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Bayern
Samstag, 25. März 2017 16° 3

Gedenkfeier

Landtag gedenkt der NS-Opfer

Der Landtag hat neue Wege beim Gedenken an die NS-Schreckensherrschaft beschritten. Er veranstaltete die Feier in einem früheren KZ-Außenlager.

Die alljährliche Gedenkfeier des Landtags an die NS-Opfer findet am Donnerstag in dem ehemaligen Lager in Landsberg am Lech statt. Foto: dpa

München. Erstmals hat der Bayerische Landtag in einem ehemaligen KZ-Außenlager an die Schreckensherrschaft der Nazi-Diktatur erinnert. Drei Tage vor dem Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus warnte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, am Donnerstag vor dem erneuten Erstarken rechtsradikaler Gesinnung. Gerade deswegen sei aktives Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors so wichtig.

Die Feier fand in den Bunkeranlagen der Welfenkaserne in Landsberg a. Lech statt. Dort mussten zwischen Juni 1944 und April 1945 mehr als 20 000 KZ-Häftlinge unter menschenverachtenden Bedingungen arbeiten. Fast 7000 von ihnen überlebten die Strapazen nicht. Sie starben an Hunger und Erschöpfung. Mindestens 12 Häftlinge fielen während der Bauarbeiten in den nassen Beton und wurden in der Außenhülle des Bunkers lebendig begraben.

Für Knobloch – sie ist auch Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses – ist es entscheidend, „dass unsere Kultur des Erinnerns auf die Zukunft ausgerichtet ist. Gedenken darf nicht zur Last, oder gar zur Schuld der jüngeren Generationen werden“, sagte sie. Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) nannte den Veranstaltungsort eine wichtige Stätte des Erinnerns vor allem für die Jugendlichen aus den umliegenden Schulen. „Damit wird ein dunkles Kapitel unserer Geschichte aufgearbeitet“, sagte sie.

Uri Chanoch, Präsident der Vereinigung der ehemaligen Dachauer Außenlagerhäftlinge, ließ seine Häftlingsjacke mit der Gefangenennummer 81533 als Dauerleihgabe im Bunker zurück. Es ist das einzige Erinnerungsstück, das er an die Schreckenszeit in Landsberg hat und das nun der Nachwelt Zeugnis von diesem Grauen ablegen soll. In der Landsberger Kaserne betreibt die Bundeswehr seit den 1980er Jahren Erinnerungsarbeit.

Die von der Stiftung Bayerische Gedenkstätten mitveranstaltete Feierstunde wurde live im Bayerischen Fernsehen übertragen. Nach Angaben der Stiftung legten die Nazis ein weitläufiges System von Außenlagern an, die zu den Konzentrationslagern gehörten. Allein zum KZ Dachau hätten 140 und zum KZ Flossenbürg 90 solcher Außenlager gehört. (dpa/lby)

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