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Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Fussball

Jahn-Fans machen Front gegen Schober

13 Fanclubs stellen sich hinter den Aufruf „Stop – Finger weg von unserem Jahn“. Initiative kündigt weitere Proteste an.
Von Heinz Gläser, MZ

Treffpunkt der treuen Jahn-Fans: Auf der Hans-Jakob-Tribüne der Continental-Arena wächst der Unmut über den Investor. Foto: Brüssel

Regensburg.Die Fan-Proteste gegen den umstrittenen Jahn-Investor Philipp Schober dauern unvermindert an. Bereits Anfang Juli kursierte im Internet (www.ultras-regensburg.de) ein Aufruf unter dem Titel „Stop – Finger weg von unserem Jahn“, der nach den Worten des Jahn-Vorstandsvorsitzendem Hans Rothammer zwar nicht vom Verein initiiert, vom Regensburger Fußball-Zweitligisten jedoch ausdrücklich begrüßt wurde.

Nun versammeln sich hinter dem identischen Motto „Stop – Finger weg von unserem Jahn“ 13 namentlich genannte Gruppierungen, von den Ultras Regensburg über „Power vom Tower“ und den „Red White Angels“ bis hin zu den Jahn-Fans Tangrintel und den „Fans aus Halle 10“. Gemeinsames Ziel sei es, die Aktivitäten zu bündeln.

Die Fan-Initiative formuliert ihre Anliegen so: „Philipp Schober ist als Investor beim SSV Jahn nicht willkommen. Sein Ausstieg soll baldmöglichst herbeigeführt werden.“ Weiter heißt es: „Alles, was zum SSV Jahn gehört, soll auch wieder zu 100 Prozent im Vereinsbesitz sein. Die Werte des SSV Jahn Regensburg, insbesondere die Bodenständigkeit und Glaubwürdigkeit, sollen dauerhaft erhalten bleiben.“ Die Fan-Initiative wirft Schober „realitätsferne Visionen vor“, zudem seien Hintergründe und Motive seines Einstiegs beim Regensburger Traditionsverein „absolut undurchsichtig“.

Transparente auf der Tribüne

„Unabhängig von der Person Schober“ seien Investoren in einem Fußballklub „unerwünscht“, da sie nur an der persönlichen Profilierung oder Rendite interessiert seien. „Für beides taugt der SSV Jahn nicht“, heißt es in dem im Internet veröffentlichten Text der Fan-Initiative.

Beim Zweitliga-Heimspiel Ende August gegen Kiel hatten Fans auf der Hans-Jakob-Tribüne Transparente entrollt, auf denen sie Aussagen Schobers in einem Interview des Bayerischen Fernsehens ins Reich der Fabel verwiesen. Der 32-Jährige hatte in der TV-Sendung unter anderem von Morddrohungen gegen seine Person gesprochen und beklagt, er werde wegen seines Engagements beim Jahn in seinem privaten Umfeld belästigt.

Philipp Schobers Einstieg bei Jahn Regensburg: Eine Chronologie:

Die Fan-Initiative „Stop!“ kündigt weitere Protestaktionen gegen Schober an und fügt hinzu: „Bis zum Erreichen der Ziele wird es mit Sicherheit ein langer, steiniger Weg werden. Wichtig ist, dass wir in dieser Angelegenheit nie wieder Ruhe geben, bis diese Ziele erreicht sind.“ Auf Nachfrage unseres Medienhauses bestätigt Franz Preuß, der Vorsitzende von „Power vom Tower“, die gemeinsame Haltung der Fanclubs. Details zu eventuell geplanten Protestaktionen wolle er allerdings nicht nennen. Begründung: „Wir wollen uns ja den Überraschungseffekt nicht nehmen lassen.“

Unterlassungserklärung gefordert

Philipp Schober hält seit seinem Einstieg beim SSV Jahn Anfang Juni über seine Firma Global Sports Invest AG rund 90 Prozent der Anteile an der GmbH & Co. KGaA. Nach einer Flugblattaktion von Fans am Rande des Heimspiels gegen Nürnberg am 6. August hatte er bereits eine Unterlassungserklärung vom Klub gefordert.

Jüngst war Schober mit dem Versuch, der Mittelbayerischen Zeitung Passagen ihrer Berichterstattung zu untersagen, vor dem Landgericht Regensburg gescheitert. Sein Antrag auf Unterlassung wurde in allen Punkten zurückgewiesen, Schober hat die Kosten des Verfahrens zu tragen, entschied das Gericht in einem am Dienstag verkündeten Urteil.

In einem zweiten Verfahren vor dem Landgericht Regensburg hatten sich Schober und der Verlag der Mittelbayerischen Zeitung geeinigt, dass Schober zu zwei Punkten der Berichterstattung – seiner früheren Tätigkeit beim VW-Konzern sowie dem Verkauf der mainspo GmbH – Stellung beziehen kann und die MZ seine Sicht der Dinge unkommentiert veröffentlichen wird. Zudem haben Schober und die MZ vereinbart, zu den Hintergründen seines Investments beim Jahn und den Diskussionen hierüber ein weiteres Redaktionsgespräch zu führen.

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