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Bayern
Samstag, 20. Januar 2018 10

Sagen

Seine Märchen fesseln Kinder genauso wie Erwachsene

Franz Xaver von Schönwerth ist in der Oberpfalz angekommen – und soll für immer bleiben.
Von Frank Betthausen, MZ

Wenn Blicke alles sagen: Mucksmäuschenstill war es im Publikum, als Erika Eichenseer kürzlich während einer Märchenwoche an der Volksschule in Laaber Märchen von Franz Xaver von Schönwerth erzählte. Fotos: privat

Regensburg. Bis vor zwei Jahren kannte in der Oberpfalz kaum einer Franz Xaver von Schönwerth. Heute beschäftigen sich Schüler im Unterricht mit ihm. Vereine organisieren Märchenabende – und die Regensburgerin Erika Eichenseer kann sich vor Anfragen nicht retten. Ihr, ihrem Mann Adolf, dem ehemaligen Bezirksheimatpfleger, und der Schönwerth-Gesellschaft ist es zu verdanken, dass der Amberger Volkskundler heuer, da sein Todestag 125 Jahre zurückliegt, in seiner Heimat wieder einen Namen hat. „Schönwerth ist in der Oberpfalz angekommen“, sagt Adolf Eichenseer.

Schon 2010, als sich der Geburtstag des Märchen- und Sagensammlers zum 200. Mal jährte, stellten die Eichenseers eine Veranstaltung nach der anderen auf die Beine. In diesem Jahr geht es mit viel Schwung weiter. Der nächste Termin findet an diesem Wochenende im Freilandmuseum Neusath-Perschen statt. Dort hat die Schönwerth-Gesellschaft eine Linde als Andenken an den Volkskundler pflanzen lassen. Präsident Dr. Wolfgang Kunert übergibt sie am Sonntag an Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Im Juli wird rund um den Baum eine Bank aufgestellt. Die Linde soll so zum Treffpunkt werden, an dem die Menschen in bester Dorftradition ratschen und an einem jährlichen Märchentag Geschichten lauschen können.

Am 20. Mai, vier Tage vor Schönwerths Todestag, findet in München ab 16 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt. In der Landeshauptstadt hatte der Amberger als Privatsekretär von König Max II. gearbeitet. Auf dem Alten Nördlichen Friedhof, auf dem der Oberpfälzer begraben liegt, werden unter anderem die Schönwerth-Gesellschaft und seine Familie Kränze niederlegen. Danach ist ein Gedenkgottesdienst geplant. Ab 19 Uhr ist im Augustinerkeller ein geselliger Schönwerth-Abend unter dem Motto „Jessas, is’s im Wirtshaus schee“ vorgesehen.

Spannende Überraschungen erwartet Erika Eichenseer bei der Erfassung von Schönwerths Nachlass durch den Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft der Uni Regensburg. Im August soll die Auswertung beendet sein. Schon heute zeichnet sich ab, dass der Schatz an Erzählungen viel größer ist als vermutet. „Es gibt Mappen, originalverschnürt, die überhaupt noch nicht geöffnet waren“, sagt Eichenseer.

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