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Bayern
Dienstag, 24. Oktober 2017 5

Kommentar

Härtetest

Ein Kommentar von Christine Schröpf, MZ

Umfragen sind kein Evangelium. Das hat nicht erst die jüngste Vergangenheit gelehrt. Es ist also nicht auszuschließen, dass die bayerische SPD in der aktuellen Flaute wieder an Fahrt gewinnt und bei der Bundestagswahl zumindest ein passables Ergebnis erzielt. Mindestens genauso gut möglich ist allerdings, dass die in Niederlagen stark erprobten Genossen am 24. September den nächsten Tiefschlag einstecken müssen. Alles, was unter dem 20-Prozent-Ergebnis von 2013 liegt, fällt in diese Kategorie.

Ein Absacken würde zum frühen Härtetest für Parteichefin Natascha Kohnen und ihren rührigen Generalsekretär Uli Grötsch, die erst im Mai das Ruder übernommen haben. Mit der bevorstehenden Regierungsbildung in Berlin folgt die nächste Belastung. Aus Sicht der bayerischen SPD droht eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera: Auf eine neue große Koalition hat man nach den Erfahrungen der vergangenen vier Jahre keine Lust. Man fürchtet, in der Wählergunst weiter zu sinken. Doch auch die Alternative ist nicht berauschend. Im schlimmsten Fall wäre das aus SPD-Perspektive eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen, mit der SPD neben Linken und AfD auf der Oppositionsbank.

Es bleibt also so oder so kompliziert. Eine schwere Bürde vor der Landtagswahl 2018 in Bayern.

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