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Bayern
Montag, 11. Dezember 2017 3

Musik

„Ring“ und „Park“ gehen zu Ende

Laute Klänge, tanzende Massen: Am Nürburgring und am Nürnberger Zeppelinfeld feiern bis Sonntag rund 150.000 Musikfans bei den Zwillingsfestivals.

  • Stand am Sonntagabend auf der „RiP“-Hauptbühne: Rapper Cro Foto: Jens Niering
  • Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) schaute am Sonntag bei „Rock im Park“ vorbei. Foto: dpa
  • Ein Highlight auf dem Nürnberger Zeppelinfeld: die Chemnitzer College-Jacken-Träger von Kraftklub Foto: Jens Niering
  • Lichtblitze im Abendhimmel geben dem Auftritt der Band The Prodigy eine bizarre Note. Foto: Jens Niering
  • Green Day wollten bei „Rock im Park“ am liebsten die ganze Nacht durchspielen. Foto: Jens Niering

Nürnberg. Etwa 150.000 Musikfans haben an diesem Wochenende bei den Zwillingsfestivals „Rock am Ring“ in der Eifel und „Rock im Park“ in Nürnberg kräftig gefeiert. Rund 80 Bands waren jeweils bei den dreitägigen Freiluftspektakeln, die am Freitag begonnen hatten und am Sonntag endeten, mit dabei.

Zu den Höhepunkten zählten bei Regen und Sonnenschein im Wechsel Auftritte der US-Punkrocker von Green Day sowie der Bands The Prodigy und 30 Seconds to Mars. Aus Deutschland waren etwa Fettes Brot, die Sportfreunde Stiller, Kraftklub, Cro, der Rapper mit der Panda-Maske, und Seeed am Start. Auch die Cowboy-Rocker von The BossHoss, bekannt als Juroren der Castingshow „The Voice of Germany“, gaben sich ein Stelldichein am Nürburgring und auf dem Nürnberger Zeppelinfeld. Allerdings waren nicht ganz so viele absolute Top Acts am Start wie im vergangenen Jahr, als die Toten Hosen, Linkin Park und Metallica auftrumpften.

Allein „Rock im Park“ in Nürnberg verzeichnete mehr als 72.000 Festival-Besucher. Nach wochenlangem Dauerregen in Franken war das fast durchgängig ideale Festivalwetter eine der größten Überraschungen. Polizei und Einsatzkräfte zeigten sich zufrieden. „Wir können von einem sehr guten Festivalverlauf sprechen und vor allem von einem sehr friedlichen Festivalverlauf.“ Die Anzeigen wegen Körperverletzungen seien zurückgegangen.

Keine Geldstrafe für Wildpinkler

Auch die Rettungskräfte sprachen von einem relativ reibungslosen Festivalablauf. Ein 50-Jähriger musste allerdings nach einer Überdosis Drogen wiederbelebt werden – er konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen, sagte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes. Die Feuerwehr rettete derweil einen Schwan, der sich in einem Kampf mit Campern den Flügel gebrochen hatte. Der Sprecher betonte, dass ein Schwan notfalls auch mit einem Flügel überlebensfähig sei.

Veranstaltungsleiter Martin Reitmaier bilanzierte, dass sich das Sicherheitskonzept von „Rock im Park“ bewährt habe. Die Zentrale der Einsatzkräfte habe zu schnellen Reaktionszeiten der Helfer geführt. Er betonte, dass es entgegen der Darstellung in einigen Internetforen vom Veranstalter keine Geldstrafe für Wildpinkler gegeben habe: „Das waren Gäste, die sich als Security verkleidet haben und da ein neues Geschäftsfeld erschlossen haben.“

Am Sonntag besuchte auch Rockfan Markus Söder (CSU) sein Heimatfestival „Rock im Park“ – als Kiss-Fan stilecht gekleidet mit nietenbesetzter Lederjacke und T-Shirt der Hard-Rock-Band. Die Kiss-typische Schminke im Gesicht hatte Söder allerdings – anders als bei der Fastnacht in Franken 2011 – nicht aufgetragen. „Es ist eine Pflicht, als Nürnberger hier vorbeizuschauen“, erklärte der Minister, der sich den Auftritt der US-Band Imagine Dragons aus dem Bühnenhintergrund anschaute.

Wieviel Pop darf dabeisein?

Ein Thema bei den dreitägigen Freiluft-Spektakeln ist auch der ewige Streit, wie viel Pop, Reggae oder Hip Hop ein Rockfestival verträgt. Die „Parkrocker“ von Nürnberg sind unentschieden. Doch beim Konzert der Berliner Reggae-Band Seeed platzt die Alterna Stage aus allen Nähten. Nebenan auf der größeren Center Stage treten die US-Punkrocker von Green Day auf, und vor allem in den hinteren Reihen ist noch erstaunlich viel Platz.

„Wer hat denn das verbockt? Seeed auf der Alternastage...??? Die gehören definitiv auf die Centerstage!!!“, schreibt ein Fan auf der Facebook-Seite des Festivals. „Wir spielen die ganze Nacht“, schreit Green Day-Frontmann Billie Joe Armstrong unterdessen Richtung Publikum. Und unter dem Strich ist mit rund 80 Bands, die jeweils bei beiden Festivals auftreten, für jeden etwas dabei.

Die Festivals bleiben sonnig und friedlich

Am Nürburgring sorgen die Auftritte von 30 Seconds to Mars, The Killers und von Cro, dem Rapper mit der Panda-Maske, für Stimmung. Die Beatsteaks legen sogar einen Spontan-Auftritt aufs Parkett. Ein Highlight auf dem Nürnberger Zeppelinfeld sind die Chemnitzer College-Jacken-Träger von Kraftklub. Sänger Felix Brummer zieht sich aus und will dafür „fünf Paar nackte Brüste – weiblich, wenn’s geht“ sehen. Er hat Erfolg. Ein Stage Dive und eine Moralpredigt folgen: „Rauchen ist ungesund, Alkohol ist ungesund, Drogen sind ungesund“, sagt er und grinst. Sein Bruder und Bandkollege zündet sich eine Zigarette an, die Menge prostet sich zu.

Das Wetter beschwert den Fans neben den üblichen Regenschauern an den drei Festivaltagen auch sonnige Momente. Zufrieden sind Polizei und Rettungskräfte, sie sprechen in Franken und in der Eifel von einer friedlichen Atmosphäre. Mit einer Ausnahme: Schon am Donnerstag und Freitag waren an beiden Orten mehrere Männer festgenommen worden, die in großem Stil Handys aus Zelten geklaut haben. (dpa)

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