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Niederbayern
Samstag, 21. Oktober 2017 19° 3

Feierstunde

Mit ihrem Einsatz retten sie Leben

Das BRK hat in Dingolfing langjährige Blutspender aus Ostbayern geehrt. Einer von ihnen hat schon 225 Mal gespendet.
Von Melanie Bäumel-Schachtner, MZ

Großer Bahnhof für die Blutspender aus Ostbayern in Dingolfing: Regierungspräsident Rainer Haslbeck, Extrem-Rollstuhlsportler Felix Brunner, Blutspendedienst-Geschäftsführer Georg Götz, der 225-fache Spender Ulrich Heroven, BRK-Bezirksvorsitzender Bernd Sibler, Blutspendedienst-Geschäftsführer Dr. Franz Weinauer und Moderator Michael Sporer. Foto: Bäumel-Schachtner

Dingolfing.Eigentlich will er keine stehenden Ovationen. Er braucht sie nicht. Der Grund, warum Ulrich Heroven aus Mühldorf am Inn (Lkrs. Altötting) in seinem Leben bislang 225 Mal Blut gespendet hat, ist ein anderer als der, sich feiern zu lassen: „Ich wollte anderen Menschen etwas von mir gehen. Und ich wollte jungen Menschen zeigen, wie wichtig es ist, Blut zu spenden.“

Heroven war unter 507 Blutspendern aus ganz Bayern derjenige, der am öftesten zu den Terminen des Bayerische Roten Kreuzes (BRK) kam. Als Dankeschön hatte der Blutspendedienst des BRK Blutspender für 75 bis 225 Mal Blutspende zu einem großen Empfang für ganz Niederbayern, die Oberpfalz und Teile Oberbayerns in die Stadthalle Dingolfing eingeladen. Unter den Geehrten waren auch Spender aus Cham, Regensburg, Kelheim und Schwandorf.

Ein unbeeindruckter Held

Tosender Applaus, als BR-Moderator Michael Sporer den heimlichen Helden des Abends ankündigt. Die Menschen erheben sich und jubeln. Ulrich Heroven lässt sich nicht beeindrucken, er geht ganz ruhig zur Bühne und holt sich seine Ehrennadel ab – dafür, dass er 225 Mal Blut gespendet hat. „Das kommt ganz selten vor, dass wir so ein Jubiläum feiern können“, erklären die Geschäftsführer des Blutspendedienstes, Georg Götz und Dr. Franz Weinauer. „Ich war im Bereich der Pflege tätig, für mich war es eine Selbstverständlichkeit“, sagt der Mühldorfer nach der Ehrung und macht seinen „Blutsbrüdern“, die ebenfalls geehrt wurden, Mut, weiter zu spenden: „Mein Hausarzt hat sich immer wieder über mein gutes Blut gewundert. Wer Blut spendet, kommt in die Jahre.“

Viel Blut wird benötigt

  • Blutkonserven:

    Im Freistaat Bayern sind jeden Tag etwa 2000 Blutkonserven für die Versorgung von Krebspatienten, Unfallopfern oder im Rahmen von Operationen notwendig. Da gespendetes Blut aufgrund seiner begrenzten Haltbarkeit von 42 Tagen allerdings stets kurzfristig zum Einsatz kommen muss, ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich regelmäßig Blut spenden.

  • Spenden:

    Der Blutspendedienst bietet flächendeckend in ganz Bayern über das ganze Jahr hinweg Blutspendetermine an. Blutspenden kann jeder, Blut spenden kann jeder, der zwischen 18 und 72 Jahre alt und gesund ist. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 Jahre alt sein.

  • Geehrte:

    Auch mehrere Ostbayern spenden seit Jahrzehnten ihr Blut. Bei der Feierstunden wurden Rudolf Münzl und Josef Wutz aus dem Landkreis Cham, Michael Obermayer aus Kelheim, Johann Rauscher aus Regensburg und Nikolaus Kirschner aus Schwandorf für 150 Mal Blutspende geehrt.

Ulrich Heroven stand symbolisch für diejenigen, die anderen Menschen durch ihre Spende helfen. Es wurde aber auch die andere Seite an diesem Abend gezeigt – die Menschen, die auf die Spende angewiesen waren. Ein eindrucksvolles Beispiel war Extremsportler Felix Brunner, der sich gerade auf die Paralympics 2018 vorbereitet, an der er auf dem Monoski teilnehmen möchte. Ruhig erzählte er seine Geschichte. Ausgerechnet auf leichtem Terrain war der frühere Bergsteiger abgestürzt, schlug nach zehn Metern das erste Mal auf, nach 20 Metern wieder.

Acht Monate in der Dunkelheit

„Als ich schließlich aufkam, spürte ich keine Schmerzen, aber Wärme im Bauch, ich wusste, das war Blut“, blickt er zurück und erzählt, er habe sogar noch seinen Ersthelfer angeleitet, bevor er acht Monate in der Dunkelheit versank – im künstlichen Koma und in zahllosen Narkosen.

Felix Brunner hat in seinem Leben 800 Blutkonserven erhalten und ist daher heute Botschafter des Blutspendedienstes: „Ohne Spender wie Sie hätte ich das nicht geschafft“, erklärt der beherzte 28-Jährige, der trotz Rollstuhl 2013 die Alpen von seinem Heimatort Füssen bis zum Gardasee mit dem Handbike überquert hat. „Ich habe auch jetzt ein tolles, neues Leben – das haben Sie möglich gemacht.“

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