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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Untersuchungsausschuss

NSU: Polizist sagt aus

Die Behörden hatten nach eigenen Angaben keine Anzeichen auf einen rechtsextremen Hintergrund der Morde. Die Polizei kritisiert die Verfassungsschützer.

Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags wurden gestern neue Zeugen befragt. Foto: dpa

München.Nach den Morden der Neonazi-Terrorgruppe NSU hat es nach Darstellung eines damals ermittelnden Beamten zunächst keinerlei Hinweise auf rechtsextreme Hintergründe oder Motive gegeben. Das sagte Kriminalhauptkommissar Werner Störzer, der einst in verschiedenen Sonderkommissionen arbeitete, gestern im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags. Vielmehr habe es nach den ersten Morden Hinweise in Richtung Organisierte Kriminalität gegeben. Diese seien so stichhaltig gewesen, dass man sie genau geprüft habe. Erst nach dem dritten Mord in Nürnberg habe man geprüft, ob da ein „Ausländerhasser“ am Werk gewesen sei, sagte Störzer. Deshalb habe man den Verfassungsschutz gebeten, die rechtsextreme Szene in Nordbayern zu überprüfen. Die Rückflüsse seien aber „äußerst spärlich“ gewesen.

Man habe auch keine konkreten Spuren gefunden, die den Verdacht erhärtet hätten – das Ganze sei im Sande verlaufen. Störzer betonte, es sei definitiv nicht so, dass man bei solchen Morden automatisch nach einem rechtsextremem Hintergrund suche – auch wenn man verschiedene Motive prüfe. „Da muss schon mehr dazukommen.“

Der NSU-Untersuchungsausschuss will mögliche Versäumnisse der bayerischen Behörden im Kampf gegen Rechts sowie mögliche Ermittlungspannen nach der Neonazi-Mordserie aufklären. (dpa)

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