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Bayern
Montag, 11. Dezember 2017 7

MZ-Serie

Den Trainingseifer der Schüler wecken

Die MZ setzt die erfolgreiche Erziehungsreihe mit Ludwig Haas fort. Diesmal geht es um Gemeinsamkeiten von Sport und Schule.

Daniel Franziskus bei einer Trainingseinheit mit Schülern der Grund- und Mittelschule KallmünzFoto: MZ-Archiv

Regensburg.Sebastian Nachreiner und Andy Güntner, Profifußballer des SSV Jahn Regensburg, stehen nicht auf dem Fußballplatz, sondern sind zu Gast an der Edith-Stein-Realschule Parsberg. Sie diskutieren mit Schülern nicht über Freistöße, Eckbälle und Taktik, sondern darüber, wie wichtig Motivation im Sport ist, welche Gemeinsamkeiten zwischen Schule und Sport bestehen und was Schüler vom Sport lernen können.

Es geht ums Üben und Wiederholen

Sport ist populär, ist die Welt der Jugendlichen, genauso wie Musik oder Medien. Es ist die Welt, die sie verstehen, für die sie sich interessieren. Wenn Profis mit ihnen über Motivation, Konzentration, Teamarbeit, Leistungsbereitschaft, Üben oder Wiederholen reden, hat dies einen höheren Stellenwert, ist authentischer, als wenn ein Lehrer dies tut. „Die Realität durch Experten ins Klassenzimmer tragen“ oder „Außerschulische Lernorte nutzen“ nennt das die Pädagogik. Ziel solcher Projekte ist es, dass Jugendliche über solche Begegnungen und Gespräche mit Profisportlern Zugang zu wichtigen Themen des Alltags- und Schullebens finden und daraus lernen.

Dass dieses authentische Lernen bei den Schülern gut ankommt, beweisen die an fünf Schulen in der Oberpfalz nach Diskussionsrunden in Fragebögen ermittelten Ergebnisse. So finden zwischen 56 und 67 Prozent der Schüler, dass Motivation wichtig bis sehr wichtig ist, für 49 bis 74 Prozent machen solche Veranstaltungen sehr großen Sinn. Für 57 bis 89 Prozent sollten diese öfter stattfinden. 49 bis 69 Prozent erkannten die sehr klaren Gemeinsamkeiten von Sport und Schule. Nur 1 bis 4 Prozent betrachteten eine solche Art von Lernen als vergeudete Zeit.

Bei Motivation geht es beim Sport wie in der Schule um das Gleiche. Wie motiviert Erfolg und demotiviert Misserfolg? Wie geht man mit Lob, Anerkennung und Tadel um? Wer hilft wem? Welche realistischen Ziele setzt man sich? Was oder wer motiviert einen, was sind Motivationskiller? Welche Fähigkeiten will man erwerben? Welche Zeit und Energie setzt man dafür ein? Motivation ist die Triebfeder und der Antriebsmotor in unserem Leben und ist lebenslang wichtig. Motivation ist nicht nur in Sport und Schule, sondern auch im Privat-und Familienleben, im Gesundheits-und Arbeitsbereich, in der Freizeit und bei Hobbys von Bedeutung.

Motivation ist heute wichtiger denn je, denn Jugendliche können sich im schnelllebigen Alltag mit dem Überangebot an Aktivitäten rasch verzetteln, die Orientierung und den Blick für das Wesentliche verlieren. Da kommt es auf sie selber an, sich zu motivieren, den richtigen Weg einzuschlagen, sich nicht durch Rückschläge demotivieren zu lassen. Den Eltern fällt dabei eine bedeutende Rolle zu: Unterstützung zu gewähren, keine zu hohen Erwartungen an die Kinder zu haben, realistische und keine utopischen Ziele mit den Kindern zu vereinbaren, keinen Druck aufzubauen, angemessenes Lob zur rechten Zeit zu spenden, mehr auf die Stärken und weniger auf die Schwächen zu setzen, den Kindern mehr Zeit lassen.

Anerkennung für Leistung

Auch die Gemeinsamkeiten von Schule und Sport sind für Jugendliche leicht nachvollziehbar. Hier gibt es Lehrer, Mitschüler und Klassenraum, dort Trainer, Mitspieler und Spielfeld. Tests, gute und schlechte Noten und Zeugnisse heißen im Sport Spiele, Sieg oder Niederlage und Tabellenstand. Die Ziele im Sport lauten Aufstieg oder Nichtabstieg, in der Schule Bestehen der Klasse, Quali, Mittlere Reife und Abitur. Anerkennung gibt es durch Lehrer, Mitschüler, Eltern oder Noten, im Sport durch Trainer, Mitspieler, Medien, Prämien oder Verträge. Schüler haben Ferien, Spieler Spielpausen.

In Sport und Schule wird eine Leistung in einer gewissen Zeit durch Noten oder Punkte bewertet. Ein kurzfristiger Erfolg in einem Test hilft genauso wenig wie ein einmaliger Sieg, denn der nachhaltige, langfristige Erfolg entsteht durch beständige schulische Arbeit und Trainingsfleiß. Schüler bringen oft zu Hause gute Leistungen, versagen aber in der Klasse und leiden unter dem Druck der Eltern. Auch im Sport gibt es sog Trainingsweltmeister, die aber vor großem Publikum und Medien ihr Potenzial nicht abrufen können. Auch der Wert des Übens und Wiederholens, um Automatismen zu erlernen, braucht nicht näher erklärt werden, genauso die Tatsache, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt.

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