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Bayern
Montag, 20. November 2017 3

Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Prof. Andreesen

Mit der Auszeichnung wird das langjährige Engagement des Mediziners Andreesen in der Versorgung krebskranker Menschen in Ostbayern gewürdigt.

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller überreicht das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Professor Dr. Reinhard Andreesen. Foto: Gert Krautbauer

München.Hohe Auszeichnung für Prof. Dr. Reinhard Andreesen: Dem Direktor des Regensburger Centrums für Interventionelle Immunologie und langjährigen Leiter der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wurde am Dienstag das Bundesverdienstkreuz verliehen. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller würdigte vor allem sein Engagement für eine Verbesserung der regionalen Patientenversorgung und für den Wissenschaftsstandort Regensburg. „Als höchst anerkannter Wissenschaftler und Arzt haben Sie sich seit über drei Jahrzehnten für die Menschen, insbesondere in Ostbayern, aber auch in Afrika eingesetzt“, sagte Müller bei der Verleihung in München. Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – so die korrekte Bezeichnung – wurde der 67-jährige Internist Andreesen von Bundespräsident Joachim Gauck unter anderem für sein langjähriges Engagement in der Versorgung krebskranker Menschen in Ostbayern ausgezeichnet.

Andreesen war 1991 auf eine Professur nach Regensburg berufen worden und leitete die Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie bis zum Beginn seines Ruhestands im März 2013. Für Patienten mit Tumoren und Erkrankungen des blutbildenden Systems wurden in Regensburg Behandlungsmethoden nach neuesten internationalen Standards etabliert, unter anderem durch die Einrichtung der Stammzelltransplantationseinheit. Seitdem können die Leukämie- und Lymphompatienten der Region wohnortnah auf höchstem medizinischen Niveau behandelt werden.

„Gerade im Umgang mit Krebspatienten und ihren Angehörigen ist besondere Sensibilität erforderlich, denn hier ändern sich Schicksale für immer“, sagt Andreesen. Im Jahr 2000 wurde die Leukämiehilfe Ostbayern gegründet, die Hilfsprojekte in ganz Ostbayern unterstützt. Andreesen steht dem Verein von Beginn an bis heute als Vorsitzender vor. Erst am 5. Oktober gingen beim 16. Regensburger Leukämielauf rund 3400 Sportler für einen guten Zweck an den Start.

Am Universitätsklinikum machte unter Professor Andreesens Führung vor allem die Stammzelltransplantation international beachtete wissenschaftliche und klinische Fortschritte. Mit der Einwerbung von Stiftungsprofessuren und entsprechenden Forschergruppen, der Errichtung des José-Carreras-Centrums für Somatische Zelltherapie sowie der Initiierung und Leitung des Bayerischen Immuntherapie-Netzwerkes (BayImmuNet) und dessen Weiterentwicklung zum RCI Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie trug Andreesen wesentlich dazu bei, die Immunmedizin zum Schwerpunktthema des Universitätsklinikums Regensburg zu entwickeln und Regensburg als Wissenschaftsstandort international sichtbar zu machen. Auf europäischer Ebene gründete er die European Macrophage and Dendritic Cell Society (EMDS), deren Präsident er für viele Jahre war.

Neben seinem Einsatz für Regensburg und Ostbayern ist die am Dienstag verliehene Auszeichnung auch Anerkennung für seine ehrenamtliche Arbeit in Afrika. Andreesen, der bereits als junger Medizinstudent den afrikanischen Kontinent bereiste, gründete 1976 gemeinsam mit Kommilitonen die „Initiative Lesotho“. Diese engagiert sich im Zululand für eine bessere Gesundheitsversorgung und in zahlreichen Ausbildungsprojekten. 1999 ging daraus die heutige Bonga-Schule hervor, in der jedes Jahr mehr als 1000 Kinder eine Schulbildung und im Austausch mit deutschen Unternehmen auch Berufsausbildungen erfahren. In seiner Zeit als Prorektor der Universität Regensburg (2007-2009) initiierte Professor Andreesen zudem mit der Universität von Lusaka (Sambia) eine Kooperation zum Austausch von Studenten, Ärzten und Wissenschaftlern.

Mit seinen Engagements habe er gezeigt, dass er immer weit über die beruflichen Verpflichtungen hinaus dachte und handelte, so Staatsministerin Emilia Müller. Dies sei einer der höchsten Auszeichnungen Deutschlands würdig. „Das Verdienstkreuz ist eine große Ehre für mich, aber auch Anerkennung für all jene, die mich in meinen Initiativen immer unterstützt haben; das gilt im beruflichen ebenso wie im ehrenamtlichen Bereich“, so Andreesen nach der Ordensverleihung.

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