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Bayern
Montag, 11. Dezember 2017 7

MZ-Gala

Von Spinnen, Jogis Jungs und der Liebe

Die Gäste der regionalen Jahresrückblicks-Gala im Velodrom waren begeistert von den Menschen und ihren Geschichten.
Von Isolde Stöcker-Gietl

  • Die Schauspieler Carina Dengler (r.) und Jan Hartmann (2.v.l.) spielen in „Dahoam is dahoam“ ein Paar und sprachen mit den Moderatoren Josef Pöllmann (MZ-Chefredakteur, 2.v.r.) und Marina Gottschalk (l.) auch über die Liebe. Foto: Lex
  • Manfred Erlacher, Werkleiter des BMW Group Werk Regensburg, übergibt den BMW 218 d an Maria Eichhorn, Vorsitzende des Vereins Mütter in Not (im Auto), und Pia Dohn, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Die Vorsitzende des Vereins Mütter in Not, Maria Eichhorn, hat bis zur letzten Sekunde geschwiegen. Der Überraschungseffekt gelingt. Eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen schlägt sich vor Erstaunen die Hand vors Gesicht, als zum Spendenscheck über 15 000 Euro auch noch ein neuer BMW 218 d den Besitzer wechselt. Der weiße Flitzer stand den Abend über vor der Tür des Velodroms, diente als Fotoobjekt. „Und weil ich den Schlüssel dabei habe, übergebe ich ihn nun an den Verein Mütter in Not“, sagt der Werkleiter des BMW Group Werk Regensburg, Manfred Erlacher, und sorgt damit für den letzten großen Höhepunkt dieses Abends.

Martin Wunnike und Manfred Sauerer von der Geschäftsführung des Mittelbayerische Medienhauses betonen, dass man keinen besseren Spendenzweck für die Erlöse aus dem zweiten regionalen Jahresrückblick hätte finden können. Hier werde Menschen schnell und unbürokratisch in Notsituationen geholfen. „So etwas muss man unterstützen.“ Das Publikum bestätigt das mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations.

Die zweite Auflage der Gala „Menschen, die bewegen“ war ein voller Erfolg.

Gutes Tun kann sehr unterhaltsam sein, finden die Gäste im vollbesetzten Velodrom. Die Idee für einen regionalen Jahresrückblick hatte MZ-Vertriebs- und Marketingleiterin Alexandra Wildner vor zwei Jahren, als sie im Fernsehen mit Günther Jauch auf das Jahr 2015 zurückblickte. Sie entwickelte ein Konzept aus Unterhaltung und gesellschaftlichem Auftrag, das inzwischen bundesweit Aufmerksamkeit erregt hat. Der Bundesverband deutscher Zeitungsverlage nominierte „Menschen, die bewegen“ für den Innovationspreis.

Es sind die großen Schlagzeilen, aber auch die vielen kleineren Begebenheiten, die die Gala noch einmal ins Gedächtnis ruft. So entsteht eine bunte Mischung an Talkgästen, denen die beiden Moderatoren Marina Gottschalk und Josef Pöllmann, beide MZ, auch einige deutliche Worte entlocken können.

Das BMW Group Werk Regensburg blickt in die Zukunft:

Wie Industrie 4.0 funktionieren kann

  • Das BMW InnoLab

    Einen Blick in die Zukunft präsentierte das BMW Group Werk Regensburg den Gästen. Wie Industrie 4.0 funktionieren wird, erarbeitet dort das InnoLab.

  • Die Entwicklungsfelder

    Am Anfang der Arbeit des Teams stehen Problemlösungen für die Mitarbeiter. Wo kann man Arbeit abnehmen oder besser gestalten? Apps, digitale Softwarelösungen, Smartwatches, aber auch ein chairless Chair in Form eines Exoskeletts gehören zu den Entwicklungsfeldern des Teams.

