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Niederbayern
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Flüchtlinge

Weitere Notunterkünfte in Bayern

Am Montag kamen mehr als 11 000 Migranten an. Die Dreiländerhalle in Passau wurde geöffnet und ist schon wieder voll belegt.

Ein Mädchen aus Afghanistan steht auf einer Brücke an der deutsch-österreichischen Grenze bei Salzburg und wartet mit seiner Familie darauf, registriert und zu einer Flüchtlingsunterkunft in Freilassing gebracht zu werden. Foto: dpa

Passau.In Bayern kommen wieder mehr Flüchtlinge an. Am Montag wurden nach Angaben der Bundespolizeidirektion München mehr als 11 000 Migranten aufgegriffen. Vor allem in Niederbayern sind für die kurzfristige Unterbringung der Menschen Notunterkünfte geschaffen worden. In der Passauer Dreiländerhalle waren am Dienstagmorgen 617 Menschen untergebracht. „Damit ist die Halle voll“, sagte Thomas Schweikl von der Bundespolizei. Die Dreiländerhalle ist überregional insbesondere als Veranstaltungsort für die Aschermittwochs-Kundgebungen der CSU bekannt. Wie lange die Halle als Notquartier genutzt werden soll, ist noch unklar.

Passau erlebt größten Ansturm

Der Raum Passau erlebte nach Angaben der Bundespolizei am Montag ohnehin den größten Ansturm von Flüchtlingen. Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Freyung wurden am Montag mehr als 6100 Flüchtlinge gezählt. „Und auch heute sind die Kollegen dort wieder sehr stark ausgelastet“, sagte am Dienstag Fabian Hüppe von der Bundespolizeidirektion München.

In einem Zeltlager auf dem Gelände der Gäubodenkaserne in Feldkirchen bei Straubing kamen allein am Montagabend 140 Flüchtlinge an. In dem „Wartebereich“ können bis zu 5000 Menschen unterkommen. Das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk versorgen die Flüchtlinge medizinisch sowie mit Essen und Getränken. In dem Zeltlager sollen sich die Migranten nur wenige Stunden aufhalten, bis sie in das für sie zuständige Bundesland weitergeschickt werden.

An der oberbayerischen Grenzstadt Freilassing warteten am Dienstagmorgen bereits 600 Migranten an der Saalachbrücke darauf, über die Grenze gelassen zu werden. Am Montag hatten 2100 Flüchtlinge zu Fuß die Grenze passiert, wie Rainer Scharf von der Bundespolizei in Rosenheim berichtete. Insgesamt kamen zu Wochenbeginn im Zuständigkeitsbereich der Inspektion Rosenheim mit 650 Kilometern Grenze 4300 Migranten nach Bayern. Am Sonntag waren es noch 1300 gewesen.

Kritik an Sammellager im Erdinger Fliegerhorst

Derweilen kritisierten Kommunalpolitiker die Einrichtung eines Sammellagers für Flüchtlinge in einer Erdinger Kaserne. Der dortige Fliegerhorst soll zur Kurzunterbringung von bis zu 5000 Migranten vor deren Registrierung genutzt werden. Das Landratsamt sei in den Entscheidungsprozess nicht eingebunden gewesen, sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) am Dienstag. Sein Stellvertreter Jakob Schwimmer und Behördenmitarbeiter hätten nur aus Eigeninitiative an Gesprächen teilgenommen. Er selbst sei erst am Wochenende von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) informiert worden, betonte Bayerstorfer.

Die Stadt München will nach dem Oktoberfest die Wiesn-Bierzelte nicht als Notunterkünfte für Flüchtlinge nutzen. Ein entsprechender Antrag wurde am Dienstag im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates ohne Debatte einstimmig abgelehnt, wie ein Sprecher mitteilte. Eine Alternative könne aber sein, auf der Theresienwiese nach dem Volksfest Leichtbauhallen aufzubauen, hieß es in dem Beschluss. Derartige Hallen seien winterfest und wesentlich besser und kostengünstiger beheizbar. Dagegen sei eine Beheizung der Bierzelte angesichts der Höhe kaum möglich. (dpa)

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