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Brandschutz

Im Alarmfall kann es brenzlig werden

Sinkende Einwohnerzahlen in der nördlichen Oberpfalz machen sich auch bei der Feuerwehr bemerkbar. Noch ist die Alarmsicherheit gewährleistet.
Von Fritz Winter, MZ

Löscheinsätze werden bei den Feuerwehren immer weniger. An der Spitze stehen technische Hilfeleistungen und Sicherheitswachen. Foto: Archiv

REGENSBURG. Die Feuerwehren in der Oberpfalz müssen sich für die Zukunft rüsten. Dies gilt nicht nur für die technische Ausstattung, sondern auch für die personellen Ressourcen. Gerade in der nördlichen Oberpfalz wird die demografische Entwicklung mit rückläufigen Bevölkerungszahlen spürbar, berichtete der Bezirksvorsitzende des Oberpfälzer Feuerwehrverbandes, der Regensburger Kreisbrandrat Waldemar Knott, nach einer Herbsttagung der Feuerwehrführungskräfte am Wochenende in Vohenstrauß. „Noch können wir die Tagesalarmsicherheit gewährleisten, aber für die Zukunft müssen wir uns neue Konzepte überlegen“, sagte Knott. Schon heute müssten oft mehrere Feuerwehren alarmiert werden, um ausreichend Personal für den Einsatz zur Verfügung zu haben.

46.087 Feuerwehrleute sind aktiv

Insgesamt 1024 Freiwillige Feuerwehren, 22 Werkfeuerwehren und eine Berufsfeuerwehr sind in der Oberpfalz für den Brandschutz zuständig. Damit stehen 46.087 Aktive ehrenamtlichen Dienst an der Allgemeinheit, darunter 5951 Frauen und 9824 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. „Um den Nachwuchs brauchen wir uns derzeit noch keine Sorgen zu machen“, sagte Knott, auch wenn es immer schwieriger werde, zusammenhängende Ausbildungen durchzuführen. „Weil die Kameraden weniger Zeit haben, müssen wir oft mehrere Termine anbieten, damit alle teilnehmen können“, sagte er.

Mängel beim Katastrophenschutz

Ähnliches gelte auch für die Einsätze: Wegen der geforderten Mobilität im Beruf stünden immer weniger Wehrleute tagsüber zur Verfügung, auch wenn gerade mittelständische Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für den ehrenamtlichen Dienst großzügig freistellten. Vorbildlich seien viele Gemeinden, die darauf achteten, dass die Gemeindemitarbeiter aktive Feuerwehrleute seien und im Ernstfall gemeinsam ausrücken könnten.

Brände machen heute nur noch neun Prozent aller Einsätze aus. An erster Stelle stehen mit 56 Prozent die technischen Hilfeleistungen. Stark zunehmend sind laut Knott Sicherheitsdienste bei Events aller Art wie Radrennen, Marathon- oder Ironman-Veranstaltungen oder Hilfeleistungen im Freizeitsektor, wie etwa die Bergung von Kletterern. „Mittlerweile rückt alleine im Landkreis Regensburg alle zweieinhalb Stunden eine Freiwillige Feuerwehr aus“, so der Bezirksvorsitzende des Verbandes.

Materiell seien die Feuerwehren gut ausgestattet, auch wenn der Trend zu mehr Zusammenarbeit, etwa in einem „Pumpenpool“ gehe. Dies gelte jedoch nicht für den Bereich Katastrophenschutz. Hier seien die Fahrzeuge völlig veraltet. In Pentling bei Regensburg stehe beispielsweise ein uraltes Dekontaminationsfahrzeug, das bei Gefahrgutunfällen heutiger Dimension längst nicht mehr eingesetzt werden könne. Eine Besserung sei kaum in Sicht: 2013, so die Hoffnung von Knott, soll Schwandorf das erste neue Katastrophenschutzfahrzeug der Oberpfalz erhalten. „Hier ist der Bund gefordert, seine Verpflichtungen zu erfüllen“, sagte der Kreisbrandrat.

Auch die Einführung des abhörsicheren Digitalfunks kommt nur langsam voran. In der Oberpfalz werde in den nächsten Monaten eine Projektgruppe eingerichtet, 2014 soll eine Projektphase folgen, um zu klären, wo die Digitaltechnik noch Probleme bei Alarmierung und Kommunikation bereitet. Ab 2015 sollen laut Knott im Regierungsbezirk alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben digital vernetzt sein.

Bei der Herbstversammlung wurde auch das Thema neue Energien erörtert. Die Hersteller von Biogasanlagen, Windrädern oder Solarparks müssten die Feuerwehren informieren, wie im Ernstfall geholfen werden könne.

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