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Niederbayern
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Justiz

Gäubodenfest: Sextäter muss in Haft

Weil er eine 19-Jährige in einem Park vergewaltigte, muss ein 28-jähriger Straubinger für sechs Jahre hinter Gitter.
Von Marion von Boeselager, MZ

Das Landgericht Regensburg hat sein Urteil zu einer Vergewaltigung nach einem Gäubodenvolksfest-Besuch 2014 gefällt. Foto: Bastian Winter

Regensburg.Eine 19-jährige Auszubildende kam im August letzten Jahres von einem Besuch des Straubinger Gäubodenfestes mit Bekannten, als sie in einer Altstadtbar auf ihren Peiniger traf. Später trat das Mädchen im Dirndlgewand allein den Heimweg an. Da soll ihr der 28-jährige Raumausstatter gefolgt und in einem Park über die Auszubildende hergefallen sein. Am Donnerstag wurde der Mann vor dem Landgericht Regensburg der Vergewaltigung und Körperverletzung schuldig gesprochen. Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Dr. Bettina Mielke hatte am Ende der mehrwöchigen Beweisaufnahme „keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit“ der Geschädigten. Sie verurteilte den einschlägig vorbestraften Angeklagten, wie von der Staatsanwältin gefordert, zu sechs Jahren Gefängnis.

Das Gericht ging davon aus, dass sich der Vorfall so zutrug, wie von der Auszubildenden geschildert: Danach hatte der Mann die 19-Jährige in der Bar angesprochen. Sie nahm eine Zigarette des 28-Jährigen an. Er sagte, sie sei hübsch und gefalle ihm. Dabei fasste er sich zwischen die Beine und nannte sie „geile Schlampe.“

Alpträume verfolgen das Opfer bis heute

Später auf dem Heimweg traf die junge Straubingerin erneut auf den Mann. Bei einer weiteren Zigarette soll er ihr jedoch auf den Mund geschlagen haben, „weil sie zu laut rede“. Als das Mädchen seinen Weg fortsetzte, folgte ihr der Angeklagte. In einer Parkanlage ließ sich die angetrunkene 19-Jährige kurz auf einer Parkbank nieder, da ihr schwindelig war. Der 28-Jährige kam hinzu. Er fasste sie am ganzen Körper an und hielt ihr den Mund zu, als sie um Hilfe schreien wollte. Trotz ihrer Gegenwehr verging er sich dann mehrfach an der Auszubildenden. Die 19-Jährige lief danach weg und vertraute sich, völlig aufgelöst, erst ihrem Freund, dann der Polizei und einer Ärztin an. Sie erlitt Verletzungen im Intimbereich und leidet nach wie vor an Schlafstörungen, Alpträumen, Angstzuständen und Depressionen.

Der Angeklagte hatte die Vergewaltigung stets bestritten. Zunächst hatte er bei der Polizei angegeben, es habe gar kein Geschlechtsverkehr stattgefunden. Als seine Spermaspuren an Kleidung und Körper der Frau jedoch das Gegenteil bewiesen, hatte er seine Aussage angepasst und von „einvernehmlichem Sex“ gesprochen. Dies bezeichnete Mielke als „Schutzbehauptung“.

Die Geschädigte habe das Kerngeschehen „glaubwürdig, konstant und detailreich“ geschildert und keinen Belastungseifer gezeigt. Zudem fehle es an einem Motiv: Wieso sollte sie den ihr unbekannten Mann belasten?

Der wegen einer Gewalttat gegen eine Frau vorbestrafte Angeklagte habe sich hingegen wechselnd eingelassen und seine Aussage den jeweiligen Ermittlungsergebnissen angepasst, sagte die Vorsitzende Richterin.

Zugunsten des 28-Jährigen wertete das Gericht, dass das Ausmaß der Gewalt „im unteren Bereich“ blieb sowie die Tatsache, dass sich der Mann vielleicht durch die akzeptierte Zigarette ermutigt fühlte. Die Negativseite wog jedoch schwerer: Der Angeklagte war einschlägig vorbestraft und stand unter laufender Bewährung. Die neue Tat geschah nur einen Monat nach seiner letzten Verurteilung. Das Opfer leide nach wie vor an den psychischen Folgen.

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