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Bayern
Donnerstag, 23. November 2017 10° 3

Kabinett

Land präsentiert Projekte für Digitalisierungsoffensive

Bildung, Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz: Der Freistaat steckt in den kommenden Jahren viel Geld in die Digitalisierung. Schon 2018 sollen die ersten Ergebnisse sichtbar sein.

München.Die bayerischen Ministerien haben mit der Umsetzung der Digitalisierungsoffensive begonnen und die ersten Projekte auf den Weg gebracht. Vor allem in den Bereichen Bildung, Sicherheit, Umweltschutz und Gesundheit sollen schon im kommenden Jahr Akzente gesetzt werden. „Bei der Umsetzung der konkreten Projekte merkt man, dass das Programm alle Lebensbereiche der Menschen tangiert“, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Mit dem „Masterplan Bayern Digital II“ investiert die Staatsregierung bis Ende 2022 drei Milliarden Euro zusätzlich in die Digitalisierung. Für das kommende Jahr wurden 219 Millionen Euro im Nachtragshaushalt eingeplant. Eine Übersicht über die ersten Projekte.

SICHERHEIT: Die Polizei soll eine „digitale Professionalisierung“ erfahren. „Es ist selbstverständlich, dass man ein Bild von jemandem, eine Tatortspur oder einen Landkartenausschnitt nicht mehr faxen muss. Wir haben das alles auf dem Smartphone“, sagte Huber.

Diese Entwicklung müsse sich in der Ausstattung der Polizei - etwa mit Tablets in den Fahrzeugen - widerspiegeln. Huber sprach vom „digitalisierten Streifenwagen“. Zudem solle ein geschützter Polizei-Messenger-Dienstes entwickelt, die IT-Systeme verbessert und die „Cybercrime“-Kommissariate ausgebaut werden.

VERKEHR: Auch im Verkehr soll die Digitalisierung einiges erleichtern, etwa mit einem digitalen Baustellenmanagement, besseren Warnsystemen sowie einem Parkplatzinfosystem für Lastwagenfahrer. In öffentlichen Verkehrsmitteln soll der Mobilfunkempfang verbessert und elektronische Tickets weiter etabliert werden.

UMWELTSCHUTZ: Kommunen, Bürger, die Wirtschaft, Verbände und Universitäten sollen künftig schneller über Wetterextreme informiert werden können. Dazu wird ein bayerisches Klimainformationssystem aufgebaut. Das System soll durch die Vernetzung der Klimadaten auch der Forschung helfen. Das Umweltministerium will zudem mit digitalen Hilfsmitteln den Hochwasserschutz voranbringen.

GESUNDHEIT: Durch die Digitalisierung stehen im Gesundheitsbereich immer mehr Daten zur Verfügung. Detailliert ausgewertet, sollen sie genauere Diagnosen ermöglichen. Außerdem könnten technologische Hilfsmittel dafür sorgen, dass Menschen im Alter länger in ihrer gewohnten Umgebung leben könnten, sagte Huber. Bei der Pflege sieht er ebenfalls Verbesserungsmöglichkeiten durch die Digitalisierung: „Roboter sollen nicht den Arzt ersetzen, aber sie sollen helfen, dass der Arzt mehr Freiheiten für menschliche Zuwendungen hat.“

BILDUNG: An bayerischen Schulen sollen digitale Klassenzimmer zur Regel werden. Die Staatsregierung legt dafür ein Förderprogramm in dreistelliger Millionenhöhe auf, um die Kommunen bei der Einrichtung zu unterstützen. Zudem soll eine Fortbildungsoffensive die Lehrer mit der neuen Technik und neuen Ausbildungsinhalten vertraut machen. Die Bildung sei einer der wichtigsten Bereiche im Masterplan, sagte Huber. Junge Leute bräuchten die Kompetenz, um sich in der digitalen Welt zurecht finden können.

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