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Bayern
Sonntag, 19. November 2017 7

Wetter

Im Staatswald wird aufgeräumt

Der Holzmarkt ist wegen des Borkenkäferbefalls bereits angespannt. Nach dem Unwetter kommt noch mehr Holz in den Verkauf.

Fast eine Woche nach dem Unwetter sind die Aufräumarbeiten in den geschädigten Wäldern Niederbayerns in vollem Gange. Foto: Wolfgang Thieme/Archiv

Neuburg am Inn.Fast eine Woche nach dem Unwetter sind die Aufräumarbeiten in den geschädigten Wäldern Niederbayerns in vollem Gange. In den beiden besonders betroffenen Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau sei im Staatswald so viel Holz dem Sturm zum Opfer gefallen, wie sonst in einem ganzen Jahr geschlagen werde, sagte Reinhardt Neft, Vorstand bei den Bayerischen Staatsforsten. Nun gelte es, umgestürzte oder abgebrochene Bäume schnellstmöglich aus den Wäldern zu schaffen, um die Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern, erläuterte Neft am Donnerstag in Neuburg am Inn (Landkreis Passau).

Es sei noch gar nicht möglich gewesen, sich einen Überblick über den gesamten Schaden zu verschaffen, ergänzte Gudula Lermer, Leiterin des Forstbetriebes Neureichenau, der für die beiden besonders betroffenen Landkreise zuständig ist. Unzählige Bäume seien wie Streichhölzer umgeknickt. Auch Laubbäume, die stabiler sind als Nadelhölzer, seien betroffen. Ab einer Windgeschwindigkeit von etwa 130 Stundenkilometern werde es nämlich auch für Eichen und Buchen schwierig.

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Bei den Aufräumarbeiten stehe die Sicherheit im Vordergrund, sagte Neft. Die Mitarbeiter seien mit entsprechender Technik ausgestattet. Mit Holzernte-Fahrzeugen, sogenannten Harvestern, sind sie derzeit quasi im Dauereinsatz. Die Baumstämme werden entastet, aus den Wäldern gezogen und an Sammelstellen abgelegt, wo sie von Holzlastern abgeholt und in Lager gebracht werden.

Aus Solidarität mit den privaten Holzbesitzern haben die Bayerischen Staatsforsten am Mittwoch einen Einschlagsstopp bis Ende November 2017 angekündigt. So soll die sowieso schon angespannte Situation auf dem Holzmarkt nicht weiter belastet werden. Für Waldbauern, die technische Unterstützung benötigten, stehe ein Harvester zum Ausleihen zur Verfügung.

Die orkanartigen Sturmböen vom vergangenen Freitag hatten in den Wäldern im Freistaat schwere Verwüstungen hinterlassen und ersten Schätzungen zufolge mindestens zwei Millionen Kubikmeter Schadholz verursacht. Mehr als 90 Prozent davon entfallen nach Angaben des Agrarministeriums auf die Landkreise Passau und Freyung-Grafenau. Spaziergänger sind angehalten, aus Sicherheitsgründen nicht in die betroffenen Waldgebiete zu gehen. (dpa)

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