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Bayern
Mittwoch, 13. Dezember 2017 5

Showereignis

Zeit für eine fantastische Reise

Die Traumfabrik gehört zum kulturellen Programm Regensburgs. Gründer Rainer Pawelke hat damit auch für ein Umdenken gesorgt.
Von Susanne Wolf

Applaus für die Künstler der Traumfabrik Foto: Traumfabrik

Regensburg.Atemberaubende Artisten und Akrobaten, komische Clowns, zauberhafte Zauberer und viele weitere Künstler nehmen jedes Jahr nach Weihnachten eine Vielzahl vom Menschen mit auf eine fantastische Reise, wenn sie in der Traumfabrik im Regensburger Audimax perfekt einstudiert zu passender Musik und Lichtshow ihr Können zeigen. Die Idee zu dieser fantastischen Sport-Show stammt von Rainer Pawelke.

Bereits 1980 hatte Pawelke, seinerzeit Ausbilder und Dozent am sportwissenschaftlichen Institut der Universität Regensburg, die Idee, den Sport zu revolutionieren. Bis dahin galt Sport als Wettkampf und somit Sich-messen. Doch seiner Meinung nach „muss Sport auch Spaß machen“.

Wie gehen Sport und kreative Ideen zusammen?

„Los ging es damit, dass ich versucht habe, den Sport von der kreativen Seite her zu betrachten, als ich Dozent an der Uni war“, blickt er zurück. „Da gab es immer den Tag der offenen Tür und ich habe vorgeschlagen, dass man das mal anders machen müsse, als nur immer Volleyball oder Fußball zu spielen.“ Er stellte sich der Aufgabe: „Sport ist Bewegung, aber wie kann man da kreative Ideen einbauen?“ Um eine Antwort zu finden, sah er sich bestimmte Formen wie das Schwarze Theater an und entwickelte daraus eigene Ideen. Bald war die Traumfabrik geboren – und ist bis heute eine erfolgreiche Fantasie-Show, die mittlerweile sogar auf Tournee geht und mehrfach ausgezeichnet wurde. Nach Weihnachten gibt es die „Traumfabrik – das Showtheater der Phantasie“ in 41 Shows in sechs Städten – München, Augsburg, Würzburg, Landshut, Rosenheim und natürlich Regensburg – zu bestaunen.

Die Traumfabrik ist eine bunte Mischung aus Artistik, Akrobatik, Tanz, Theater, Feuer, Schwarzem Theater, Musik und Comedy, die Pawelke dadurch zu einem eigenen Genre gemacht hat. „Wir verwenden Techniken aus verschiedenen Genres“, erklärt Pawelkes Ehefrau Maria Ruffing, die das Traumfabrik-Ensemble leitet. „Wir streuen das ins Programm ein und somit hat der Zuschauer von allem ein bisschen etwas.“ Ziel der Traumfabrik ist es, die Besucher zum Staunen, Lachen und Träumen zu bringen. Hinter der Vorstellung stecken oft jahrelang entwickelte Ideen, wie das Paar im Interview verrät. Geschäftsführer der Traumfabrik sind heute Pawelkes Sohn Ingo und dessen Frau Nicole, die sich vor allem um das Marketing und die Organisation kümmern. Das Ensemble zählt in diesem Jahr rund 25 Mitglieder. „Sie sind mit ihrem Herz dabei. Das ist wie eine große Familie“, erzählt Pawelke. „Und ich glaube, dass man das als Gast dann auch spürt, ob ein gekaufter Künstler dabei ist oder nicht.“

Internationale Gastkünstler zeigen, was sie können

Neben dem festen Ensemble gibt es noch internationale Gastkünstler, die bei der Fantasie-Show ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen. Gezeigt werden Stücke der Gäste, neu einstudierte Einlagen sowie Evergreens. „Beim Programm habe ich mich daran orientiert, was im Musikgeschäft so üblich ist“, berichtet der Traumfabrik-Gründer. „Wenn Sie in ein Konzert gehen und kein einziges Lied kennen würden, würden Sie verrückt werden.“

Pawelke hat nicht nur das Konzept für dieses Genre entwickelt, sondern gilt auch als Revoluzzer, was die Bedeutung von Sport in der Schule betrifft. Denn „der Sport muss den Kindern Spaß machen und nicht nur Wettbewerb sein“, erklärt der 70-Jährige. So haben seine Ideen nicht nur Platz in Schulen gefunden, sondern auch im Sport selbst. „Wir haben beispielsweise als Erste in Deutschland Seilspringen als Bühnenshow gemacht“, erzählt Pawelke. „Das wusste ich lange Zeit gar nicht. Später haben wir das in Alfred Bioleks Fernseh-Show vorgestellt. Das ist wie eine Rakete hochgegangen.“

Der Turnerbund habe das Seilspringen dann übernommen. „Jetzt heißt es Rope Skipping und ist eine eigene Sportart geworden.“ Dies sei genau der Ansatz, den er seit 1980 verfolge: „Wir zeigen euch etwas und ihr könnt das dann weiterentwickeln. Wir haben nicht den Anspruch: Das haben wir erfunden und darauf haben wir das Recht.“ Das wäre seiner Meinung nach Unsinn. Denn: „Genau das ist Kreativität.“

Klicken Sie sich durch die Galerie mit Bildern von der Traumfabrik-Premiere in Regensburg im vergangenen Jahr:

Traumfabrik feiert Premiere in Regensburg

Der eine analysiert die Traumfabrik, der andere spürt sie

Manchmal könne er es gar nicht fassen, dass sich aus seinen Ideen eigene Sportarten entwickelt haben. „Wir fühlen uns da aber nicht kopiert, wenn eine Idee übernommen und etwas Eigenes daraus gemacht wird.“ Heute ist Pawelke nicht mehr nur der Gründer dieses neuen Genres, sondern eben auch seit 37 Jahren Regisseur der Erfolgsshow – und er freut sich immer wieder auf die Reaktionen der Besucher. Das Feedback vieler Zuschauer berühre ihn oft sehr. Begeistert erzählt er: „Es gibt nicht nur Menschen, die sich die Traumfabrik gefallen lassen, sondern die sie auch verstehen.“ Er setzt von seinen Zuschauern nicht voraus, dass sie alle Hintergründe kennen und verstehen: „In erster Linie muss die Show einfach gefallen.“ Der eine analysiere die Traumfabrik, der andere spüre sie. „Und beides ist okay“, erklärt Pawelke.

Wenn die Weihnachtstage vorüber sind und der Jahreswechsel vor der Tür steht, verbringt man die Zeit gerne im Kreise seiner Liebsten und sucht Entschleunigung vom stressigen Alltag. Doch damit der Haussegen nicht schief hängt und die Laune nicht im Keller ist, wenn man mehr Zeit als gewohnt miteinander verbringt, lohnt sich für Groß und Klein ein Besuch der Traumfabrik im Regensburger Audimax, die hier seit mittlerweile 37 Jahren Jung und Alt begeistert – und sie mit ihrer fantastischen Reise zum Staunen, Lachen und Träumen bringt.

Der Text ist eine Leseprobe aus der Sonntagszeitung, die die Mittelbayerische exklusiv für ePaper-Kunden auf den Markt gebracht hat. Ein Angebot für ein Testabo der Sonntagszeitung finden Sie in unserem Aboshop.

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