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Bayern
Freitag, 24. März 2017 15° 3

Mode-Serie

Schmuck mit persönlicher Botschaft

Mehr als nur anziehend – Modemacher aus der Oberpfalz. Das Vater-Tochter- Team Artmann verbindet in ihrem Schmuck Handwerkskunst mit zeitlosem Design.
Von Katja Bock, MZ

  • Anna und ihr Vater Waldemar Artmann fertigen ihre meist minimalistisch gestalteten Schmuckstücke in ihrer eigenen Werkstatt. Fotos: Gabi Schönberger
  • Beliebtes Geschenk: Der Scherenschnitt-Anhänger
  • Messing-Plättchen mit personalisierten Wortspielen.

Regensburg.Das kleine Haus am Gries fügt sich nahtlos in das Straßenbild der vielen historischen Gebäude in der ruhig gelegenen Straße. Mit kleinem Vorgarten und blauer Fassade erscheint es zunächst wie ein ganz normales Familienhaus. Einzig und allein das Klingelschild mit der Aufschrift „WSAKE“ gibt Auskunft über den Ausstellungsraum und die Schmuckwerkstatt, die sich im Inneren des Gebäudes befinden. Hinter dem ungewöhnlichen Namen „WSAKE“ verbergen sich Vater und Tochter Anna und Waldemar Artmann. Gemeinsam verbinden der Silberschmied und die Grafikdesignerin in ihren Schmuckstücken Handwerkstradition mit zeitlosem Design.

Schmuck als Erinnerungsstück

Direkt neben der Eingangstür ist der kleine Ausstellungsraum. Die niedrigen Decken, Holzdielen und ein alter Ofen vermitteln die geschichtsträchtige Atmosphäre des Hauses. Auf der Fensterbank liegen kleine Plättchen aus Messing mit eingeprägten Wortspielen wie „Halb Seiden“, „Klein Artig“ oder „Schmuck Stück“. Daneben auf hohen weißen Kuben sind liebevoll angeordnet Anhänger in Glockenblumenform, Ahornsamenketten aus Messing und tropfenförmige Armreife aus Silber. „Wir arbeiten sehr viel mit organischen Formen“, beschreibt Anna Artmann die Stücke. „Unser Stil ist minimalistisch, nicht überladen und zeitlos“, fügt die 30-Jährige hinzu.

Betrachtet man den Schmuck genauer, stechen viele personalisierte Modelle hervor. „Für mich ist Schmuck etwas sehr Persönliches, deshalb fertigen wir gerne auch auf Anfrage oder überarbeiten Erbstücke. Zu unseren Klassikern gehört mittlerweile der Scherenschnitt-Anhänger, den wir nach einem Foto der jeweiligen Person anfertigen. Auch die Plättchen werden gerne mit individuellen Botschaften zur Taufe oder Geburt verschenkt. So wird aus dem Schmuckstück ein Erinnerungsstück“, erzählt die studierte Grafikdesignerin. Die ganz besonderen Einzelstücke mit individuellem Charakter gibt es schon ab 16 Euro. „Schmuck muss in erster Linie gefallen. Jeder findet den Schmuck der zu einem passt“, so Anna Artmann. Eines ihrer Lieblingsstücke ist ein Armreif, den sie bereits im Kindergarten getragen hat. „Der Armreif ist im Lauf der Zeit immer größer geworden und mit mir mitgewachsen“, erinnert sie sich.

Zeitlosigkeit vergangener Zeiten

Oft wirken die Unikate und Kleinserien als hätten sie selbst schon Geschichte geschrieben. Durch die Kombination aus Materialien wie Messing oder geschwärztes Silber und Formen wie Scheiben oder Tropfen erinnern die Stücke teilweise an wertvolle Ausgrabungsfunde längst vergangener Zeiten. „Der Gold- und Bronzeschmuck der Römer – im Historischen Museum in Regensburg ausgestellt – beeindruckt mich immer wieder, für mich hat er eine die Zeiten überdauernde klare und gültige Aussage“, beschreibt Waldemar Artmann seine Lieblings-Schmuckstücke.

Mit dem Anspruch an zeitlose Tragbarkeit findet sich der Bezug zu den antiken Schmuckstücken auch in den eigenen Modellen wieder. Gefertigt werden die Kreationen von Anna und Waldemar Artmann alle in der eigenen Werkstatt. Überquert man den kleinen Innenhof, gelangt man dort hin. Wie ein breiter Gang zieht sich der Raum durch das Haus. Auf der rechten Seite befindet sich der Arbeitsplatz von Waldemar Artmann. Hämmer hängen hinter ihm an der Wand. Allerlei Gerätschaften haben auf dem Tisch ihren Platz. Auf der linken Seite hat Anna Artmann ihren Arbeitsplatz. Verstreut liegen dort die Rohformen einzelner Stücke.

Waldemar Artmann ist seit über 50 Jahren Silberschmied. Mit „WSAKE“ gibt er seine Erfahrung und sein Wissen an seine Tochter weiter. Die ersten kleinen Arbeiten entstanden 2010. „Ich fand die handwerkliche Seite schon immer spannend, wollte aber erst etwas Eigenes machen“, erinnert sich die Grafikdesignerin. Nach dem Studium zieht es Anna Artmann immer öfter in die heimische Werkstatt und es entwickelt sich langsam „WSAKE“. „Da sich die Werkstatt neben unserem Wohnhaus befindet und Anna und ihre Schwestern sich schon immer gerne dort aufgehalten und Sachen ausprobiert haben, gibt es eigentlich gar keinen klaren Anfang, sie ist praktisch in diese Arbeit hineingewachsen“, erzählt der 68-Jährige. Stück für Stück lernt sie auch die technische Herstellung und Verarbeitung von ihrem Vater. Gemeinsam entwickeln und gestalten sie alle Schmuckstücke. „Anna hat eine unbefangenere Herangehensweise als ich, es steht nicht immer die technische Durchführbarkeit im Vordergrund, sondern zunächst das gestalterische Element. Bei der Realisierung des Gedankens ist sie dann sehr konsequent und beharrlich. Wir sind keine Konkurrenten, sondern haben die Zeit und Möglichkeit gemeinsam Ideen zu entwickeln und uns so zu ergänzen“, beschreibt der Silberschmied die Zusammenarbeit.

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