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Nationalsozialismus

Seehofer bekennt sich zur Erinnerungsarbeit

50 Jahre hat es gedauert bis aus dem fast vergessenen KZ Flossenbürg eine Gedenkstätte wurde. Nun besuchte erstmalsHorst Seehofer den Ort des Schreckens.
Von Reinhold Willfurth, MZ

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nahm am Sonntag (22.07.2012) in der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg an einer Gedenkfeier teil. In der KZ-Gedenkstätte wurde der Befreiung des Lagers durch US-Soldaten vor 67 Jahren gedacht. Foto: dpa

Flossenbürg.Mit seinem ersten Besuch in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg unterstrich Ministerpräsident Horst Seehofer am Sonntag die Bedeutung des neben Dachau zweiten großen bayerischen Orts der Erinnerung an die schlimmsten Exzesse der Nazidiktatur im Freistaat. Gedenkstellenleiter Dr. Jörg Skriebeleit freute sich auch über einen zweiten hohen Staatsgast: Karl Huber, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. Nicht „alle Juristen, die wir einladen“, folgten dieser Einladung an einen Ort, an dem das Recht mit Füßen getreten wurde.

Die Gedenkfeier fand in diesem Jahr vor dem Arrestbau statt, vor dessen Mauer viele hundert Häftlinge erschossen wurden, darunter so bekannte wie Dietrich Bonhoeffer oder Wilhelm Canaris. „Das ist ein ergreifender Moment für mich“, sagte Horst Seehofer, der mit Ehefrau Karin nach Flossenbürg gekommen war. „Ihre Courage und Stärke kann man nur bewundern“, sagte der Ministerpräsident zu den ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen. Sie hielten die Erinnerung wach „und Sie berichten jungen Menschen von Ihren Erfahrungen mit Willkür und Gewalt“. Die Gedenkstätte Flossenbürg sei Erinnerungs- und Lernort gleichzeitig.

Demokratie und Freiheit seien auf Erinnerung angewiesen, so Seehofer. „Wir nehmen unseren Auftrag aus der Vergangenheit ernst“, versicherte er. Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten erinnerte daran, dass das System der Konzentrationslager nicht nur an einem kleinen Dorf wie Flossenbürg verortet werde kann. Die Stiftung werde sich in nächster Zeit mit den zahlreichen Außenstellen der beiden bayerischen KZ beschäftigen. Der Sprecher der ehemaligen Häftlinge von Flossenbürg, Dr. Jack Terry, schöpfte aus der Erinnerungsarbeit zahlreicher Schulen die Hoffnung, dass „das älteste Hassgefühl der Menschheit, der Antisemitismus“ weiter bekämpft werde. Der Kampf gegen Intoleranz und Rassenhass sei das Vermächtnis der einstigen KZ-Häftlinge.

Beim Gedenkakt zeichnete die polnische Generalkonsulin Elzbieta Sobotka Gedenkstellenleiter Dr. Jörg Skriebeleit mit dem Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen aus. Damit würdigt Polen seine Bemühungen um eine „Intensivierung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit“.

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