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Bayern
Montag, 20. November 2017 5

Tourismus

Ostbayern bleibt beliebtes Reiseziel

Der Tourismusverband Ostbayern zieht in Neumarkt eine positive Bilanz – und hat eine Bitte an die Staatsregierung in München.

  • Der Tourismusverband Ostbayern will den Tourismus in der Region fördern – zum Beispiel mit Prospekten. Foto: Anton
  • TVO-Präsident und Regener Landrat Michael Adam fordert mehr Förderung für den Tourismus. Foto: Anton

Neumarkt.Zum Schluss wandte sich Michael Adam noch einmal an den Ehrengast – der gar nicht da war. Denn die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner musste ihre für Freitag geplante Festrede auf der Jahreshauptversammlung des Tourismusverbands Ostbayern (TVO) kurzfristig absagen. Die Debatte um den am Donnerstag bekannt gewordenen Stromkompromiss zwang sie zu Gesprächen nach Regensburg.

Und so rief TVO-Präsident und Regener Landrat Adam wohl vergebens in den Festsaal der Residenz Neumarkt: „Sie kann unsern Schmerz tilgen durch eine Überweisung aus der Staatsoberkasse.“

Denn, so begründete Adam sein Geldersuchen, der Tourismus werde in Bayern nicht genug gefördert. Obwohl der Wirtschaftszweig Arbeitsplätze schaffe, Steuereinnahmen generiere und die Lebensqualität in Bayern erhöhe, sei der Förder-Etat sogar von elf auf zehn Millionen Euro für ganz Bayern gekürzt worden, beklagte Adam.

500 000 Euro weniger im Haushalt

Das ist auch insofern schwierig, weil seit 2015 die Fördermittel der EU ausfallen. Für den TVO immerhin 800 000 Euro jährlich, erklärte Vorstand Michael Braun. Davon gleicht die Staatsregierung nur einen Teil aus, so dass in diesem Jahr 500 000 Euro im Haushalt fehlen.

Trotz dieser Widrigkeiten sowie eines schwachen Winters und ungünstiger Ferienzeiten verbucht der eingetragene Verein für das Jahr 2014 einen Überschuss von 24 000 Euro, die das Eigenkapital erhöhen. Für 2016 sind Ausgaben in Höhe von 2,76 Millionen Euro geplant. Den Großteil davon steckt der TVO in Marketingmaßnahmen und Projekte.

Der Verband hat mehr als 400 Mitglieder, darunter zum Beispiel Landkreise, Ämter, Tourismusvereine, Hotels und Gemeinden aus Niederbayern und der Oberpfalz. Er finanziert sich hauptsächlich über Mitgliedsbeiträge und Marketingumlagen. Seine Aufgabe ist es, den Tourismus in der Region zu fördern.

Übernachtungszahlen bleiben stabil

Da die Aufenthalte der Touristen in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen sind, gehört dazu auch das Anlocken neuer Gäste, um die Übernachtungszahlen halten zu können. 2014 wurde dieses Ziel weitgehende erreicht. 4,9 Millionen Gästen besuchten Ostbayern, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Übernachtungszahlen blieben mit 17,4 Millionen stabil.

Ein Konzept, wie künftig noch mehr Gäste nach Bayern und insbesondere nach Ostbayern kommen könnten, stellte Martin Spantig, Geschäftsführer bei der Bayern Tourismus Marketing GmbH vor, der statt der Wirtschaftsministerin vortrug. Die Marketing-Kampagne „Stade Zeiten“ soll 2016 den Fokus auf die Ruhe und Entspannung legen, die Touristen im ländlichen Bayern erfahren können. Oder, wie Spantig es zusammenfasste: „Buchbare Stille“. (ma)

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