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Bayern
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Wetter

Sturm und Hochwasser treffen Ostbayern

Am Mittwochvormittag war es in der Region stürmisch. In Regensburg müssen an der Donau geparkte Autos weg.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern in der gesamten Oberpfalz. Foto: Patrick Pleul/dpa

Regensburg.Sturmtief „Burglind“ hat auch in Ostbayern gewütet. Vor allem in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neumarkt und Cham mussten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr vermehrt ausrücken. Im Landkreis Tirschenreuth kam es zu mehreren Einsätzen wegen überfluteter Straßen und Keller. Zwischen 9.30 und 11 Uhr rückten die Einsatzkräfte laut dem Polizeipräsidium Oberpfalz 26 mal aus, vor allem wegen abgebrochener Äste und entwurzelter Bäume. Verletzt wurde dabei laut Polizei niemand. Gegen 11 Uhr beruhigte sich das Wetter.

Aus Neumarkt berichtet die Feuerwehr von mehreren umgestürzten Bäumen im Stadtgebiet und im Landkreis.

Schlösserverwaltung warnt: Lebensgefahr bei Spaziergängen in Parks

Die Bayerische Schlösserverwaltung warnte am Mittwochvormittag davor, die Gartenanlagen der Bayerischen Schlösserverwaltung und den Englischen Park in München zu betreten. Es bestehe Lebensgefahr, weil Äste brechen oder sogar Bäume umstürzen könnten.

Entwurzelter Baum stürzt auf Autobahn

In Unterfranken hat das Sturmtief mittlerweile für etwa 50 Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. In den Morgenstunden seien bei der Einsatzzentrale nahezu im Minutentakt Notrufe eingegangen, berichtete ein Polizeisprecher. Auf der Autobahn 3 war auf Höhe der Anschlussstelle Bessenbach/Waldaschaff ein entwurzelter Baum auf die Fahrbahn gestürzt. Ein Lkw-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte mit seinem mit 15 Tonnen Metallrohren beladenen Sattelzug gegen das Geäst. Der Fahrer blieb unverletzt.

Sehen Sie hier, was Tief „Burglind“ in Deutschland angerichtet hat:

Tief "Burglind" trifft Deutschland

Im Landkreis Main-Spessart war die Staatsstraße 2435 zwischen Steinbach und Wiesenfeld wegen eines umgestürzten Baumes gesperrt. In der Rhön wurden in mehreren Orten aufgrund der großen Niederschlagsmengen Straßen und Gehwege überschwemmt. Im Stadtgebiet Aschaffenburg stürzten mehrere Bäume um.

Eine DWD-Warnung vor Starkregen gilt seit Mitternacht bis 12 Uhr. In der Zeit soll es in den Landkreisen Regen, Freyung-Grafenau, Straubing-Bogen und Deggendorf zu starkem Dauerregen kommen. Die Meteorologen erwarten bis zu 30 Liter pro Quadratmeter.

Die Hochwassergefahr steigt

In Regensburg droht Hochwasser. Foto: Daniel Karmann/dpa

In Ostbayern steigt dadurch die Hochwassergefahr: Die Stadt Regensburg teilte am Mittwochvormittag mit, dass sie in der Altstadt – im Bereich Wurstkuchl, Wassergasse, Werftstraße und Badstraße – die mobilen Hochwasserschutzelemente aufbaut. Außerdem bittet sie alle Bürger, nicht mehr in der Nähe des Donauufers zu parken – und schon geparkte Fahrzeuge zu entfernen.

Der Hochwassernachrichtendienst warnt zudem in den Landkreisen Cham und Schwandorf vor Ausuferungen und Überschwemmungen. Die derzeitigen Hochwasser-Prognosen gehen von stark steigenden Wasserständen aus, so dass an einigen Stellen Meldestufe 1 bis Meldestufe 2 erreicht werden kann. Aufgrund der Tags zuvor bereits prophezeiten Windstärken vor allem in den Höhenlagen sahen die Bergbahnen am Großen Arber und auf dem Hohenbogen davon ab, ihre Liftanlagen in Betrieb zu nehmen.

Außerhalb der Region drohen heftigere Sturmschäden: Bei den hohen Windgeschwindigkeiten müsse mit umstürzenden Bäumen und herabfallenden Dachziegeln gerechnet werden, sagte Meteorologe Christoph Hartmann am Dienstag. Örtlich könne deshalb im Westen der Berufsverkehr zum Erliegen kommen.

Ein Flugzeug umgeleitet

Sturmtief „Burglind“ hat bislang kaum Auswirkungen auf den Betrieb am Flughafen Stuttgart gehabt. Nur eine Maschine aus Hamburg, die zum Höhepunkt des Sturms gegen 9.00 Uhr landen sollte, wurde von der Airline kurzfristig nach München umgeleitet, wie eine Sprecherin des Airports sagte. Zwei weitere Flüge von und nach Frankfurt sowie von und nach Amsterdam seien aus anderen Gründen ausgefallen.

Orkanböen im Westen Deutschlands behindern Verkehr

Wie es mit den Wetter weitergeht

Ein umgestürztes Verkehrsschild liegt im Hunsrückdorf Pfaffenheck (Rheinland-Pfalz) auf dem Boden, nachdem das Sturmtief „Burglind“ durchgezogen ist. Foto: Thomas Frey/dpa

Die Wetterfront, die auch Schauer und Gewitter im Gepäck hat, überquerte laut Vorhersage gegen 3 Uhr in der Nacht zum Mittwoch die deutsche Grenze im Westen. Gegen Mittag erreicht sie die Alpen. Dann drohen im Fall von Gewittern dem Norden orkanartige Böen. Die Temperaturen liegen zwischen 5 im Osten und 14 Grad am Oberrhein.

Starke Niederschläge und schmelzender Schnee im Süden Bayerns haben die Wasserstände nordbayerischer Flüsse ansteigen lassen. Die Wasserwirtschaftsämter haben deshalb am Mittwoch für einen Großteil Frankens Hochwasserwarnungen ausgegeben. Vor allem im Raum Bayreuth werden Ausuferungen und Überflutungen von Äckern, Straßen und bebauten Gebieten erwartet, wie der Hochwassernachrichtendienst (HND) Bayern mitteilte. Auch in Regensburg rüstet man sich bereits für ein mögliches Hochwasser.

Schifffahrt pausiert

Überschwemmungsgefahr besteht dem HND zufolge auch für die Wörnitz im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Für die Schifffahrt auf dem Main bedeutet das: Zwangspause. „Wir gehen davon aus, dass wir wahrscheinlich am Donnerstagnachmittag den höchsten Schifffahrtswasserstand erreichen werden“, sagte Sachbereichsleiter Helko Fröhner vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Schweinfurt am Mittwoch. Dann werde die Schifffahrt zwischen Bamberg und Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) eingestellt. Schon am Mittwoch mussten einige längere Schiffe aus Sicherheitsgründen ihre Fahrt unterbrechen.

Starker Regen ab Donnerstag

Ruhiger wird es dem DWD zufolge erst wieder in der Nacht zum Donnerstag. Ab Donnerstag zieht kräftiger Dauerregen ins Land, der örtlich Bäche zum Überlaufen bringen kann. Im Schwarzwald und in den Alpen könnten bis Freitagmittag 100 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen, sagte der DWD voraus.

Meteorologe Hartmann sprach von einem klassischen Übergangswetter. Echtes Winterwetter mit Dauerfrost und Schnee bis in die Niederungen sei derzeit nicht in Sicht.

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