mz_logo

Niederbayern
Samstag, 24. Juni 2017 28° 1

Bluetone

Auch die Jugend liebt Haindling

Buchner trat nach acht Jahren wieder einmal in seiner niederbayerischen Heimat Straubing auf – ein „überwältigendes Gefühl“.
Von Martin Kellermeier, MZ

Haindling mischte das Bluetone-Festival auf. Foto: Niering

Straubing.Wenn Haindlings Trompeten und Hörner rufen, dann kommen sie alle: die reife Dame im roten Abendkostüm, der Herr mit langen Haaren und Sportjacke und das frisch verliebte Teenie-Paar – direkt in Reihe zwei. Hans-Jürgen Buchner schaffte es am Sonntagabend bei seinem „Heimspiel“ auf dem Festival Bluetone in Straubing zu zeigen, dass seine Musik nicht nur die Fans der ersten Stunde immer noch begeistert. Jedes Lied ist unverkennbar. Die Musikrichtungen sind unterschiedlich – das macht Haindlings unverkennbaren Stil erst aus.

Der Straubinger ist zurück. Nach acht Jahren kehrte Buchner mit seiner Gruppe auf eine Bühne in seiner Heimatstadt zurück. Ihre niederbayerischen Wurzeln haben die sechs Musiker auch nach Auftritten in China, Südafrika oder Kanada scheinbar nicht vergessen. Mit einem vorsichtigen Winken und einem freundlichen Lächeln kommt Haindling auf die Bühne. „Das war schon ein überwältigendes Gefühl“, sagt Buchner später. Ein Gefühl, das er bei anderen Auftritten fernab seiner Heimatstadt nicht mehr hat. Mit im Publikum sitzt auch die Mutter von Hans-Jürgen Buchner. Sie ist 93 Jahre alt. Das Konzert in Straubing war für sie ein Pflichttermin.

Kritik an Handysucht

Buchner und seine Bandkollegen bachten am Sonntagabend ihr ganzes Repertoire auf die Bühne – nicht leicht bei knapp 200 Haindling-Liedern. Mit dabei Filmmusik aus dem Streifen „Bavaria – Traumreise durch Bayern“, die zum Träumen einlud, oder auch bekannte Hits wie „Paula“ oder „Lang scho nimmer g’sehn“.

Haindling suchte dazwischen immer wieder den Kontakt zu den Konzertbesuchern. Auffallend: Mit seinen Anekdoten und Weisheiten sprach er vor allem die Fans der ersten Stunde an. Die jungen Leute, die Haindling als „handysüchtig“ abstempelte, kritiserte er dabei. Das es aber gerade diese Generation ist, die in den Bierzelten seine Lieder wie „Bayern, des samma mir“ lautstark singt, verschwieg der Musiker.

Viel mehr gab Hans-Jürgen Buchner zwischen seinen Liedern den Umweltschützer und Weltverbesserer. Haindling ist nicht nur eine Gute-Laune-Band, Haindling will mit seinen Liedern Zeichen setzen und Botschaften übermitteln. Das gelang am Sonntagabend. So hat sich Buchner die Frage gestellt, ob es den Menschen tatsächlich auf dem Mars braucht. Die Antwort gab er musikalisch. So sang er: „Der Mars ist rot und unsere Welt ist bunt. Wir haben nur die eine Welt.“

Stehende Ovationen

Auf diesem Planeten fühlt sich Haindling auch wohl. Es ist die Ehrlichkeit und die dadurch entstehende Geborgenheit, für die ihn seine Fans lieben. An diesem Abend dankten sie es ihm mit stehenden Ovationen. Haindling lebt – auch nach 35 Jahren auf der Bühne. Seine Überlebensgarantie: Die Mundart. Sie zieht magisch an. Davon können „Seiler & Speer“ aus Österreich nur ein Lied singen.

Weitere Berichte aus der Kultur finden Sie hier.

Aktuelle Nachrichten von mittelbayerische.de gibt es jetzt auch per WhatsApp. Hier können Sie sich kostenfrei anmelden: http://www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht