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Prozesse

Kreissägen-Prozess. Zwölf Jahre Haft

Eine Studentin tötete ihren Freund beim Sex mit einer Handkreissäge. Sie muss lange hinter Gitter, so das Münchner Urteil.

Die wegen Mordes angeklagte Gabriele P. sitzt auf der Anklagebank des Münchener Landgerichts. Foto: Matthias Balk/Archiv

München.Im Prozess um ein brutales Gewaltverbrechen mit einer Handkreissäge in einer Studenten-WG fiel am Freitag das Urteil. Der 32-jährigen Studentin wurde vor dem Landgericht München I vorgeworfen, ihren Freund 2008 beim Sex getötet zu haben. Die Frau muss zwölf Jahre und sechs Monate in Haft – wegen Totschlags. Damit folgte das Gericht dem Plädoyer der Verteidigerin.

Die Anklage hatte lebenslange Haft für die Frau gefordert – wegen heimtückischen Mordes. Die Verteidigung hatte auf Totschlag und eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren plädiert.

Als Beweismittel galten der Staatsanwaltschaft unter anderem Aufzeichnungen der Studentin, die diese zwei Jahre nach der Tat angefertigt hatte. Darin schilderte sie das Verbrechen. Ihr Freund sei dabei ans Bett gefesselt gewesen. Weil er eine zugeklebte Taucherbrille trug, konnte er nichts sehen.

Das Motiv: Angst vor Sexspielen?

Vor Gericht hat die Pädagogik-Studentin das Verbrechen gestanden. Die Umstände der Tat blieben allerdings bis zuletzt unklar. Als Tatmotiv gab die Angeklagte Angst vor ihrem Lebensgefährten an. Ihr damaliger Freund habe sie jahrelang gedemütigt und zu Sexspielen gezwungen, die sie nicht wollte.

Sie könne sich nach wie vor nur daran erinnern, „die Kreissäge nach vorne gedrückt zu haben“, sagte sie vor Gericht. Wie es dazu gekommen sei, wisse sie nicht. Für ihre Verteidigerin eine glaubhafte Aussage: „Damit sie überhaupt weiterleben kann, musste sie eine Strategie entwickeln, deswegen hat sie es erfolgreich verdrängt“, sagte sie im Anschluss an ihr rund einstündiges Plädoyer.

Erst 2016 kam die Tat ans Licht. Mit ihrem neuen Freund hatte die Angeklagte den Toten im Garten ihrer Wohngemeinschaft vergraben. Der Verlobte sitzt deswegen bereits im Gefängnis.

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