Stefan Hirblinger spricht über folgenschwere Entscheidung

Viel Applaus erntete Stefan Hirblinger für seine Aussagen. Foto: Lex

Ungewöhnlich offen spricht Stefan Hirblinger über seine folgenschwere Entscheidung zu Frau und Kind zu stehen. Im Januar wurde seine Tochter Judith geboren. Als ihn die Glückwünsche zur Geburt erreichten, meldete sich auch das Bistum Regensburg. Aber nicht, um zu gratulieren, sondern um den Pfarrer und Religionslehrer vom Dienst zu suspendieren. Aber Hirblinger folgte seinem Herzen. Es sei ein schwieriger Kampf gewesen. Er kritisiert im Gespräch mit Josef Pöllmann, dass man aus dem Priesterseminar in die „freie Wildbahn“ entlassen werde und nicht wisse, wie man mit dem Zölibat umgehen soll. In Priesterkreisen gebe es „viel Fassade“. Man müsse den Schein wahren. Als er den Schritt an die Öffentlichkeit wagte, habe er bei den Verantwortlichen des Bistums wenig Barmherzigkeit gespürt. „Der Zölibat ist nicht widernatürlich, sondern übernatürlich“, sagte der Bischof zu Hirblinger. Doch der will zu seiner Verantwortung stehen. „Eine Frau kann man nicht im Schrank verstecken und rausholen, wenn man sie braucht und ein Kind schon gleich gar nicht.“

Hier können Sie den kompletten Gala-Abend nochmals in voller Länge sehen.

Schwieriges Jahr an der Spitze der Stadtverwaltung

Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer im Gespräch mit Josef Pöllmann Foto: Lex

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer berichtet von ihrem schwierigen Jahr an der Spitze der Stadtverwaltung. Sie sei an jenem 18. Januar, als Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wegen des Verdachts der Bestechlichkeit in Untersuchungshaft genommen wurde, trotz Krankheit ins Rathaus geeilt. „Dort traf ich auf fassungslose Mitarbeiter und Referenten.“ Danach habe sie einfach angepackt. Als Bürgermeister Jürgen Huber auch noch erkrankte, musste die Bürgermeisterin weitere Aufgaben übernehmen. Und tat auch das einfach, wenngleich sie sagt, alles könne sie nicht alleine leisten.

„Ich glaube Joachim Wolbergs.“

Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Aber auch auf der Bühne der Gala strahlt die Bürgermeisterin jene Ruhe aus, die die Medien schon nach dem Bekanntwerden der Wolbergs-Verhaftung, an ihr feststellten. Dieses Bild hat sich im Laufe des Jahres gefestigt. Ob sie sich vorstellen könnte, ins Amt des Oberbürgermeisters zu wechseln, lässt Maltz-Schwarzfischer offen. Unter dem Applaus des Publikums betont sie, dass sie nicht an der Unschuld des Oberbürgermeisters zweifelt: „Ich glaube Joachim Wolbergs.“ Auch Prominente, die nach ihren Menschen des Jahres gefragt wurden, stärken Wolbergs den Rücken. So sagt Orphee-Wirt Neli Färber in einem Einspieler: „Wolbergs hat sicherlich Fehler gemacht, aber persönlich bereichert hat er sich meiner Meinung nach nicht. Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein, dem möchte ich mich anschließen.“

In unserem Video fassen wir den Gala-Abend zusammen:

Bewegende Gala für "Mütter in Not"

Jogis Jungs sind gar nicht zickig

Sternekoch Anton Schmaus muss sich manchmal kneifen, um sich klar zu machen, dass das, was ihm dieses Jahr passiert ist, auch wirklich Realität ist. Eine Pizza mit Star-Physiotherapeut Klaus Eder brachte dem gebürtigen Niederbayern einen Traumjob, um den ihn wohl viele Köche beneiden: Schmaus ist seit diesem Sommer der Koch der deutschen Fußballnationalmannschaft. Er habe sich für die Aufgabe große Ziele gesteckt und wolle seinen Teil zum Weltmeistertitel leisten. Mit welchen Geheimzutaten, das hat er allerdings nicht verraten. Nur so viel: Jogis Mannschaft ist nicht wählerisch. „Die essen, was ich koche, zickig ist keiner der Spieler.“

Profi-Boxer Arik geht nicht zu seinem Gerichtsprozess

Dem Profi-Boxer Ünsal Arik hat seine Kritik am türkischen Staatspräsidenten Erdogan einen Gerichtsprozess beschert. Foto: Lex

Dem Parsberger Profi-Boxer Ünsal Arik hat seine deutliche Kritik am türkischen Staatspräsidenten Erdogan inzwischen einen Gerichtsprozess beschert. Am 19. Dezember wird in der Türkei verhandelt, verrät er bei der Gala. Er selbst werde nicht anreisen, denn ihm droht wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung in einem Musikvideo eine Haftstrafe. Dennoch positioniert sich Ünsal weiterhin klar: Erdogan trete die Menschenrechte mit Füßen und das könne man so nicht stehen lassen.

