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Bayern
Sonntag, 19. November 2017 5

Kommentar

Mit Sicherheit

Ein Kommentar von Martin Kellermeier, MZ

Sicherheit zuerst – das sollte überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit sein. Die Schausteller haben viel Geld in die Sicherheitssysteme ihrer Geschäfte gesteckt und warten diese zum Teil täglich. Das ist gut und richtig.

Jetzt gab es in Straubing zwei Zwischenfälle mit Fahrgeschäften. Zweimal stoppten sie und brachten Fahrgäste in unangenehme – aber nicht gefährliche – Situationen. Der Aufschrei war dennoch gerade auf Facebook schnell laut. Beim Ausfall des Jules Verne Towers hieß es, dass es unverantwortlich sei, die Kinder in 80 Metern Höhe für 25 Minuten warten zu lassen. Und nach dem Feuerwehreinsatz bei der Achterbahn war von weinenden Kindern die Rede, die es laut dem Schausteller gar nicht gab.

Es ist verständlich, dass bei solchen Vorfällen Emotionen hochkochen – gerade, wenn Kinder im Spiel sind. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass es diese Zwischenfälle nur gab, weil in den Fahrgeschäften sehr viel Sicherheitstechnik zum Einsatz kommt. Wer einen Gurt löst oder den Bügel verschiebt, bringt ein hochmodernes Fahrgeschäft wie den Jules Verne Tower zum Stoppen. Automatisch. Das ist eine gute Sache. Nicht alle Menschen sind gleich vernünftig. Mit der Sicherheitstechnik schützt man viele vor sich selbst – auch Kinder, die manche Gefahr nicht einschätzen können.

Aufgebrachte Eltern sollten sich aber eine Frage stellen: Was wäre die Alternative? Keine Sensoren, dafür aber die Gefahr eines Unfalls, womöglich mit Schwerverletzten und Toten? Es ist besser, ein paar Dutzend Stillstände in luftiger Höhe zu riskieren. Denn gerade auf Volksfesten gilt: Sicherheit zuerst.

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