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Bayern
Montag, 29. August 2016 27° 8

Strassenbau

Ohne B 15 neu erstickt Landshut im Verkehr

Innenminister Herrmann hält den schnellen Ausbau der Bundesstraße für unerlässlich. Aber aus Berlin muss das Geld für die Verkehrsachse fließen.
Von Fritz Winter, MZ

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat sich für einen zügigen Weiterbau der Bundesstraße 15 neu ausgesprochen. Foto: dpa-Archiv

Landshut. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat sich für einen zügigen Weiterbau der Bundesstraße 15 neu als einer der wichtigsten Verkehrsachsen des südostbayerischen Raums ausgesprochen. „Ein leistungsfähiges Straßennetz ist der Grundpfeiler einer florierenden Wirtschaft im Freistaat“, sagte Herrmann am Montag bei einer Verkehrskonferenz in Landshut. Die B 15 neu soll einmal vom oberpfälzischen Autobahndreieck Saalhaupt bei Regensburg über rund 130 Kilometer quer durch drei Regierungsbezirke bis nach Rosenheim führen, wo sie nahe dem Inntaldreieck auf die Autobahn 8 stößt.

Nach Angaben von Herrmann und dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Andreas Scheuer ist die bestehende Bundesstraße 15 völlig überlastet. Zudem führe sie durch viele Ortschaften, mit den entsprechenden Nachteilen für die Bevölkerung. Um den ostbayerischen Wirtschaftsraum nachhaltig zu stärken und die zunehmende Verkehrsbelastung in den Griff zu bekommen, dürfe man das Ziel eines Komplettausbaues nicht aus den Augen verlieren, sagte Herrmann.

Die Planer warten auf grünes Licht

Seit dem vergangenen Jahr ist die B 15 neu auf den ersten 22 Kilometern zwischen Saalhaupt und Neufahrn bereits fertiggestellt. „Dafür müssen wir dem Bund und dem Freistaat Bayern großes Lob und Dank aussprechen“, sagte der stellvertretende Regensburger Landrat Otto Gascher aus Regensburg. Zahlreichen Ortschaften seien nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlastet worden, und der Markt Schierling sei nahe an das Oberzentrum Regensburg herangerückt. „In 20 Minuten sind wir in der Stadt“, so Gascher. Für den zweiten Bauabschnitt von Neufahrn nach Ergoldsbach mit einer Länge von rund sechs Kilometern besteht Baurecht, die Arbeiten laufen seit Jahresmitte 2009. Mit der Fertigstellung wird 2013 gerechnet. Der Bauabschnitt 3 führt von Ergoldsbach nach Essenbach und soll den Lückenschluss zwischen den Autobahnen 93 und 92 herstellen. Noch laufen Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss, die Planer gehen aber davon aus, dass die Gerichte in Kürze grünes Licht für den neun Kilometer langen Abschnitt geben werden. „Spätestens Ende 2017 soll hier der Verkehr fließen“, sagte Herrmann. Staatssekretär Scheuer schränkte allerdings ein, dass über die Finanzierung dieses Teilstücks mit dem Bund noch geredet werden müsse.

Naturschützer protestieren

Viele Politiker aus dem Raum Landshut forderten nach diesem Lückenschluss einen zügigen Weiterbau der Bundesstraße, um im Raum Landshut einen Verkehrsinfarkt zu vermeiden. Landshuts Oberbürgermeister Hans Rampf befürchtet, dass wichtige Straßen der Stadt, aber auch in Kumhausen oder Ergoldsbach mit über 30.000 Fahrzeugen pro Tag belastet würden, wenn die B 15 neu in der Nähe von Ohu Ende. „Wenn nicht schnell weitergebaut wird, wäre das der Tod für unsere Region“, sagte er und drohte gar „zivilen Ungehorsam“ an.

Gegen den folgenden Bauabschnitt zwischen der A 92 und Geisenhausen, für den es noch keinen Planfeststellungsbeschluss gibt, formiert sich aber breiter Widerstand. Denn die Strecke quert naturschützerisch bedeutsame Isarhänge und soll deshalb in einem 2,1 Kilometer langen Tunnel bei Eisgrub geführt werden. Allein dieser soll 321 Millionen Euro kosten. Mehrere Bürgerinitiativen machen gegen das Projekt mobil. Es gibt teilweise harte Auseinandersetzungen zwischen verkehrsgeplagten Anwohnern der alten Strecke und Umweltschützern.

Dies gilt auch für den Abschnitt zwischen Velden und der A 94 bei Schwindegg. Diese Abschnitte sind nicht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes ausgewiesen und Planungsarbeiten finden derzeit nicht statt. Auch der 55 Kilometer lange Abschnitt südlich der A 94 bis Rosenheim ist unbeplant und erst im weiteren Bedarf der Verkehrswegeplanung des Bundes. Insgesamt wird die Bundesstraße 15 neu bei der Fertigstellung mehr als eine Milliarde Euro gekostet haben. Ein Zeitraum dafür ist derzeit noch nicht abzusehen. Herrmann und Scheuer ließen aber keinen Zweifel daran, dass Bund und Land allen Widerständen zum Trotz am Bau der Strecke festhalten werden, weil sie nicht nur den Verkehr auf der Linie Regensburg-Rosenheim ins Inntal leitet, sondern auch die Autobahn Nürnberg-München, die Ostumgehung Münchens und die Autobahn 8 München-Salzburg maßgeblich entlasten soll. Aktuell verkehren auf der B 15 18.000 Fahrzeuge am Tag, bis 2020 wird mit einem Verkehrsaufkommen von 32.500 Fahrzeugen gerechnet.

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