Den wohl schönsten Arbeitsplatz in Deutschland hat der ehemalige Domspatz Dominik Winterling. Der gebürtige Viechtacher ist als Stiftungsmanager für die Sponsorengelder der Hamburger Elbphilharmonie zuständig. Er berichtet von seiner spannenden Tätigkeit und seiner schönen Zeit bei den Domspatzen. Die Aufklärung der Missbrauchsfälle beobachte er kritisch. Auf den früheren Domkapellmeister Georg Ratzinger lässt Winterling nichts kommen. „Er ist ein großartiger Mensch und Musiker. Er hat Werte vermittelt, von denen ich heute noch profitiere.“

In unserer Bildergalerie haben wir Eindrücke der Gala für Sie gesammelt:

Der große Gala-Abend in Bildern

Jahn-Ziel ist der Klassenerhalt

Ein turbulentes Jahr erlebten auch Jahn-Präsident Hans Rothammer und Jahn-Geschäftsführer Christian Keller. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga, der Weggang von Trainer Heiko Herrlich und dann kam Investor Philipp Schober. Man habe hart kämpfen müssen, sagen die Vereinsverantwortlichen. Inzwischen ist der Investor Geschichte und auch auf dem Platz sieht es im Moment gut aus. Man werde alles dafür tun, den größten Erfolg in der Jahn-Geschichte, den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, zu erzielen, verspricht Keller.

Eine Showband um Musiker Gerwin Eisenhauer sorgte für Stimmung. Foto: Lex

Mit der Melodie von „Dahoam is dahoam“ begrüßt die Showband um Schlagzeuger Geff Eisenhauer und Sänger Markus Engelstädter die Schauspieler Carina Dengler und Jan Hartmann. In der beliebten Serie sind die beiden derzeit (noch) ein Paar. Die Neumarkterin Carina Dengler hat mit den Geschichten aus Lansing ihren Durchbruch geschafft, Jan Hartmann gehört schon seit 20 Jahren zu den erfolgreichen Serienschauspielern in Deutschland. Dass er besonders gerne in Schmonzetten besetzt werde, störe ihn nicht, verrät das Nordlicht, das es der Liebe wegen an die Donau verschlagen hat.

„Ich kann gar nicht fassen, dass der Thermomix so viele Fans hat, das sind ja doppelt so viele wie der Jahn.“

Jahn-Geschäftsführer Christian Keller

Und dann sind da noch die Geschichten von einer honigfarbenen Spinne und einer Küchenmaschine, die in der Region für Aufsehen sorgten. Natascha Hube berichtet von dem ungebetenen Besuch, schlaflosen Nächten und der Leiche, die in ihrer Wohnung bis heute nicht gefunden wurde. Carina Wild aus Kelheim hat mit einem Thermomix das Leben ihrer Familie komplett auf den Kopf gestellt. Weil Rezepte für das Multifunktionsgerät spärlich waren, hat sie angefangen selbst Kochbücher zu schreiben. Inzwischen sind es über 40, die sie in ihrem eigenen Verlag Mixgenuss vertreibt. Auf Facebook hat sie über 93 000 Fans, erzählt sie. Das bringt dann sogar Jahn-Geschäftsführer Keller ins Stauen. Als er auf der Bühne einen Moment abgelenkt wirkt, gesteht er: „Ich kann gar nicht fassen, dass der Thermomix so viele Fans hat, das sind ja doppelt so viele wie der Jahn“. Es sind diese kleinen Momente, die das Publikum verzaubern. Fortsetzung folgt, versprechen die Moderatoren beim großen Finale.

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