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Bayern
Donnerstag, 28. Juli 2016 28° 8

Ziel: Ein Pfarrer pro Gemeinde

Müller gegen Priestermangel

Der Regensburger Oberhirte Gerhard Ludwig Müller kritisiert die Haltung vieler Katholiken. Eine Öffnung des Amtes für Frauen lehnt er ab.

„Die beste Werbung ist der Priester selbst – wenn man das überzeugend lebt, kann man Vorbild für Kinder und Jugendliche sein“, sagt Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Regensburg. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat den Umgang vieler Katholiken mit dem Priestermangel kritisiert. „Es wird zu administrativ geschaut, wie wir den Priestermangel verwalten können – anstatt die vorhandenen Priester zu bestärken und ihnen über Frustrationen hinwegzuhelfen“, sagte er. Ziel sei, dass jede Gemeinde ihren eigenen Priester habe. Aber dafür müsse auch etwas getan werden. „Man kann nicht einfach nur in den Pfarreien sagen, wir wollen jetzt einen Pfarrer haben – als ob der Bischof eine Bäckerei hätte, wo er jeden Morgen ein Priester-Brötchen rauszieht.“

Müller forderte, mehr für den Priesterberuf zu werben. „Die beste Werbung ist der Priester selbst – wenn man das überzeugend lebt, kann man Vorbild für Kinder und Jugendliche sein.“ Es sei daher wichtig, dass Priester an Schulen sichtbar seien. „Schon Kinder und Jugendliche müssen mit der Vorstellung vertraut gemacht werden, dass man sich dem Reich Gottes widmen kann, indem man sein ganzes Leben als Geistlicher Christus zur Verfügung stellt.“

Die Öffnung des Amtes für Frauen lehnt Müller allerdings strikt ab. „Frauen werden auch in hundert Jahren nicht Priester sein, weil es nichts mit der Zeit zu tun hat, sondern sich aus der Natur des Priesteramtes heraus ergibt“, sagte er. „Ein Priester entspricht Christus als Bräutigam im Verhältnis zur Kirche als Braut. Es gibt eine Unterschiedlichkeit in den Geschlechtern, in ihrer Bedeutung, die nicht aufgehoben werden kann.“ Er schätze die Mitarbeit von Frauen in der Kirche und sei stolz auf ihr Engagement. Doch ein Priester repräsentiere Christus im Verhältnis zur Kirche – „und das kann nur der Mann sein“.

Der Priestermangel macht sich in zahlreichen Gemeinden bemerkbar. Die katholische Kirche muss daher neue Wege gehen. Dass dies nicht immer auf Gegenliebe stößt, zeigt sich derzeit vor allem im Bistum Augsburg. Dort plant der Oberhirte Konrad Zdarsa, in großem Stil Pfarreien zusammenzulegen.

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