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Sport

Von Augsburg nach Tibet in 200 Tagen

Paar plant Extrem-Tour: 12000 Kilometer auf dem Rad
Von Katia Rathsfeld, dpa

Christian Rottenegger und Annette Kniffler lieben es extrem.Foto: dpa

Augsburg/Windach.Draußen flattern die tibetischen Fähnchen im Wind. Drinnen brennt der Holzofen und wärmt das Reihenhaus von Christian Rottenegger und Annette Kniffler im oberbayerischen Windach. Wenn die beiden Hausherren jedoch heute aufbrechen, wird der Ofen für fast sieben Monate kalt bleiben. Die Extremsportler wollen rund 12000 Kilometer mit dem Rad von Augsburg zum Fahrerlager des Shisha Pangma in Tibet fahren. Aber damit nicht genug: Rottenegger hat außerdem vor, den 8013 Meter hohen Berg zusammen mit vier anderen Männern zu besteigen. Fünfeinhalb Monate haben die beiden Extremsportler für die Radstrecke, fünf Wochen für den Shisha Pangma eingeplant. „Wir müssen bis Mitte September am Berg ein“, sagt Rottenegger. Deshalb haben der 39-Jährige und seine gleichaltrige Lebensgefährtin vor, jeden Tag bis zu 100 Kilometer auf dem Rad zu fahren. Siebenmal im Monat wollen die beiden einen Ruhetag einlegen. Den Rest der Zeit verbringen sie abwechselnd auf ihren schwer bepackten Rädern und im Zelt.

Ihr Weg von Augsburg nach Tibet führt die Oberbayern unter anderem durch Rumänien, Kasachstan und die Ukraine. Auch Chinas Grenzen wollen sie passieren. Besonders die zentralasiatische Taklamakan-Wüste mit bis zu 50 Grad Hitze sei eine Herausforderung. „Da müssen wir zusätzlich zum Gepäck viel Wasser mitnehmen“, sagt Rottenegger.

Extreme Erfahrungen wie diese machte Rottenegger bereits 2007, als er mit seiner Lebensgefährtin und drei anderen Sportlern mit dem Rad von Augsburg zum rund 9200 Kilometer entfernten Gasherbrum II im Karakorum aufbrach. Damals scheiterte er 300 Meter unter dem Gipfel des 8037 Meter hohen Berges und musste wegen eines Schneesturms umkehren. Ein Teil der Gruppe wagte den gefährlichen Aufstieg mit einer anderen Deutschen dennoch. Sie wurden in einer Lawine verschüttet, dabei starben zwei der Bergsteiger.

„Der Gedanke an den Gipfel liegt aber noch ganz, ganz weit weg“, betont der 39-Jährige. Erstmal müsse man bei der „Ultratour II“ heil im Fahrerlager des Shisha Pangma ankommen. Und auf dem Weg lägen viele Hürden – von möglichen Krankheiten bis hin zu ungenießbarem Essen.

Auf die Idee zur Extremtour kam Rottenegger durch den Schweden Göran Kropp, der 1996 als erster Mensch alleine mit dem Fahrrad von Stockholm bis nach Nepal fuhr und den Gipfel des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff erklomm. „Er ist aber auch mit dem Rad wieder nach Hause gefahren, das werde ich nicht machen“, sagt Rottenegger. Dazu fehlten ihm dann schlicht die Kräfte.

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