mz_logo

Bayern
Freitag, 24. November 2017 13° 3

Genuss

Über Bad Kötzting glänzt jetzt ein Stern

Der Oberpfälzer Stephan Brandl erkocht im „Leo’s“ die begehrte Auszeichnung. München hat wieder ein Drei-Sterne-Haus.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ und unseren Agenturkorrespondenten

Stephan Brandl ist der sechste Sternekoch in der Oberpfalz. Er ist seit 2014 im „Leo‘s“ im Hotel Bayerwaldhof Küchenchef.Foto: Bayerwaldhof

Bad Kötzting.Überraschung für Bad Kötzting: Das Restaurant „Leo’s“ im Hotel Bayerwaldhof wird im neuen Michelin-Reiseführer 2018 mit einem Stern geführt. Damit ist die Oberpfälzer Sternelandschaft wieder um eine Genuss-Adresse reicher. Neben dem Zwei-Sterne-Restaurant „Kastell“ auf Burg Wernberg, wo Thomas Kellermann kocht, gibt es nun fünf Ein-Sterne-Restaurants in der Region.

Seit Mitte 2014 ist der gebürtige Oberpfälzer Stephan Brandl Küchenchef im „Leo’s“. Er arbeitet nach dem Prinzip des Casual Fine Dining. In entspannter und zwangloser Atmosphäre serviert der Küchenchef regionale und internationale Küche auf hohem Niveau. Gelernt hat der 47-Jährige sein Handwerk im Berggasthof am Hohen Bogen. Weitere Station war das Restaurant im Schiffchen in Düsseldorf, wo Jean-Claude Bourgueil auf Drei-Sterne-Niveau kochte. Bereits 2004 erkochte Brandl erstmals einen Stern –im Gut Apfelkam in Rohrdorf. 2008 wechselte er als Küchenchef ins Zwei-Sterne-Restaurant von Heinz Winkler nach Aschau am Chiemsee, seine letzte Station, bevor er 2014 in seine Oberpfälzer Heimat zurückkehrte. Seine Auszeichnung nahm Brandl gestern persönlich in Potsdam entgegen. Im Hotel Bayerwaldhof hieß es, man habe mit Champagner angestoßen und werde dies heute nochmal mit dem ausgezeichneten Küchenchef tun.

Damit wächst die Ein-Sterne-Szene der Oberpfalz, denn auch das Restaurant Soulfood in Auerbach (Küchenchef Michael Laus), das Restaurant Eisvogel in Neunburg vorm Wald (Hubert Obendorfer), das Gregors Fine Dining in Rötz (Gregor Hauer) und das Storstad in Regensburg (Anton Schmaus) konnten das gefordert hohe Niveau halten.

Der neue Shootingstar der Szene

Mit dem Restaurant Atelier in München gibt es in Bayern wieder ein zweites Drei-Sterne Restaurant. Dort hat sich Küchenchef Jan Hartwig (35) in nur drei Jahren die höchsten Weihen der Genussbibel erkämpft. In diesem Jahr ist er übrigens der einzige Koch in Deutschland, der diese Leistung schaffte. „Die Küche von Jan Hartwig hat in nur wenigen Jahren eine ganz eigene Handschrift entwickelt“, lobte der internationale Direktor des „Guide Michelin“, Michael Ellis, zur Präsentation der neuen Ausgabe gestern in Potsdam. Der Direktor Deutschland/Schweiz, Ralf Flinkenflügel, bezeichnete den neuen Drei-Sterne-Koch Hartwig als „Shooting Star“ der Szene. Er habe erst vor zwei Jahren den zweiten Stern bekommen. „Er ist nun an einem Punkt angekommen, dass er nicht nur in Deutschland, sondern auch in der internationalen Küche zur absoluten Spitze gehört“, sagte Flinkenflügel. „Eine Küche mit Tiefgang und Charakter.“ Küchenchef Christian Jürgens bestätigt seine drei Sterne im Restaurant Überfahrt in Rottach-Egern. Bayern hat im neuen Michelin-Führer neben den beiden höchstprämierten Restaurants, acht Zwei-Sterne-Häuser sowie 38 Ein-Sterne-Restaurants. In München verlor Alfons Schuhbeck seinen Stern in den Südtiroler Stuben, dafür wurde sein Schuhbecks Fine Dining neu mit einem Stern prämiert.

Insgesamt dürfen sich so viele Restaurants wie nie zuvor mit Sternen des Hotel- und Restaurantführers schmücken. In der Ausgabe 2018 sind 300 Sterne-Restaurants verzeichnet. Die Zahl der Zwei-Sterne-Häuser steigt auf 39, darunter sind vier neue Häuser. 250 Restaurants führen einen Stern. Die deutsche Ausgabe schließt auch ein Restaurant mit einem Stern im österreichischen Kleinwalsertal mit ein. 2017 waren insgesamt 292 Sterne-Restaurants vertreten.

Vier neue Zwei-Sterne-Restaurants

Neue Häuser mit zwei Sternen gibt es im baden-württembergischen Zweiflingen („Le Cerf“), im hessischen Geisenheim („Schwarzenstein“), im niedersächsischen Bad Bentheim („Keilings Restaurant“) und im schleswig-holsteinischen Wangels („Courtier“). 29 Restaurants dürfen sich neu mit einem Stern schmücken, sieben davon in Nordrhein-Westfalen. Allerdings verlieren auch zahlreiche Häuser ihre Sterne, darunter drei Zwei-Sterne-Restaurants. In einigen Fällen geschah das aus Zeitgründen nach einem Wechsel, wenn die Qualität der neuen Küche nicht mehr rechtzeitig getestet werden konnte.

Die Sterne-Küche spiegelt auch gesellschaftliche Entwicklungen wider. Vegatarische Gerichte finden sich inzwischen vielfach. Erstmals gibt es zwei Restaurants mit einem Stern die rein vegetarisch kochen, das „Cookies Cream“ in Berlin und das „Seven Swans“ in Frankfurt. Im Zwei-Sterne-Haus „Lafleur“ in Frankfurt steht auch ein veganes Menü zur Auswahl.

Frauen sind mit neun von 300 ausgezeichneten Küchenchefs weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Aktuelle Nachrichten von mittelbayerische.de auch über WhatsApp. Hier anmelden: http://www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht