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Bayern
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Industrie

Linde beim Aktientausch für Praxair-Fusion am Ziel

Der Industriegasekonzern Linde hat auch die vorletzte Hürde für den Zusammenschluss mit dem US-Konkurrenten Praxair geschafft. Bis Mittwochnachmittag seien 75,25 Prozent der bisherigen Linde-Aktien zum Umtausch in Anteile des neuen Konzerns eingereicht worden, teilte das Dax-Unternehmen in München mit. Mit mehr als 75 Prozent kann die neue Linde plc. mit der alten Linde AG in München einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen. Damit steht nur noch die Zustimmung der Kartellbehörden aus, um die Fusion zum größten Industriegasekonzern der Welt abzuschließen.

Der Unternehmenssitz der Linde AG in München. Foto: Stephan Jansen/Archiv

München.Bei einer Umtauschquote unter 74 Prozent hätten der Linde plc. mit Sitz in Irland höhere Steuern gedroht, wodurch „die Fusion doch noch scheitern könnte“, wie Linde-Chef Aldo Belloni kürzlich gesagt hatte. Linde-AG-Aktionäre können ihre Aktien jetzt noch in einer Nachfrist bis zum 21. November umtauschen.

Linde und Praxair hatten ihren Zusammenschluss im Juni vereinbart. Als Weltmarktführer für Industriegase mit 66 Milliarden Euro Börsenwert, 80 000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Euro Umsatz erhofft sich der neue Konzern Synergien von mehr als 1 Milliarde Euro. Das Unternehmen soll von Praxair-Chef Steve Angel aus den USA heraus geführt werden. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten.

Mit Blick auf die nötige Zustimmung der Kartellbehörden gibt es vor allem in Amerika Überschneidungen. Bei zu hohen Auflagen haben sich Linde und Praxair einen Rückzieher vorbehalten. Beide zeigten sich aber optimistisch, die Fusion im zweiten Halbjahr 2018 abzuschließen.

Der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler sagte: „Es geht jetzt darum, die negativen Folgen dieser Entscheidung einzudämmen. Wir werden gemeinsam mit der Belegschaft um den Erhalt der Linde-Kultur kämpfen und uns nicht von der zu erwartenden Rotstiftmentalität aus den USA einschüchtern lassen.“

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