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Bayern
Montag, 11. Dezember 2017 11

Wanderbare Region

Versteckspiel im Monsterschlund

Im Neumarkter LGS-Park kann man schön spazieren gehen. Zur Belohnung dürfen die Kinder das Stein-Ungeheuer bezwingen.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Neumarkt.Weit hat das Monster sein Maul aufgerissen. Es ist so groß, dass es drei Kinder auf einmal verschlucken kann. Aber Bettina, Antonia und Johanna haben keine Angst. Was soll ihnen das Monster auch anhaben? Es ist doch nur aus Stein und Beton und sein Schlund ist nicht mehr als ein Haufen Sand, in dem man spielen kann. Der Monsterspielplatz, der einst für die Landesgartenschau in Neumarkt entstand, gehört zu den Highlights auf unserer heutigen Tour. Deshalb haben wir ihn auch nicht gleich zu Anfang besucht, so wie es sich die Kinder eigentlich gewünscht hatten. Wir hätten wohl sonst keine einzige Blume gesehen.

Unsere Tour beginnt am Eingang Ost des ehemaligen LGS-Geländes, auf dem im September auch das MZ-Kinderbürgerfest stattfindet. Hier an der Altdorfer Straße gibt es nur wenige Parkplätze. An sonnigen Tagen sollte man besser auf den Parkplatz weniger hundert Meter weiter in der Dr.-Kurz-Straße ausweichen. Doch wir haben einen trüben Morgen für unseren Ausflug erwischt. Der Frühling will sich auch im April noch nicht zeigen und so starten wir bei frostigen Temperaturen. Die Kinder scheint das nicht zu stören, sie laufen sich einfach warm.

Ein nachhaltiges Konzept

Die Landesgartenschau wurden 1998 auf einem ehemaligen Klärwerksgelände errichtet. Also ein gut gedüngter Platz. Bei der Konzeption der Schau wurde der besondere Ort erhalten. Die Klärbecken sind geblieben und mit hohen Gräsern und Wassergewächsen bepflanzt worden. Jetzt um diese Jahreszeit kann man von der Pracht noch nicht viel sehen. Braun und ausgetrocknet hängen die Pflanzen über den Becken und warten auf ihre Frühjahrskur. Ab Mai, wenn hier Konzerte und Veranstaltungen stattfinden, wird sich ein anderer Ausblick zeigen. Doch natürlich finden auch wir schon die ersten Blumen. Gelbe und lilafarbene Krokusse haben sich aus dem Gras geschoben. In bunten Tupfen überziehen sie die Hügel. Gleich dahinter beginnen die mit Buchs umrandeten Kräutergärten. Auch dort zeigen sich die ersten Frühlingsboten: Lenzrosen haben sich zwischen den frostgeschädigten Lavendel- und Salbeistauden ausgebreitet. Für die Kinder wird die Blumensuche zu einem Spiel. Wer findet die Stiefmütterchen und die Schneeglöckchen? Haben die Kletterrosen schon neue Triebe und welche Früchte werden im Sommer an den Spalierbäumen reifen? Es gibt wirklich viel zu entdecken, wenn man die Augen offen hält.

Die Tour ist schon für kleine Kinder geeignet. Die Wege sind kinderwagentauglich und es gibt immer wieder Abzweigungen, um den Weg abzukürzen. Auch mit dem Laufrad oder Bobbycar kommt man gut voran. Wir laufen vor an den Ludwig-Donau-Main-Kanal. An Infotafeln lesen die Kinder, welche Vögel hier beheimatet sind. Wenige Meter weiter beginnt der Fischlehrpfad. Im Seecafe sitzen schon die ersten Gäste beim Frühstück. Von dort hat man einen schönen Ausblick. Im ehemaligen Aussichtsturm hat sich inzwischen die Hochschule eingerichtet. Wir laufen über die Brücken vorbei an noch schlafenden Rosengärten und einer Bienenwiese mit Insektenhotel. Am Kanal hat sich Holz angestaut. „Wohnt da etwa ein Biber“, fragt Antonia. „Höchstens der Justin Bieber“, antwortet ihre vierjährige Schwester. Wir lachen und laufen wieder Richtung Parkplatz.

Viel erlebt und nichts bezahlt

Eine Dreiviertelstunde sind wir bereits unterwegs. Im Sommer muss man für diese Runde mehr Zeit einplanen, denn Ruhe- und Rastplätze gibt es genug. Am Eingangstor vor dem Restaurant Aphrodite halten wir uns rechts und folgen dem Hinweisschild „Monsterspielplatz“. Die Kinder jubeln, als sie die Anlage entdecken. Ein langarmiges Wesen schlängelt sich über den Sandplatz. Auf seinen Tentakeln hat es steinerne Saugnäpfe oder sind es Schutzschilde? Jedenfalls lässt es sich darauf hervorragend balancieren, findet Johanna. Bettina und Antonia haben die Doppelschaukel entdeckt und schwingen sich in luftige Höhen. Röhrenrutsche, Nestschaukel und Klettersteine gibt es hier ebenfalls. Aber am schönsten, sagt Johanna, ist das bunte Monster.

Obwohl uns die Kälte in die Schuhe kriecht, wollen die Kleinen nicht weiter. Wir stellen fest: Die Kinder haben jede Menge erlebt und wir noch keinen Cent ausgegeben. Weil es aber nun endgültig zu kalt wird, marschieren wir über die Dr.-Kurzstraße zur Eggenstraße. Dort hat sich das Wölpi-Land angesiedelt. Im Sommer werden hier erlebnispädagogische Veranstaltungen auf dem LGS-Gelände durchgeführt. Bei schlechtem Wetter kann man sich in der 3000 Quadratmeter großen Spielfabrik vergnügen. Der Indoor-Spielplatz bietet Rutschen, Trampoline, Klettergerüste und Hüpfburgen. Dort verausgaben sich die Drei noch ein paar Stunden. Auf dem Rückweg besuchen wir ein letztes Mal das Monster. „Hier möchte ich wohnen“, sagt Antonia. Manchmal ist es schön, ein Ungeheuer als Nachbarn zu haben.

Zusatzinfos zur Route:

Die Route: Der LGS-Park in Neumarkt ist kinderwagentauglich und mit Laufrädern und Bobbycars befahrbar.

Für wen geeignet? Schon ganz kleine Kinder können den Ausflug mitmachen.

Die Attraktionen: Kindern gefällt der Monsterspielplatz am Besten, Eltern der blühende Park. Der Wölpi-Park bietet Bewegungs- und Spielmöglichkeiten.

Kosten: Eintritt im Wölpi-Park für Kinder ab 3 Jahren 6,50 Euro (für MZ-Card-Inhaber gibt es eine Ermäßigung).

Anreise: A 3 Ausfahrt Neumarkt oder über die B 299. Von der B 299 auf den Berliner Ring abbiegen und von dort in die Albrecht-Altdorfer-Straße und rechts in die Dr.-Kurz-Straße einbiegen.

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