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Umwelt

Wasserkraft: Fischer beklagen Profitgier

Viele Kraftwerkbetreiber missachten die Vorgaben, meint Bayerns Landesfischerverband. Die Folge: zu wenig Wasser für Fische.

Betreiber von Wasserkraftwerken sollen in Bayern zu viel Wasser aus Flüssen abgeleitet haben. Foto: dpa

München.Der bayerische Landesfischereiverband (LFV) will Anzeige gegen fünf bayerische Kraftwerksbetreiber erstatten. Sie hätten wiederholt gegen behördliche Auflagen bei der Stromproduktion verstoßen und Flüssen zu viel Wasser entzogen, teilte ein Verbandssprecher am Mittwoch in München mit. Dadurch säßen Fische buchstäblich auf dem Trockenen.

„Egal ob unbeabsichtigt oder mit Vorsatz, die Unterschreitung des vorgegebenen Restwasser-Abflusses gefährdet den Gewässerlebensraum und schädigt Umwelt und Fischerei“, teilte der Präsident des Landesfischereiverbands, Albert Göttle, mit.

Die Namen der Betreiber darf der Verband nicht nennen. Betroffen seien die Flüsse Mindl und Obere Argen in Schwaben, die Wolfsteiner Ohe in Niederbayern, die Lauterach in der Oberpfalz und die Sinn in Unterfranken.

LVF: Profitstreben kennt keine Grenzen

Ein Wasserwerkbetreiber aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach wehrte sich gegenüber der MZ gegen eine Vorverurteilung aller Kraftwerkbetreiber. So sei in den vergangenen Jahren viel für die Umweltverträglichkeit der Ausleitungskraftwerke getan worden.

Die betroffenen Anlagen sind nach LFV-Angaben Ausleitungskraftwerke. Dabei wird Wasser aus einem Fluss in einen Kanal und zur Turbine umgeleitet. Im eigentlichen Flussbett verbleibt nur noch ein kleiner Rest-Abfluss. Die Betreiber leiteten mehr Wasser als erlaubt in den Kanal, produzierten damit vermutlich mehr Strom und steigerten ihre Einnahmen, teilte der LFV mit. „Das Profit-Streben mancher Kraftwerksbetreiber scheint gerade bei Kleinen und kleinsten Wasserkraftanlagen keine Grenzen zu kennen“, kritisierte LVF-Vizepräsident Willi Ruff.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Wasserkraftwerksbetreiber, soweit technisch möglich, an die wasserrechtlichen Vorgaben halten“, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft, Detlef Fischer. Von Natur aus sei die Wassermenge in Flüssen aufgrund von Regen oder Trockenheit sehr unterschiedlich. Durch diese naturbedingt dynamischen Flusswassermengen könnten auch Schwankungen in den jeweiligen Restwassermengen auftreten.

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Von den 4250 Wasserkraftanlagen in Bayern sind nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums knapp 3000 Ausleitungskraftwerke. Anfang 2014 seien die Kontrollbehörden angewiesen worden, die Einhaltung der Mindestwasser-Abgaben an Ausleitungskraftwerken verstärkt zu überprüfen, teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch mit. Im Vorjahr wurden demnach rund 1350 Anlagen kontrolliert. Bei rund zehn Prozent wurden erhebliche beziehungsweise stärkere Unterschreitungen der Restwasserabgabe festgestellt. Die Ahndung im Einzelfall sei Aufgabe der Kreisverwaltungsbehörden, betonte das Ministerium. (dpa/ma)

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