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Bayern
Donnerstag, 23. November 2017 10° 4

Kommentar

Überfällig

Ein Kommentar von Alex Huber, MZ

Stolze 31,50 Euro müssen Eltern mit einem Kind für einen Besuch in der Nürnberger „Delphinlagune“ bezahlen – ein hoher Preis für eine ethisch fragwürdige Attraktion. Seit geraumer Zeit setzen sich Tierschützer für ein Verbot der Delfin-Vorführungen ein. Das ist längst überfällig. Denn: Die Meeressäuger sind kaum artgerecht in Aquarien zu halten. Als dressierte Meeresclowns werden sie gnadenlos zur Aufführung von lächerlichen Kunsttückchen gezwungen. Die Tiere gehören in die Freiheit.

Die hochintelligenten Meeressäuger oft lebenslang in kleine monotone Betonbecken zu verfrachten, mit starken Medikamenten ruhig zu stellen und anschließend guten Gewissens von legitimen Bedingungen zu sprechen, ist geschmacklos. Ein derartiger Umgang mit hochsozialen Tieren, die in Freiheit mit großen Familien-Gruppen durch die Weiten der Ozeane streifen, hat Traumatisierungen zur Folge. Kindern ist die Begeisterung für die faszinierenden Säuger natürlich nicht vorzuwerfen. Doch in einer Zeit, in der das Hologramm eines lebensechten Wals Schüler in einer Turnhalle zurückschrecken lässt – ein Video dazu kursiert im Internet – gibt es längst Möglichkeiten, auf anderen Wegen mit den Meereswesen in Kontakt zu kommen. Hochmoderne 3D-Dokumentationen in Kinos und Naturkundemuseen sind willkommene Alternativen zu Tiergärten. Die Eltern stehen in der Pflicht. Durch ihre Besuche in Delfinarien wird die Tierquälerei nur noch weiter finanziell unterstützt.

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