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Bayern
Freitag, 20. Oktober 2017 19° 3

Rezension

Von „abbeereln“ bis „Zwurkel“

Dialektforscher Ludwig Zehetner hat ein kompaktes Bairisch-Wörterbuch auf den Markt gebracht. Die Lektüre macht Spaß.
von Sebastian Heinrich, MZ

  • „Der kleine Zehetner“ ist ein probates Nachschlagewerk – nicht nur für jene, die sich vom „Tschüss“ verabschieden möchten. Foto: dpa
  • Das Cover des „Kleinen Zehetner“.

Regensburg.Dass das Bairische ein besonderer Dialekt ist, bezweifelt wohl kaum einer unserer Leser. Dass es ein Wörterbuch des Bairischen braucht, ist ja dann nur logisch- Aber ob man sich deshalb einen dicken Schmöker ins Wohnzimmer stecken soll, vollgepfropft mit sprachwissenschaftlichen Fachausdrücken? Dialektforscher Ludwig Zehetner aus Lappersdorf im Landkreis Regensburg, unseren Lesern bestens bekannt aus der Dialekt-Serie, hat eine Lösung für dieses Dilemma auf den Buchmarkt gebracht. „Der kleine Zehetner“ heißt das Werk im DIN-A-5-Format, Untertitel: „Bairisches Deutsch kompakt“.

Es ist ein Wörterbuch des Bairischen, das auf rund 300 Seiten bairische Ausdrücke von „abbeereln“ bis „Zwurkel“ erläutert. Die Erläuterungen zu den einzelnen Einträgen sind knapp, sie beschränken sich auf die Bedeutung, die Aussprache und manchmal auf Sprichwörter (wie „die Seele unter der Irxen tragen“). Zehetner verzichtet zugunsten der Kompaktheit auf Erklärungen zur Herkunft der Wörter oder auf Sprachbeispiele aus Literatur und Medien. Somit ist „Der kleine Zehetner“ ein gut geeignetes Nachschlagewerk für alle Bayern und solche, die es werden wollen – und die noch an der Feierabend-Konversation im Biergarten scheitern. Selbst der bairisch sprechende Leser entdeckt beim Durchblättern des „Zehetner“Seite um Seite Überraschungen: das „Planitzerl“ etwa, den „Lienl“ – oder das Adjektiv „petschiert“.

Klar ist: Dieses kleine Nachschlagewerk richtet sich nicht an Sprachwissenschaftler, sondern an interessierte Laien. Dass Zehetner sich im zweiseitigen Vorwort sich in verklausulierter wissenschaftlicher Sprache verliert, mag irritieren. Das tut den restlichen Seiten freilich keinen Abbruch. Ein Schmankerl: die Liste der Wortfelder am Ende des Wörterbuchs. Zehetner hat dort zu 20 verschiedenen Bereichen (von „Geld“ bis „Geschlechtsverkehr“) bairische Ausdrücke versammelt. Saxndi, möchte man sagen, da kann man noch einiges lernen.

„Der kleine Zehetner“ ist im Verlag edition vulpes erschienen und kostet 20 Euro.


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