manche an manchen Tagen auch ein wenig überfordernd sein: Sie ist das personifizierte Gegenkonzept zur Politikverdrossenheit. Auch das ist ein wichtiges Signal.

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